iheardeadpeople

iheardeadpeople
Registriert seit: 17.04.2010

Zum Verkauf 13 Eingetragen 2157
Bewertungen: 385 Reviews: 76
Genres: Blues, Comedy, Country, Hardcore, Hörspiel/Hörbuch, Klassik, Metal, Pop, Punk, Rock, Singer/Songwriter/Liedermacher, Sonstiges, Volksmusik/Folklore, World Music
Bewertungsverteilung von iheardeadpeople
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
0 1 1 2 1 1 3 9 5 12 12 19 22 48 37 37 49 58 39 29

0.5: 0% (0x)

1.0: 1.7241379310345% (1x)

1.5: 1.7241379310345% (1x)

2.0: 3.448275862069% (2x)

2.5: 1.7241379310345% (1x)

3.0: 1.7241379310345% (1x)

3.5: 5.1724137931034% (3x)

4.0: 15.51724137931% (9x)

4.5: 8.6206896551724% (5x)

5.0: 20.689655172414% (12x)

5.5: 20.689655172414% (12x)

6.0: 32.758620689655% (19x)

6.5: 37.931034482759% (22x)

7.0: 82.758620689655% (48x)

7.5: 63.793103448276% (37x)

8.0: 63.793103448276% (37x)

8.5: 84.48275862069% (49x)

9.0: 100% (58x)

9.5: 67.241379310345% (39x)

10.0: 50% (29x)

Die letzten Bewertungen
4.5 für Lou Reed: Sally Can't Dance (1974) (01.12.2016 17:21)
8.5 für Lou Reed: Transformer (1972) (01.12.2016 17:20)
9.0 für Max Richter: Blue Notebooks, The (2004) (01.11.2016 19:16)
7.0 für Nils Frahm: Bells, The (2009) (01.11.2016 19:15)
7.5 für Ghost: Popestar (2016) (01.11.2016 19:14)
7.0 für Sleaford Mods: T.C.R. (2016) (01.11.2016 19:14)
9.5 für Sleaford Mods: Divide And Exit (2014) (01.11.2016 19:11)
Insgesamt 385 Bewertungen vorhanden. Alle anzeigen
Die letzten Reviews

01.12.2016 17:17 - Wild Billy Childish & CTMF: Ich Lieber Dich (2013)

7.5 / 10
"Knarz, bum, bum, schrammel, schrammel, knarz..." Instrumentell beginnt seit jeher so oder zumindest so ähnlich ein jeder Billy Childish-Song... Die gesunde Basis des Ganzen, quasi... Und so erfindet er auch auf "Ich Lieber Dich" das Rad nicht neu, das war auf der gefühlt 961. Vinyl-Veröffentlichung des englischen Spitzbartträgers aber auch nicht anders zu erwarten... Wo Childish drauf steht, ist eben immer auch Childish drin... Entgegen dem Üblichen ist hier allerdings neu bzw. anders, dass ein Song komplett in deutscher Sprache dargeboten- und der Zweite rein instrumental an den Mann/die Frau gebracht wird... Ansonsten verfahren die Krachmacher natürlich nach bewährtem Schema F! Im orthographischen Glanzlicht "Ich Lieber Dich" etwa, bei dem ich zwar auch nach zigfachem Hören nicht hundertprozentig ermitteln konnte, wie der Hase hier textlich läuft: Bis auf die Passagen "Ich liebe(r) Dich", "Haben Sie Kleingeld?!", "Darf ich bezahlen?!" und "Großkanzler der Zukunft" (oder so) habe ich nämlich tatsächlich gleich Null verstanden... Akustisch wie inhaltlich! Gefallen tut es trotzdem: Es bollert, es ist laut, es rumpelt, fiept und faucht aus jeder Rille und hat Alles was es braucht, um geflissentlich Rabatz zu machen - that's punk! Die B-Seite beheimatet das bereits erwähnte Instrumentalstück, welches den Namen "ME-242" trägt und offensichtlich genauso klingt, wie die Messerschmidt Me 262, genannt Schwalbe, ihrerzeit am Himmel war: Beunruhigend und bedrohlich! Und die wiegende Innigkeit dieses Flirrens wirkt sogar so gut, dass mir beim Hören Szenen von frühen Luftkämpfen durch den Kopf spuken... Durchaus ein hohes Qualitätsmerkmal, wenn Musik auf diese Weise Bilder entstehen lässt! Nun: Billy Childish ist und bleibt einfach der mit weitem Abstand souveränste Garagen-Rocker und ganz nebenbei auch der coolste Schnauzbartträger seit Salvador Dali, David Niven und Frida Kahlo... Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.11.2016 19:11 - Sleaford Mods: Divide And Exit (2014)

