iron

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Registriert seit: 13.09.2005

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Bewertungen: 82 Reviews: 69
Genres: Blues, Comedy, Country, Dark Wave/Gothic, Elektronische Musik, Hardcore, House, Hörspiel/Hörbuch, Jazz, Klassik, Metal, Musical, Pop, Punk, Rap/Hip Hop, Reggae, Rock, Schlager, Singer/Songwriter/Liedermacher, Ska, Sonstiges, Soul/R&B, Soundtrack, Volksmusik/Folklore, World Music
Bewertungsverteilung von iron
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Die letzten Bewertungen
7.5 für Messiah: Fracmont (2020) (13.02.2021 09:40)
8.5 für Dead Lord: Surrender (2020) (13.02.2021 09:33)
8.0 für Khthoniik Cerviiks: Æequiizoiikum (2020) (13.02.2021 09:29)
8.5 für Savage Blood: Downfall (2020) (13.02.2021 09:26)
8.0 für Sijjin: Angel Of The Eastern Gate (2019) (13.02.2021 09:24)
9.0 für Vicious Rumors: Celebration Decay (2020) (13.02.2021 09:20)
7.5 für Tomorrow's Rain: Hollow (2020) (13.02.2021 09:18)
8.0 für Frostvore: Drowned By Blood (2020) (13.02.2021 09:15)
9.0 für Onslaught: Generation Antichrist (2020) (13.02.2021 09:12)
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Die letzten Reviews

13.02.2021 09:40 - Messiah: Fracmont (2020)

7.5 / 10
Direkt bei den ersten Klängen der akustischen Gitarre im Intro `Sacrosanctus Primitivus`, fühlt man sich heimisch. Schließlich begann der große Bandklassiker "Rotten Perish" anno 1992 auch mit akustischen Klängen. Und tatsächlich beehren uns die Schweizer wieder im exakt selben Line-Up wie vor 28 Jahren. Das unrühmliche "Underground"-Album (mit Therion's Christofer Johnsson am Gesang) lassen wir an dieser Stelle mal außen vor. Mit welcher Erwartung geht man nun an solch eine Comeback-Scheibe? Bei mir persönlich war "Rotten Perish" eine der ersten Death-Metal-Scheiben, die ich jemals gehört habe - dementsprechend hoch hängt die Latte. Da muss "Fracmont" fast zwangsläufig einen schweren Stand haben. Soviel vorweg. Mit dem epischen, über neun Minuten langen Titelsong erwischt das Album aber schon mal einen guten Start. Mal ganz davon abgesehen das es sehr mutig ist eine Platte mit solch einem Brocken zu eröffnen. Mit dem Stück haben die Schweizer ihr eigenes "Rime Of The Ancient Mariner" komponiert. Schweres Midtempo wechselt sich ab mit flotten Passagen (geile Gitarren hier) und in der Mitte gibt es ein soundtrackartiges Break, bevor der Song dann wieder an Fahrt aufnimmt. Absolut gelungen! Das Niveau können sie danach nicht durchgehend halten - auch wenn wir hier nicht von einer Enttäuschung sprechen. Die Songs sind alle toll gespielt und gehen gut ins Ohr - vielleicht rührt meine leichte Enttäuschung doch von zu hohen Erwartungen. Die beiden kurzen Brecher `Singularity` und `Miracle Far Beyond Disaster` lockern die Scheibe toll auf und verleihen ihr etwas Schwung wo ansonsten vielleicht etwas zu viel Midtempo dominiert. Man darf natürlich nicht den Fehler machen Messiah als reine Death-Metal-Band zu sehen. Das waren sie schon früher nicht. Klassischer Heavy Metal und eher dem Thrash entlehntes Riffing sind und waren immer schon wichtige Zutaten im Bandsound. Ok, in der Frühphase der Band haben die Zutaten Thrash, Punk und Chaos ausgereicht. Was Brögi und Co. von früher mitgenommen haben ist ihre ausgesprochen kritische Haltung gegenüber der Kirche, was man schon allein an Songtiteln wie `Urbi Et Orbi`, `Children Of Faith` oder `Dein Wille Geschehe` erkennt. Messiah schaffen es aber Texte zu schreiben wie es früher im Metal weit verbreitet war. Kritisch und eher beobachtend schildern sie Situationen anstatt sich nur in Hasstiraden und Gewaltphantasien zu ergehen. Auch wenn sich das hier etwas durchwachsen liest: für eine Rückkehr nach knapp 30 Jahren ist die Platte schon sehr gut geworden. Sie klingt halt eher etwas nach den späteren Neunzigern und wirkt von daher ganz anders als die meisten Death-Metal-Platten der letzten Zeit. Was ihr aber ein gewisses Alleinstellungsmerkmal verschafft. Und das ist mehr als andere zu bieten haben. geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:37 - Skeletal Remains: Entombment Of Chaos, The (2020)

