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#101 29.09.2016 14:08:10

Torrente
Elbphilharmoniker
Ort: Hammonia
Registriert: 13.02.2013
Beiträge: 4.258

Re: Eingabe von Klassik

Roman69 schrieb:

Es laufen jetzt Threads zur Eingabe von Albumtiteln und zur Darstellung von Serien. Welche Aspekte gibt es noch, die geregelt werden sollten?
Mir ist nach wie vor das Thema Zwischenüberschriften wichtig, aber das läuft seit geraumer Zeit (weil es nicht nur Klassik betrifft) im Kapitel Verbesserungsvorschläge.

- Zwischenüberschriften wie bei discogs sind meines Erachtens für die exakte und übersichtliche Darstellung zyklischer Kompositionen in Tracklisten unerlässlich. Die Umsetzung per Programmierung sollte priorisiert und somit bei Elric forciert werden.

- Es fehlt eine Beschreibung für den Sachverhalt, dass die x-te Neueinspielung von Beethovens Neunter nicht in einer neuen AE einzutragen ist, sondern dass sämtliche Beethoven-IX unter einer AE versammelt sind, unabhängig vom Interpret oder Aufnahmedatum. Mit anderen Worten: Die "Albumebene" ist in der Klassik eine "Werk-Ebene". Konsequent weitergedacht sind Splits in der Klassik immer Compilations, und Werksammlungen immer Bundles. (Wobei ich z.B. Beethovens 6 Streichquartette op. 18 immer als EIN zyklisches Werk ansehen würde, ebenso Bachs 6 Brandenburgische. Sie wären unter Album einzusortieren.)

- Eingabe von Komponistennamen: Eine Beschreibung, aus welcher Quelle sich die korrekte MS-Schreibweise speist, wäre mal dran. Insbesondere bei russischen und slawischen Namen werden immer wieder englische Transliterationen eingetragen und Dubletten erzeugt.

- Split oder Sampler? In der Klassik ist die starre Regelung von max. 2-3 Künstlern für Splits nicht praktikabel. Vielmehr ist das verbindende Element maßgebend für die Entscheidung: Interpret => Sampler // Werke => Split. Eine genauere Definitionsbeschreibung würde manche Diskussion entschärfen helfen, denn so einfach wie oben dargestellt ist es leider nicht!

- Livealben: Macht in der Klassik eine Unterteilung in Studio und Live sowie in Audio und Video überhaupt Sinn? Ich meine nein. Zumindest in der Künstler-Diskografie sollte auf die Kategorien Live und Video verzichtet werden.

------------------------

Zwar nicht in Regeln gefasst, aber diskutiert (und ggf. programmtechnisch umgesetzt) werden müssten folgende Aspekte:

- Die vorhandenen Klassik-Subgenres sind unvollständig. Zudem vermischen sie Besetzungsangaben ("Chor"), Epochen ("Neoklassik") und Gattungen ("Sinfonie", "Oper" etc.) miteinander. Mir schwebt nach einem Vorschlag von "buechele" die Einführung einer getrennten, "dreispaltigen" Kategorisierung vor, wobei es dem Eintragenden überlassen bleibt, welche er nutzt: A - nach Epoche / B - nach Gattung / C- nach Besetzung.

- Die hitzigsten Diskussionen gab es in der Vergangenheit um Ausnahmen bei "Klassik-Interpretenalben", obwohl die bestehende Regel eigentlich keine Fehlinterpretation zulässt. Dennoch ist eine Ansammlung gigantischen Ausmaßes regelwidriger Interpretenalben entstanden, insbesondere bei Opernsängern. Man schaue sich nur mal die komponierten Werkkataloge von Frau Callas und Herrn Caruso an... big_smile Was soll damit geschehen? Das Aufspüren der Altlasten ist schwierig und die Korrektur extrem zeitaufwendig.


La strada al completamento non finirà mai: tesoro d'argento mio e valori altri.