9.5 / 10
Geht gut los, die Scheibe... Schon in den ersten von insgesamt 14 Runden auf "Divide And Exit", verteilen die Mods ein paar mächtige Koma-Schellen, die einem ordentlich die Murmel kantig zimmern... Bäääm! Sleaford Mods, das ist schließlich immer auch die laute und trotzige Stimme der Unzufriedenen! Da sind zum Einen Andrew Fearn's basslastige, blecherne Maschinenbeats, welche durch Mark, Bein und sicher grade auch durch die Wand zur Nachbarwohnung gehen... "Hallo auch!" Zum Anderen Jason Williamson's giftige Spoken Word-Performance und motzige Rap-Parts, mit denen er (sprach)"gesanglich" beispielsweise im großartigen "Tiswas" sogar so etwas wie eine Melodie erkennen läßt... Das geht beides großartig ineinander über und paßt wie Grillwurst und Büchsenbier, die Faust auf's Auge und Arsch auf Eimer... Dazu ein ganz feiner Humor und dieser leichte Underground-Flair, der wohl auch durch die teilweise charmant-räudige Abmischung der Platte am Leben gehalten wird... Rotzig, aber dennoch wie aus einem Guss! Textlich eskaliert das Ganze im Sekundentakt! Rüpelhaft, vulgär, rabiat und hasserfüllt... Klaus Kinski's Ausraster wirken streckenweise wie sanfte Meditationsmusik dagegen... Vorgetragen in feinstem East-Midlands-Slang, wirkt Jason Williamson wie einer dieser giftig-aggressiven Hunde, die beim Spazierengehen im Park einfach Alles und Jeden ankläffen und -knurren... Doch wo das bei den meisten Leinenpöblern eher ein Ausdruck von Unsicherheit ist (Hunde, die bellen, beißen schließlich nicht!), würde Kodderschnauze Williamson, beim Versuch beruhigend auf ihn einzuwirken, wohl eher noch nach einem schnappen... Aber wer weiß, vielleicht will der ja auch nur spielen?! Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.10.2016 22:38 - Joanna Newsom: Joanna Newsom & The Ys Street Band (2007)

10.0 / 10
Eine bildhafte, fantasievolle Klangreise der New-/ Freak Folk-Avantgardistin, die jenseits der Realität klingt... Inspiriert durch eine Legende, welche man sich vorrangig an der schottischen Nordküste-, aber auch in Teilen Irlands und den Färöer-Inseln erzählt, zeichnet Joanna Newsom im Opener "Colleen" die Geschichte einer Selkie-Frau - einer Robbe, die des Nachts an Land geht und sich in einen Menschen verwandelt, indem sie ihre Seehundhaut und ihr Fell abstreift... Entstanden ist dabei ein von vorne bis hinten faszinierender Song mit kongenialem Aufbau und majestätischen Arrangements - beginnend mit einem sich langsam erhebenden- und im weiteren Verlauf immer sprunghafter werdenden Fußstampfbeat und einer Herzblut-Musikerin, die sich mit der Hingabe eines Miniaturenmalers an Details zusehends die Seele aus dem Leib harfiniert... Unvergleichlich eigentümlich! Was sich so freilich auch über die beiden Folgetitel dieser EP (und eigentlich Alles, was die Kalifornierin in den letzten rund 15 Jahren veröffentlicht hat) sagen ließe... Da wäre zum Einen "Clam, Crab, Cockle, Cowrie", das in seiner Urform schon im Jahre 2004 auf ihrem Debüt-Album "The Milk-Eyed Mender" zu finden war und im Gegensatz zur Erstfassung, mit einer zweiten Gesangsstimme, sowie Drum- und Percussion-Einlagen des Bill Callahan-Trommlers Neal Morgan "aufgefrischt" daherkommt... Zum Anderen das berührende und zum Weinen schöne "Cosmia", welches mit seinen dreizehneinhalb Minuten die komplette B-Seite umspannt... In abgespeckterer Form schon auf dem 2006er-Album "Ys", welches nebenbei erwähnt zu den bedeutendsten Alben des letzten Jahrzehnts gehört, verarbeitet Joanna Newsom den Tod der besten Freundin... Ergreifend, höchst intim, spirituell, von allergrößter Strahlkraft, einem wundervollen Chorus und durch seinen zwischenzeitlichen Jam-Charakter sogar leicht ins psychedelische abdriftend... Fürwahr, das ist ganz großes musikalisches Gänsehaut-Kino für die stilleren Momente! Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.09.2016 19:27 - Seedy Jeezus: Seedy Jeezus (2014)