8.5 / 10
Ursprünglich gingen Skeletal Remains als deathmetallische Nebenspielwiese von Fueled By Fire-Gitarrist Chris Monroy an den Start. Inzwischen ist Chris bei den Thrashern raus und die "Skeletierten Überreste" wurden zu seinem Hauptbetätigungsfeld. Skeletal Remains zeigen auch eine ganz andere Präsenz als seine Exband. Seit 2012 alle zwei Jahre ein starkes Album während von Fueled By Fire schon seit 2013 nichts mehr erschien. Gemeinsam haben die beiden Gruppen immerhin ihre Vorliebe für altmodische Klänge. Vom Old-School-Thrash zum Old-School-Death sozusagen. Und letzterer wird von Skeletal Remains zu 100% gelebt und zelebriert. Angefangen bei den Artworks (diesmal wieder ein wunderbarer Seagrave) über die Songtitel (`Congregation Of Flesh`, `Torturous Ways To Obliteration`, Unfurling The Casket`- wer bei solchen Titeln noch überlegt was das wohl für Musik sein könnte, hält wahrscheinlich auch Korn für eine Heavy Metal Band) bis hin zum Sound: hier stinkt alles dermaßen nach gutem alten Death Metal. Pestilence, Asphyx, Morgoth, Death, Malevolent Creation - alle in ihrer Frühphase: das sind die großen Vorbilder denen hier aufs derbste gehuldigt wird. Das nötige Fachwissen beweisen sie schon allein durch die Wahl des Coversongs, der limited Edition `Stench Of Paradise Burning` von Disincarnate! Absolut passend und super umgesetzt. Seit dem Vorgänger "Devouring Mortality" musste Chris sämtliche Bandmitglieder ersetzten, was sich in einer etwas technischeren Spielweise bemerkbar macht. Er selbst macht das an Aushilfsdrummer Charlie Koryn fest, der technisch einfach besser sei als sein Vorgänger. Deshalb musste Chris sich beim Songwriting nicht limitieren und konnte frei von der Leber weg komponieren was ihm in den Sinn kam. Es wäre jetzt aber trotzdem übertrieben deshalb von einem Stilwechsel zu sprechen. "The Entombment Of Chaos" ist natürlich ein astreines Skeletal Remains-Album, auch wenn spieltechnisch etwas mehr passiert als früher. Es macht total Laune dem coolen Drumming oder den klassischen Gitarrensoli zu lauschen. Death Metal kann so schön sein! Ach ja: Nach `Ripperology` hat es diesmal mit `Dissectasy` wieder ein cooles Wortspiel auf die Titelliste geschafft. Mal abwarten ob sie das als künftiges Markenzeichen etablieren. geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:33 - Dead Lord: Surrender (2020)