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#102 30.09.2016 12:08:25

spliffdoc
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Beiträge: 8.860

Re: Eingabe von Klassik

- Livealben: Macht in der Klassik eine Unterteilung in Studio und Live sinn?.

ja, durchaus. live bedeutet für mich dass publikum und geklatsche zu hören ist.
nicht live bedeutet dass (egal wo aufgezeichnet wurde) kein publikum zu hören ist.
ich kenne einige leute die keine live sachen wollen weil sie das geklatsche etc. nervt.
klar, rein technisch betrachtet ist jedes klassikalbum live eingespielt.
aber als unterscheidungsmerkmal finde ich die live angabe doch sehr wichtig...

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#103 30.09.2016 13:52:25

prankowski666
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Re: Eingabe von Klassik

spliffdoc schrieb:

aber als unterscheidungsmerkmal finde ich die live angabe doch sehr wichtig...

Im Tonträger-Datensatz / Tracklist: auf jeden Fall!

In der Albenebene bzw. der Künstlerdiskografie halte ich das allerdings unter den derzeit gegebenen Bedingungen für überflüssig, wenn nicht verwirrend...

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#104 30.09.2016 14:04:31

Torrente
Elbphilharmoniker
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Beiträge: 4.258

Re: Eingabe von Klassik

spliffdoc schrieb:

live bedeutet für mich dass publikum und geklatsche zu hören ist.
nicht live bedeutet dass (egal wo aufgezeichnet wurde) kein publikum zu hören ist.
ich kenne einige leute die keine live sachen wollen weil sie das geklatsche etc. nervt.

Applaus auf Klassik-Tonträgern ist mir persönlich egal, er stört mich nicht. Aber ich höre gerne als "Konzertmitschnitt gekennzeichnete" klassische Live-Alben, weil aus ihnen -- im Vergleich zu den abgeklärten, sterilen und nahezu taktweise in Aufnahme-Takes zerstückelten Studioaufnahmen -- oft noch ein Hauch von Unmittelbarkeit hörbar und spürbar bleibt. Die Innenspannung ist oft ungleich stärker, viele Musiker spielen in Konzerten eher mal auf Risiko zugunsten eines spannenderen und dynamischeren Erlebnisses. Doch auch auf Konzertmitschnitten wird immer mehr getrickst und geschnippelt.

spliffdoc schrieb:

klar, rein technisch betrachtet ist jedes klassikalbum live eingespielt.

Das Gegenteil ist der Fall: Rein technisch betrachtet ist nahezu jeder Klassik-Livemitschnitt nachträglich geschnitten und aus mehreren Konzertabenden und Generalproben zusammengesetzt, wenngleich nicht so exzessiv wie bei Studioaufnahmen. Rein technisch betrachtet ist bei 95% aller (aktuellen) Konzertmitschnitte keine "Live"-Kennzeichnung gerechtfertigt, weil sie ohne entsprechenden Coveraufdruck nicht ohne weiteres als solche erkennbar wären. Selbst der Schlussapplaus fehlt meistens.

spliffdoc schrieb:
Torrente schrieb:

- Livealben: Macht in der Klassik eine Unterteilung in Studio und Live sinn?

... als unterscheidungsmerkmal finde ich die live angabe doch sehr wichtig...

Die Unterscheidung soll m.E. ja auch nicht komplett unter den Tisch fallen. Ein Album, auf dem Applaus oder andere, unzweifelhaft dem Liveeindruck zuzuschreibende Nebengeräusche hörbar sind, sollte auch weiterhin auf Tonträgerebene und in der Tracklist mit der Besonderheit "Live" gekennzeichnet sein. Aber:

Erstens halte ich es innerhalb der Künstlerdiskografie aus den oben skizzierten Gründen nicht für sinnvoll, eine kategorische Trennung nach Live und Studio vorzunehmen. Wichtiger wäre doch, dass alle Aufnahmen eines Werkes schnell auffindbar in einer Albumebene zusammen stehen. Bei Bedarf sind die Live-Tonträger dennoch schnell filterbar.
Zweitens sind solche Tonträger zahlenmäßig vernachlässigbar gering. Was bringt es, überspitzt formuliert, wenn ich Beethovens Neunte 150mal unter den Alben finde und dann noch etwa 5mal unter Live?