9.5 / 10
All praise to you, Seedy Jeezus! In you we have redemption... Seedy Jeezus, das sind Trommler Mark Sibson, Basser Paul Crick, sowie Sänger und Gitarrist Lex Waterreus, der seine Klampfe auf dem selbstbetitelten Debüt so unglaublich unter Dampf setzt, als gäbe es kein Morgen... Stilistisch geht das Ganze schnurstracks und ohne große Umwege in Richtung Heavy Psych/Stoner Rock... Dass die Australier dabei ansteckende Intensität und ungestüme Dynamik beinahe lässig mit spielerischer Akribie und einem stetig groovenden Drive verbinden, begeistert nicht nur ungemein, sondern liefert - und das ist für ein Debüt bemerkenswert und umso erstaunlicher - fast ausnahmslos bestechende Highlights, die allesamt mehr Biss haben als ein kleiner, giftiger Zwergpinscher! Schon in "Shakin' The Fuse" mutieren Seedy Jeezus zu Speedy Jeezus und lassen spätestens mit "Wormhole", "Universal Overdrive" und "Pick Up" in feinster Manier und dank brachialer Gitarrenläufe kräftig die Nackenmuskulatur durchrühren und gewaltige Feuersbrünste entstehen, die einfach alles niederbrennen... Hallelujah, hallelujah! Etwas geschmeidiger geht es im herrlich verspielten "How Ya Doin'" zu - für mich ohne jeden Zweifel das viertelstündige Sahnestück des Albums - beginnend mit Black Sabbath-Reminiszenz, im Vergleich fast schon kontemplativen Gesang, einem chillig-smoothen Soundgeflecht, hemmungslos ausufernden Gitarrensoli und einem wahnsinnig gekonnten Schlenker Richtung Space Rock nach dem ersten Drittel... Spätestens hier haben mich dieser Song und der von Tony Reed (Mos Generator) angepeitschte Taurus Moog-Synthesizer vollends in ihren Bann gezogen! Ist aber auch einfach ein geiler und umtriebiger Tüpp, dieser Tony Reed, der hier gastweise aus dem Trio ein Quartett werden lässt... In die Spur finden die Vier dann nach einer gefühlten Unendlichkeit (Gott, kann die schön sein...) von knapp dreieinhalb Minuten mit energetischen, beinahe Hard-Rock-artigen Riffs, welche einen zwangsläufig die eben noch aufgehoben geglaubte Schwerkraft und die Gesetze der Zeit wieder spüren lassen... Genreübergreifend sicher eine der besten Entdeckungen der letzten 2, 3 Jahre für mich... ...und grade in den letzten Wochen und Monaten wieder würdiger Dauergast auf meinem Plattenspieler! Amen! Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.08.2016 19:38 - The Cosmic Dead: Rainbowhead (2016)