8.5 / 10
Ich möchte ja wirklich ungern Legenden schlachten, aber manchmal geht es mir wirklich so, dass mir vermeindliche Nachahmer-Bands besser gefallen als die großen Vorbilder. Bestes Beispiel wären die schwedischen Graveyard, die vor ein paar Jahren gezeigt haben, wie Led Zeppelin mit besserem Songwriting funktioniert hätten. Das ist natürlich nichts anderes als Geschmackssache, aber mir persönlich hat solche Musik plötzlich richtig Spaß gemacht, während mir das Original immer zu muffig und orientierungslos erschien. Ganz ähnlich geht es mir mit Dead Lord und deren großen Vorbildern Thin Lizzy. Ich fand Lizzy zwar nie so schlimm wie das bleierne Luftschiff, doch die Stimme von Phil Lynott und manch grausiger Song wie `Dancing In The Moonlight` erschwerte mir doch erheblich den Zugang. Keine Ahnung warum mir Dead Lord dagegen so richtig gut reinlaufen. Stimmlage und Phrasierung von Hakim Krim sind Phil Lynott gar nicht mal so unähnlich. Im direkten Vergleich klingt er eher quäkig (dafür hab ich anscheinend ne kleine Schwäche) und nicht so knödelig wie sein Vorbild. Wahrscheinlich ist es dieses leichte melancholische Feeling, das sich durch die Songs zieht, was mich so anspricht. Besonders `Dark End Of The Rainbow` vom aktuellen Dreher hat es mir angetan. Beim Vorgänger "In Ignorance We Trust" stach die Nummer "Reruns" so stark heraus. Wegen mir dürften die Jungs gerne mehr solche Nummern schreiben. Der Rest ist aber auch nicht von schlechten Eltern. Das Material besticht durch tolle Melodien und starke Twin-Gitarren, wirkt aber immer total entspannt und unaufgeregt. Quasi angeborene Coolness ohne Affekt und Krampf. Härterekorde werden hier zwar keine aufgestellt, sieht sich die Band doch selbst eher im klassischen Hard Rock zuhause. Auch wenn Bands wie Iron Maiden oder Judas Priest, neben Lizzy, UFO und Kiss sicherlich eine größere Rolle in ihrer musikalischen Sozialisierung gespielt haben. Trotzdem würde ich Dead Lord schon zur Riege der neueren Old-School-orientierten Metalbands zählen, weswegen es mich doch sehr verwundert, dass die Schweden nicht auf Metal-Archives gelistet sind. Ähnlich wie Black Trip bzw. Vojd sind Dead Lord eine Band die eigentlich jeden Rock und Metalfan durch ihr authentisches Songmaterial überzeugen müsste. Das Coverartwork ist zwar wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss, doch (ähnlich wie bei vielen Klassikern der 70er und 80er) hat man es einmal gesehen, vergisst man es bestimmt nicht mehr. Ich würde es sehr begrüßen wenn Bands, wie Dead Lord, die Möglichkeit bekommen würden für Größen wie Iron Maiden zu eröffnen. Damit wäre jedem geholfen: die Bands könnten sich einem potentiell interessierten Publikum präsentieren, dem Headliner müsste der Sound auch eher liegen und das Publikum müsste sich nicht durch Schrott wie Killswitch Engage oder Sevendust quälen. Mr. Smallwood bitte übernehmen sie! [Review lesen]

13.02.2021 09:29 - Khthoniik Cerviiks: Æequiizoiikum (2020)

