Uada Djinn (2020) - ein Review von iron

Uada: Djinn - Cover
1
1 Review
7
7 Ratings
8.86
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal


iron
11.12.2021 11:25

Da wurde ja im Vorfeld ein ganz schöner Aufriss gemacht, von wegen Stilwechsel und so. "Die spielen ja gar keinen Black Metal mehr" beschwerten sich die einen. "Ist jetzt bestimmt so ne Post-Rock-Kacke" maulten die anderen.
Soviel vorweg: So schlimm kommt es natürlich nicht und dass diese Band nichts für die scheuklappentragenden Trve-Black-Metaller ist, sollte eigentlich auch klar sein. Die konnten aber wahrscheinlich auch schon mit den beiden ersten Scheiben nicht viel anfangen.

Die Jungs aus Portland haben als Amis sowieso einen etwas anderen Zugang zur Materie als wir Europäer mit unserer Skandinavischen-Black-Metal-Tradition. Obwohl Uada natürlich auch einen Großteil ihrer Inspiration daher beziehen. Speziell schwedische Bands wie Unanimated, Sacramentum, Necrophobic oder natürlich Dissection waren immer schon ein wesentlicher Bestandteil des Uada-Bandsounds. Das war aber auch schon immer so. Eine (wenn man so will) amerikanische (evtl. postige) Eigenheit von Uada wäre ihre Vorliebe für lange Songs und ausgiebig zelebrierte Riffs zusammen mit einer klaren, saubereren Produktion. Das war aber auch schon immer so.
Den größten Schritt gehen sie gleich ganz am Anfang des neuen Albums, mit dem Titelstück. Dieses basiert tatsächlich auf einen relativ offenen, luftigen Riff, das man ansonsten eher bei Bands wie Beastmilk oder sogar Idle Hands (inzwischen übrigens Unto Others) vermuten würde. Funktioniert aber wirklich hervorragend - wegen mir könnten sie diese Richtung gerne weiter erforschen. Der Rest des Longplayers (Spielzeit ziemlich genau eine Stunde) klingt eher gewohnt. Hab mir extra im Vergleich nochmal "Cult Of A Dying Sun" angehört.
Was sie verändert haben ist ein deutliches Mehr an klassischen Heavy-Metal-Riffs und Soli, die überdeutlich an die Maiden-/Priest-Schule erinnern. Und wer damit nichts anfangen kann, hat kein Metal-Heart und braucht gar nicht mehr weiter zu lesen.
Ansonsten bleibt der Sound überwiegend schwarz und schnell und der Gesang durchgängig harsch und extrem, auch wenn das Riffing inzwischen oftmals etwas räumlicher und offener wirkt. Eine sehr positive Entwicklung hin zu etwas mehr "eigenem Gesicht" könnte man also sagen.
Der Rausschmeißer `Between Two Worlds` krönt die Platte, nach über zehn Minuten, mit einem traumhaften Gitarrenthema. Hier haben die Jungs um Bandboss Jake Superchi (den Gag mit dem Wintersportler spar ich mir jetzt) ihr eigenes `Waters Of Ain` oder `The Anti-Kosmik Magick` komponiert. Well Done!
Besonderes Augenmerk sollte man noch auf die Lyrics von `No Place Here` legen. Selten habe ich eine treffendere Abrechnung mit dem "Mensch-sein" gelesen. Wahnsinn! Wäre der Text nicht so verdammt lang - ich würde ihn mir irgendwohin tätowieren lassen.

geschrieben für DARK STEEL ZINE.

Punkte: 9 / 10


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