9.0 / 10
The Cosmic Dead - das ist Schottlands Beitrag zur bemannten Raumfahrt... Und in jener Funktion kreisen sie bereits seit Anfang des Jahres 2010 im Orbit, immerwährend mit dem Ziel, Hawkwind's Erbe in den interstellaren Raum und fremde Sonnensysteme zu tragen... Als Energiequelle dient dem Raumfahrer-Quartett dabei neben typischen Solarpanels, einer Radionuklidbatterie und einem Bündel Weed, allen voran die Musik! Und in jenen Momenten, in denen die vier Weltraumfahrer auf ihrem interstellaren Langzeitflug die schützende Hülle ihres Raumschiffs zum Außenbordeinsatz verlassen, wie etwa jüngst auf ihrer Welt(raum)tournee, gekleidet in wohltemperierten Raumanzügen und begleitet von einem handelsüblichen Werkzeugset - bestehend aus Gitarre, Bass, Drums und Synthesizer - kann man sie sogar hier unten spüren - diese Energie... Musik als pure Seelennahrung! Wie auch immer man diese nun be- oder umschreiben möchte - trippy, spacy, psychedelisch, experimentell, krautig, alternativ oder als Konglomerat all dessen... Auf "Rainbowhead" finden sich nun die zuletzt empfangenen Signale von da oben... Högschd kompliziert eingefangen und später in Wachs gegossen! Grade die effektvolle A-Seite mit "Human Sausage / Skye Burial / Inner C" stimuliert und beflügelt dabei in kaum wiederzugebender Weise... Virtuosität und nahezu unbegrenzte Kreativität soweit das Resthirn reicht! Expressionistisch, unvorhersehbar, ausgefeilt - ein Instrumentalspiel, welches sehr differenziert Gefühle jeglicher Kulör hervorruft! Welch unerschöpfliche Quelle der Inspiration, die wieder und wieder dazu einlädt, zum besten Satz Kopfhörer zu greifen, die Augen zu schließen, Hüfte, Arme und den Schulter-Nacken-Bereich locker mitzubewegen und sich in ihr zu verlieren... Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.07.2016 20:16 - Radiohead: Moon Shaped Pool, A (2016)

8.5 / 10
Wahnsinn, Radiohead kann nun auch schon auf eine über 30 jährige Bandgeschichte zurückblicken - anfangs noch unter dem Namen On a Friday, kam einige Jahre danach die Umbenennung in Radiohead, was eine Dekade später darin gipfelte, gegen Mitte/Ende der 90er-Jahre und um die Jahrtausendwende herum Alben für die Ewigkeit kreiert zu haben... Wenngleich sie seitdem nur alle Jubeljahre mal ein neues Album veröffentlichen, galten jene bzw. gilt (was auch für alle zukünftigen Alben die da noch kommen mögen zutrifft) zumindest für mich als absolute Pflichtkäufe... Und so wurde auch A Moon Shaped Pool frühzeitig (und ohne je einen Ton davon gehört zu haben) vorbestellt - die Limited Edition auf schneeweißem Vinyl sollte es sein, welche wohl übrigens in einer besonders dünn gesäten Auflage von 9.000 Stück in den Handel kam... Die Blaue Mauritius ist also quasi ein Dreck dagegen! Aber zum Wesentlichen: Auch wenn sich schwerlich behaupten ließe, die Band sei auf einen bestimmten Stil oder Sound festgelegt, ist das mit Radiohead doch ein bisschen wie mit Sex - im Kern immer dasselbe, aber doch immer anders und zumeist großartig... Und so finden sie mit ihrem Hang zur Virtuosität auch auf "A Moon Shaped Pool" genau den richtigen Groove, die richtige Geschwindigkeit und das richtige Temperament, der mich dem Album letztlich doch wieder untertan sein lässt... Aber dass das so kommen würde, war ja eigentlich ähnlich sicher wie seit jeher die Bank von England, die Armen vor der Kirche oder die vorzeitige Abreise der Three Lions nach Grottenkick bei Fußball-Großereignissen... Im Gegensatz zu ihren früheren Alben klingen die Mannen um Leadsänger Thom Yorke hier ein Stück weit reduzierter, direkter und in gewisser Weise ehrlicher, sodass beinahe (im wahrsten Wortsinne) spielend immer wieder emotionale Höhepunkte geschaffen werden... Man muss es den Musikern schon hoch anrechnen, dass sie nach so vielen Jahren im Musik-Business noch immer in der Lage sind, so leidenschaftlich zu klingen! Ein weiterer Pluspunkt und auch vom Üblichen eher abweichend: Wenngleich es keinen dieser Übersongs auf "A Moon Shaped Pool" gibt, gibt es nach meinem Dafürhalten wiederum auch keinen einzigen schwachen Song auf dem Album - oder solche, die nur als Lückenfüller agieren, um das Album quantitativ auszustaffieren... Es gibt demnach also wieder mal keinen Grund, die Scheibe wegen Nichtgefallens unter den Schlagwörtern "ultra rare" und "out of print" bei ebay zu verhökern, was ob der oben erwähnten Limitierung natürlich nahe gelegen- und den Rubel sicher rollen lassen hätte... #gnihihi Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.06.2016 19:23 - Anna von Hausswolff: Track Of Time (2010)