8.0 / 10
Der deutsche Extrem-Metal-Untergrund verfügt inzwischen über eine Vielzahl an kreativen und faszinierenden Bands. Eine der faszinierendsten sind mit Sicherheit die Nordrhein-Westfalen Khthoniik Cerviiks. Das besonderste und hervorstechendste Merkmal (neben der eigensinnigen Schreibweise ihrer Songtitel) ist der starke Bezug zu den kanadischen Prog-Thrashern Voivod. Und das, obwohl die Deutschen musikalisch ganz klar als Death-/Black-Metal-Konglomerat bezeichnet werden müssen - also eine ganz andere Baustelle beackern als ihre Vorbilder. Trotzdem verbreitet gerade das Riffing und die oftmals vertrackte Rhythmik sehr viel von dem ganz frühen Voivod-Flair. Man kann anscheinend auch seinen Einflüssen huldigen ohne als verkappte Coverband zu enden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Piggy (auf seiner Wolke) zufrieden grinst, wenn er diese typischen, flirrenden Gitarren im Titelsong oder bei `Odyssey 3000` hört. Die Produktion ist übrigens eher undergroundig und authentisch gehalten - nicht dass jemand auf die Idee kommt man hätte es hier mit porentief-reinem Progsound zu tun. Thematisch verbreiten KC irgendwie ein endzeitliches Sciene-Fiction Flair. In meinem Kopf entstehen beim hören jedenfalls ganz strange Bilder. Ich muss irgendwie immer an Mad Max denken - nur halt in einem Raumschiff!? Im Vergleich zum Vorgängeralbum "SeroLogiikal Scars (Vortex Of Dementiia)" stellt man fest, dass die Musik etwas zugänglicher geworden ist. Wer die Band also noch nicht kennt, steigt am besten mit der neuen Scheibe ein und arbeitet sich dann Rückwärts bis zum tollen Demo "Heptaëdrone" durch, das ebenfalls von Iron Bonehead auf Vinyl und CD aufgelegt wurde. Wer es gerne etwas vertrackter mag und Bock darauf hat sich ein Album wirklich erarbeiten zu müssen, oder wer sich Voivod gut als Death-/Black-Metal-Band vorstellen kann, der sollte sich den Namen Khthoniik Cerviiks fett hinter die Ohren schreiben. geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:26 - Savage Blood: Downfall (2020)

8.5 / 10
Schon wieder ein Newcomer von dem man noch nie etwas gehört hat. Nicht wirklich! Hinter Savage Blood stecken keine blutigen Greenhorns, wurde die Band doch von drei ehemaligen Mitgliedern der deutschen Power Metaller Enola Gay gegründet. Zwei davon, nämlich Sänger Peter Diersmann und Drummer Marc Könnecke, sind nach wie vor am Start. Wem der Name Enola Gay nichts mehr sagt: die Jungs veröffentlichten in der zweiten Hälfte der Neunziger drei tolle Alben mit starkem, leicht angeproggtem Power Metal. Die letzte Scheibe "Strange Encounter" wurde damals 1999 sogar über Century Media veröffentlicht. Warum "Downfall" jetzt ohne Labelunterstützung erscheint erklärt die Band mit der anhaltenden Corona-Krise. Nachdem momentan die meisten Labels ihre Releases deshalb verschieben und damit wahrscheinlich irgendwann eine regelrechte Release-Flut auslösen werden, dachten sich Savage Blood: "...warum auf einem fertigen Album sitzen, das dann sowieso untergehen wird. Bringen wir es doch einfach gleich selbst raus." Schlauer Schachzug. Jetzt, da der Markt momentan noch relativ ruhig ist. Zudem schaut das Teil auch noch absolut edel aus. Surft mal bei bandcamp vorbei und gönnt euch dieses Sahneteil. Dort gibt's das Album als Vinyl in verschiedenen Farben (incl. CD) und als Digipack. Ach ja: Was erwartet uns musikalisch? Verglichen mit Enola Gay wurde der Proganteil rausgeschmissen und dafür eine gehörige Portion Thrash reingenommen, was eine sehr kraftvolle, explosive Power Metal-Variante ergibt. Wer sich eine etwas härtere, zupackendere Version von Brainstorm vorstellen kann, der erhält eine ganz gute Vorstellung von dem, was ihn erwartet. Unter den acht Songs findet ihr garantiert keinen Stinker, da macht es dann auch nichts, dass das Teil nur 40 Minuten dauert. Selten passt der ausgelutschte Slogan "All Killer - No Filler" besser. Das Stück `Queen On The Run` sticht für mich sogar noch etwas aus dem ohnehin schon starken Songmaterial heraus - den Refrain kann ich nur kniend hören. Ganz groß! geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:24 - Sijjin: Angel Of The Eastern Gate (2019)

8.0 / 10
Als Demo erschien "Angel Of The Eastern Gate" schon im letzten Jahr. Iron Bonehead legen das Teil nun mit anderem Cover, Vinyl-Master von Patrick Engel und einem zusätzlichen Song neu auf. Nachfrage müsste ja genügend bestehen, handelt es sich bei Sijjin doch Quasi um die Nachfolge-Band von Necros Christos. Verdientermaßen ein Name der (im Underground) nur voller Ehrfurcht genannt wird. Nun, werden Sijjin den Vorschusslorbeeren gerecht? Durch Malte Gericke's (alias Mors Dalos Ra) Gesang bzw. seine typische Phrasierung klingt man schon mal (zumindest gesanglich) recht ähnlich wie NC. Der Sound ist aber nicht so tief und wesentlich weniger episch als bei Necros Christos. Auch doomige Passagen oder meditative Zwischenspiele (Temples und Gates) gibt es hier keine. Der Ansatz ist hier ein ganz anderer: die Huldigung des ganz alten Death Metals ohne Schnörkel und stilfremde Einflüsse. Also genau so wie die "Ancient Ones" es uns gelehrt haben. Wie man besonders an der Gitarrenarbeit merkt sind die ganz alten Morbid Angel wohl der größte Einfluss für Sijjin. Sie kommen aber nicht als bloße Kopie rüber, sondern eher wie eine Mischung aus der eigenen Vergangenheit und der Lieblingsband. Zumal Malte ja auch ganz anders klingt als David Vincent bzw. Mike Browning. Die Leads und die sicken Soli treffen aber ganz gut den Ton von Trey Azagthoth. Da hat jemand definitiv seine Hausaufgaben gemacht. Man darf gespannt sein ob das kommende Album diesen Kurs weiterfährt oder ob wieder etwas mehr eigene Noten integriert werden. geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:20 - Vicious Rumors: Celebration Decay (2020)

9.0 / 10
Es steht zu bezweifeln, ob VR-Boss Geoff Thorpe ein Mensch ist mit dem sich gut zusammen arbeiten lässt. Die andauernde Fluktuation im Bandgefüge lässt daran zweifeln. An zwei Dingen kann man dagegen beim besten Willen nicht zweifeln. Erstens: der Mann verfügt als Gitarrist über ein total eigenständiges Riffing. Wie er hartes Stakkato mit ureigener Melodik verbindet - daran würde man ihn unter hunderten anderen Axtmännern raushören. Dadurch darf man ihn gerne ihn einer Reihe mit Leuten wie Jon Schaffer, Jeff Waters oder James Hetfield nennen. Die zweite Sache wäre sein Händchen immer wieder herausragende Sänger aufzugabeln. Der Name des neuen (inzwischen elften) Sängers in Diensten der Band: Nick Courtney. Dieser Name war bislang bestenfalls Leuten ein Begriff die "American Idol" verfolgt haben, was wahrscheinlich auf die wenigsten Metalfans zutreffen dürfte. Man mag ja von Castingformaten halten was man will, aber in diesem Fall war wohl tatsächlich mal ein richtiger Metaller unter den Teilnehmern, der in etwa klingt wie ein etwas bissigerer Ralph Scheepers. Kommerziell gibt es für so jemanden dort aber wahrscheinlich eh nicht viel zu holen. Da ist es dann doch besser man erhält die Möglichkeit bei einer Legende des US-Metals wie Vicious Rumors einzusteigen. Man bäckt dann zwar wesentlich kleinere Brötchen, kann aber wenigstens vor hingebungsvollen Fans auf der ganzen Welt auftreten. Und genau das sollten sie auch baldmöglichst tun (sobald es wieder möglich ist). Das Material des 13 Albums "Celebration Decay" schreit jedenfalls geradezu danach live dargeboten zu werden. Stücke wie `Celebration Decay`, Asylum Of Blood` oder `Collision Course Disaster` sind hart, melodisch und versprühen Power und Spielfreude während sie gleichzeitig an Bandklassiker wie `Lady Took A Chance` oder `Don't Wait For Me` erinnern. Das größte Tribut an sich selbst liefern sie aber mit `Arrival Of Desolation` - eigentlich ein Selbstzitat, dass man fast schon grinsen muss, aber halt auch ein Refrain der einen wochenlang verfolgt. Allein die Backings im Refrain: Trademark Vicious Rumors! Zudem ist die Produktion richtig bombig ausgefallen. Es ist anscheinend doch möglich modern, hart und glasklar zu produzieren ohne die Old-school-Fans zu verprellen. Genau so möchte ich Vicious Rumors hören! Ich kann gar nicht verstehen, dass die Scheibe in manchen anderen Reviews nur mittelmäßig abgeschnitten hat. Für mich ihr stärkstes Album seit "Word Of Mouth" und die ist von 1994. geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:18 - Tomorrow's Rain: Hollow (2020)