10.0 / 10
Eine Liebeserklärung ans Vinyl, ... ...fing doch u.a mit Anna von Hausswolff's "Track of Time" alles (wieder) an! Und so zählt dieser Doppel-Siebenzöller seit Jahren zu meinen ganz besonderen Schätzen... Eben nicht nur weil mir die Musik wohlige Schauer über den Ranzen jagt (dazu später etwas mehr), auch nicht wegen der dreistelligen Euro-Beträge, die mittlerweile für die auf 500 Einheiten limitierten Scheiben aufgerufen werden oder weil die gute Anna im DIY-Stil beim Herstellen der Umverpackung in jenen Tagen nimmermüde und schneidig mitgebastelt hatte - nein, vor allem weil sie Bestandteil meiner ersten Kning Disk-Vinyllieferung war... Deshalb so "bedeutsam", da das (und Schweden-Label Kning Disk mit seinen liebevoll gestalteten Veröffentlichungen im Besonderen) letztlich meinen Umstieg von CD zu Vinyl lostreten und eskalieren ließ... Aber bevor ich mich thematisch noch weiter verlaufe, noch mal kurz zum Wesentlichen, denn selten war Trostlosigkeit so schön verpackt! Ein Piano, eine Orgel, Daniel Ögren's gefällige Gitarren-Begleitung, sanfte Melancholie, süße Schwermut und eine Alles einnehmende Stimme dienen dabei als tragende Wände dieser sensiblen, von Dunkelheit umwehten Songbauten und der fortwährenden Tristesse - der mal mehr, mal weniger stillen Verzweiflung... Schon irre, wie es Anna von Hausswolff grade im titelgebenden "Track of Time" und "Pills" gelingt, mit tiefgehenden Worten und sanfter Musik dermaßen viel Raum und noch mehr Gefühl zu schaffen... Die von ihr selbst gewählte Kategorisierung "Drama-Pop" paßt da schon, irgendwie! Und dass sie diese Doppel-Single auch noch mit dem vom ungarischen Pianisten Rezso Seress komponierten "Gloomy Sunday" (und der vielleicht besten Interpretation dieses "Liedes der Selbstmörder" seit Billie Holiday) schließt, setzt dem Gesamten nur noch das allseits bekannte schmucke Krönchen auf... Schaurig schön und mit einer magischen Anziehungskraft, die auch dann nicht loslässt, nachdem der letzte Ton längst verhallt ist... Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.05.2016 18:54 - Tinariwen: Imidiwan: Companions (2009)

9.5 / 10
Mit ihrer Mixtur aus traditionellen Elementen der Tuareg-Musik, in enger Verzahnung mit progressivem westafrikanischen Wüstensound und zeitgenössischen westlichen Charakteristika aus Blues und Rock, finden Tinariwen eine eigene musikalische Sprache - tiefgründig, variationsreich, spannend und stets authentisch! Und so geht der Ruf der einst in einem libyschen Rebellen-Camp gegründeten Tuareg-Bluesrocker ja schon seit vielen Jahren weit über die Grenzen der Sahara hinaus... Leider ist mein Schultamascheq mittlerweile etwas eingerostet, sodass ich im Normalfall leider so gar keine Ahnung hätte, von was die Herrschaften um Bandgründer Ibrahim Ag Alhabib da singen... Gut für mich, dass meiner LP-Ausgabe von "Imidiwan: Companions" ein Textblatt beilag, nebst englischer Übersetzung der darauf zu findenden Songs... Aber selbst wenn dem nicht so wäre - völlig wumpe - allein die Stimmungen und die Emotionen die die oftmals temporeichen Klänge wecken, sind einzigartig und machen ihre Musik universell... Ob es nun das von flirrenden Gitarren umgarnte "Lulla", das von einem melodisch-perkussiven Zauberreigen getragene "Imazeghen N Adagh" oder die von rhythmischen Treibkräften bestimmten "Tahult In" oder "Intitlayaghen" sind, es ist so greifbar und nicht zu überhören, wie Tinariwen in jeder Note, in jeder Zeile und Regung so überzeugend wie fesselnd ihre ehrliche Hingabe zur Musik zelebrieren... Fürwahr, ein auditiver Wahnsinn! Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.04.2016 14:38 - Living Colour: Vivid (1988)