7.5 / 10
Als Fan von doomigem Düstermetal wird man ja nicht gerade mit neuen Bands verwöhnt. Aus dem letzten Jahr fallen mir z.B. gerade mal die finnischen Asphodelus mit ihrem wunderbaren "Stygian Dreams" ein. Der diesjährige Dark-Metal-Newcomer-Award darf hingegen direkt nach Tel Aviv zu Tomorrow's Rain geschickt werden. Die Musik ist zwar stellenweise noch etwas arg zäh und einen richtigen Hit haben die Israelis auch noch nicht geschrieben, aber hey, damit sind sie im Doom/Death-Bereich sicherlich nicht die einzigen. Was hier auf jeden Fall schon mal passt ist die Atmosphäre und das Herzblut. Letzteres äußert sich darin, dass die Band anscheinend versucht hat möglichst viele ihrer Idole auf "Hollow" (das übrigens in der Heimat der Band auch auf hebräisch erschienen ist) zu versammeln. So geben sich Musiker von My Dying Bride, Rotting Christ, Paradise Lost, Orphaned Land, Arch Enemy, Moonspell, Draconian, Swallow The Sun und Septic Flesh die Klinke in die Hand. Auch wenn sich das jetzt sehr viel liest, die Gäste werden nur als kleine Farbtupfer eingesetzt und dominieren die Songs niemals. Außer vielleicht Greg Mackintosh, der `In The Corner Of A Dead End Street` ein Weltklasse Gitarrensolo spendiert hat. Eine andere Nummer, die etwas heraus sticht, ist `Into The Mouth Of Madness`, dessen Text als Tribut an Warrel Dane geschrieben wurde. Passend dazu klingt das Stück etwas technischer und wird von Warrel's ehemaligem Nevermore-Kollegen Jeff Loomis veredelt. Überhaupt sind Tomorrow's Rain stets um Abwechslung bemüht. Gerade gesanglich variiert man viel zwischen verschiedenen Tonlagen - wobei die tiefen Growls deutlich dominieren. Dezente orientalische Elemente dürften für Leute interessant sein, denen dieses Element bei Orphaned Land immer etwas too much war. An anderen Stellen erinnert mich der Sound auch an andere (vergessene) 90er-Jahre-Bands wie Cemetery Of Scream oder Death Sentence, falls diese Namen heute noch jemandem ein Begriff sind. geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:15 - Frostvore: Drowned By Blood (2020)