7.0 / 10
Donnerwetter! Dieser Opener... "Cult Of Personality" - bockstarkes Riff, griffige Hookline und im hinteren Drittel ein Gitarrensolo (Vernon Reid!) zum Dahinknien und Niederschmelzen... Quasi die idealen Zutaten zum perfekten Song! Und dieser hier ist gewiss so einer - einer von der Marke "allererste Kajüte!"... Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch einer von denen, die mir mir auch in fünfzehn, zwanzig, dreißig Jahren noch mit gleicher Wirkung die Synapsen dirigieren werden! Ob ich meinen Walkman dann auch mit weiteren Vivid-Songs bestücken werde?! Wohl eher nicht, würde ich schier draufgängerisch behaupten... Nun, mit "Middle Man", dem Talking Heads' Song "Memories Can't Wait" und "Open Letter (To A Landlord)" finden sich zwar noch weitere Ohrenschmeichler auf "Vivid", aber eben auch nichts, was nur annähernd an die musikalische Klasse von "Cult Of Personality" heranreichen könnte... Und mit "Glamour Boys" z.B. lassen sich obendrein auch noch zwei, drei "Stinker" finden... Dennoch: Für die paar Kröten, für die sich das Album vielerorts aufgabeln lässt, kann man beim Eintüten nicht sonderlich viel falsch machen... Musikalisch verorten läßt sich das Album nur mühevoll, was für einen (in diesem Fall) interessanten Genre-Mix spricht: Alternative Rock, Hard Rock, Funk Metal, unterfüttert mit feinen Spritzern aus dem Gospel-, Reggae- und Rap-Bereich - teils balladesk ("Open Letter"), teils old school rhythm & bluesig ("Broken Hearts"), dann wieder funkig ("What's Your Favorite Color?") und mit zum Teil wirklich hervorragenden, sozialkritischen Texten... Oder kurz: Politischer Crossover, um soeben niedergeschriebene Auswüchse letztlich irgendwie einzufangen und einzugrenzen! Danke für's Zulesen! [Review lesen]

01.03.2016 19:38 - Death Alley: Motorhead (2016)

9.0 / 10
"Motorhead" war der letzte Song, den der spätere Motörhead-Chefideologe Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister einst für Hawkwind schrieb, bevor er Mitte des Jahres 1975 von seinen Bandkollegen in die Wüste geschickt wurde... "On top" diente er letztlich auch als Namensgeber für seine Folgeband - plus des Tremas über dem zweiten o natürlich, einfach weil es fieser aussah, deutscher eben... Der Rest ist Geschichte! Könnte es da also wirklich noch einen geeigneteren Tribute-Song geben - einen, mit dem sich Lemmy und seine Mitstreiter tatsächlich noch angemessener huldigen ließen?! Ich meine, nein! Und das dürften die Amsterdamer Vollblutmusiker von Death Alley ähnlich sehen und servieren mit dieser 7"-Single groovig-rotzigen Retro-Rock’n’Roll, mit einem Hauch Psychedelic Rock und angepeitscht von unbändiger Leidenschaft! Ihre Interpretation dieses Klassikers ist, kurz gesagt, einfach großartig - es hat die nötige Intensität, bewahrt sich eine gewisse Krudität und ist ebenso expressiv wie kompromisslos... In Penelope Spheeris' Dokumentarfilm "The Decline of Western Civilization Part II: The Metal Years" erklärte Lemmy Rock'n'Roll mal in etwa so: “It’s fast and it’s aggressive and it’s rebellious and their parents hate it, which has always been the mark of good Rock'n'Roll - if your parents don’t like it, then it’s good..." Nun, ich bin mir sicher, meine Eltern (Sie "singt" gerne bei Rod Stewart mit / Er bei Torfrock...) fänden die Nummer ziemlich nervtötend und unter aller Kanone... Daher kann sie so schlecht also tatsächlich nicht sein! Einziger Wermutstropfen: Die Aufsplittung dieser gut achteinhalbminütigen Abrissbirne in Part 1 (A-Seite) & Part 2 (B-Seite) - klar, mehr gibt die Spielzeit pro Seite nicht her, ganz glücklich wirkt die Teilung letztlich dennoch nicht... Nichts­des­to­trotz: Wen das nicht stört, der fühle sich bitte sanft in Richtung der Death Alley-Webpräsenz geschupst... Ursprünglich nur auf der letztjährigen Tour zu erstehen, lässt sich besagte 7"-Single nämlich mittlerweile auch über den bandeigenen Online-Shop erstehen... Achtung, fertig, los! Danke für's Zulesen! [Review lesen]

Insgesamt 76 Reviews vorhanden. Alle anzeigen