8.0 / 10
Zuerst dachte ich der gute Dennis von meinem derzeitigen Death-Metal-Lieblingslabel Testimony Records hätte sich erstmals ein faules Ei ins Nest gelegt. Wie gut dass ich das Scheibchen doch noch ein paar mal rotieren lies. Das Debüt der Schwe.. ääh Japaner aus Stockh.. ääh Tokyo klang mir anfangs nämlich eine ganze Spur zu räudig. Keine Ahnung was mich da geritten hat. Inzwischen möchte ich den Sound gar nicht mehr anders haben. Wen interessiert es schon wenn es etwas rumpelt und der Bass manches Mal etwas übersteuert? Is ja schließlich Death Metal, Freunde. Wer Wohlklang sucht wird vermutlich sowieso eher woanders fündig werden. Was bieten uns Frostvore also? Klassischen, räudigen (wie gesagt rau produzierten) Old-School-Schweden-Death Marke Dismember und Konsorten. Als kleines Alleinstellungsmerkmal muss man die Gitarrenarbeit nennen. Die beiden Axtmänner Taro Ikemoto und Satoshi Fukuda bauen nämlich immer wieder kleine interessante Ideen in die Songs ein mit denen man nicht unbedingt rechnen würde. So glänzt z.B. `Extreme Cold Torture`, neben seinem Grave-Groove, mit nahezu Schwarzmetallischen Gitarrenläufen. Auch `Blackfield` mit seinen Killerleads oder der Uffta-Uffta-Hit `Path To Your Tomb` überzeugen auf ganzer Linie. Mit `Lake Of Vein` ist den Herren sogar ein richtiger kleiner Hit gelungen, der wäre selbst auf "Death Metal" nicht negativ aufgefallen. Ihr seht schon für wen Frostvore interessant sein könnten. Als Die-Hard Swe-Death-Addict solltest du dir zur Abwechslung mal eine Scheibe einer japanischen Band gönnen. Aber halte dich ran: Vinyl und Digipack sind streng limitiert. geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

13.02.2021 09:12 - Onslaught: Generation Antichrist (2020)

9.0 / 10
Die beste britische Thrashband waren sie schon in den Achzigern, mit ihren beiden finsteren Frühwerken "Power From Hell" und "The Force" von 1985 bzw. 1986. Bei mir persönlich steht außerdem ihr 2007er Comeback "Killing Peace" sehr hoch im Kurs. Für mich, neben Exodus' "Tempo Of The Damned", das beste Thrashalbum dieses Jahrzehnts. Danach konnten sie mich eigentlich nicht mehr so richtig begeistern, auch wenn die Sachen danach beileibe nicht schlecht waren. So ein richtiger Hassbatzen gelang den Herren um Gitarrist Nige Rocket halt nicht mehr. Bis jetzt! Das Thrashjahr 2020 steht ganz im Zeichen von "Generation Antichrist". Alle anderen Hau-drauf-Metaller müssen sich verdammt nochmal hinten anstellen. Als Vitaminspritze diente anscheinend Neu-Sänger David Garnett, der hier wirklich einen Einstand nach Maß hinlegt. Seine Stimme klingt zwar nicht ganz so Baloff-mässig wie die seines Vorgängers Sy Keeler. Er fügt sich aber perfekt ein und kann gerade in Sachen Aggression voll überzeugen. Nach dem kurzen Quasi-Intro `Rise To Power` demonstrieren Onslaught mit `Strike Fast Strike Hard` wie man ein Massaker eröffnet. Hart, präzise und mit einem zwingenden Refrain gesegnet. Warum kriegen die meisten anderen Thrasher sowas nicht hin? In die selbe Kerbe schlägt dann `Bow Down To The Clowns`. Wie man dem Titel schon entnehmen kann: eine hasserfüllte Abrechnung mit den ganzen Politclowns, die momentan überall auf der Welt unsere Geschicke lenken. Der folgende Titelsong kann das alles aber sogar noch toppen. Im Intro und im Chorus verbreitet man sogar leichte Slayer-Vibes. Zusammen mit dem Brecher `Religiousuicide` die beiden klar antichristlichen Statements auf der Platte. Insgesamt kommt der Drehen zwar nur auf knapp 40 Minuten, dafür ist aber wirklich jeder Song ein Hit geworden. Und wenn danach noch funktionstüchtige Möbel in der Bude stehen, hört man das Teil halt einfach nochmal. Hier wäre vielleicht eine Limited-Edition mit einem Bauhaus-Gutschein sinnvoll gewesen. Thrash Till Death!!! geschrieben für DARK STEEL ZINE. [Review lesen]

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