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#105 30.09.2016 20:18:33

spliffdoc
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Beiträge: 8.860

Re: Eingabe von Klassik

prankowski666 schrieb:

In der Albenebene bzw. der Künstlerdiskografie halte ich das allerdings unter den derzeit gegebenen Bedingungen für überflüssig, wenn nicht verwirrend...

Torrente schrieb:

Erstens halte ich es innerhalb der Künstlerdiskografie aus den oben skizzierten Gründen nicht für sinnvoll, eine kategorische Trennung nach Live und Studio vorzunehmen. Wichtiger wäre doch, dass alle Aufnahmen eines Werkes schnell auffindbar in einer Albumebene zusammen stehen. Bei Bedarf sind die Live-Tonträger dennoch schnell filterbar.
Zweitens sind solche Tonträger zahlenmäßig vernachlässigbar gering. Was bringt es, überspitzt formuliert, wenn ich Beethovens Neunte 150mal unter den Alben finde und dann noch etwa 5mal unter Live?

so rum betrachtet habt ihr beide natürlich recht. ich schliesse mich dem an smile

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#106 02.10.2016 02:47:07

Roman69
Mitglied
Ort: Kiel
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Beiträge: 936

Re: Eingabe von Klassik

Torrente schrieb:
Roman69 schrieb:

Welche Aspekte gibt es noch, die geregelt werden sollten?

- Zwischenüberschriften wie bei discogs sind meines Erachtens für die exakte und übersichtliche Darstellung zyklischer Kompositionen in Tracklisten unerlässlich. Die Umsetzung per Programmierung sollte priorisiert und somit bei Elric forciert werden.

- Es fehlt eine Beschreibung für den Sachverhalt, dass die x-te Neueinspielung von Beethovens Neunter nicht in einer neuen AE einzutragen ist, sondern dass sämtliche Beethoven-IX unter einer AE versammelt sind, unabhängig vom Interpret oder Aufnahmedatum. Mit anderen Worten: Die "Albumebene" ist in der Klassik eine "Werk-Ebene". Konsequent weitergedacht sind Splits in der Klassik immer Compilations, und Werksammlungen immer Bundles. (Wobei ich z.B. Beethovens 6 Streichquartette op. 18 immer als EIN zyklisches Werk ansehen würde, ebenso Bachs 6 Brandenburgische. Sie wären unter Album einzusortieren.)

- Eingabe von Komponistennamen: Eine Beschreibung, aus welcher Quelle sich die korrekte MS-Schreibweise speist, wäre mal dran. Insbesondere bei russischen und slawischen Namen werden immer wieder englische Transliterationen eingetragen und Dubletten erzeugt.

- Split oder Sampler? In der Klassik ist die starre Regelung von max. 2-3 Künstlern für Splits nicht praktikabel. Vielmehr ist das verbindende Element maßgebend für die Entscheidung: Interpret => Sampler // Werke => Split. Eine genauere Definitionsbeschreibung würde manche Diskussion entschärfen helfen, denn so einfach wie oben dargestellt ist es leider nicht!

- Livealben: Macht in der Klassik eine Unterteilung in Studio und Live sowie in Audio und Video überhaupt Sinn? Ich meine nein. Zumindest in der Künstler-Diskografie sollte auf die Kategorien Live und Video verzichtet werden.
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Zwar nicht in Regeln gefasst, aber diskutiert (und ggf. programmtechnisch umgesetzt) werden müssten folgende Aspekte:

- Die vorhandenen Klassik-Subgenres sind unvollständig. Zudem vermischen sie Besetzungsangaben ("Chor"), Epochen ("Neoklassik") und Gattungen ("Sinfonie", "Oper" etc.) miteinander. Mir schwebt nach einem Vorschlag von "buechele" die Einführung einer getrennten, "dreispaltigen" Kategorisierung vor, wobei es dem Eintragenden überlassen bleibt, welche er nutzt: A - nach Epoche / B - nach Gattung / C- nach Besetzung.

- Die hitzigsten Diskussionen gab es in der Vergangenheit um Ausnahmen bei "Klassik-Interpretenalben", obwohl die bestehende Regel eigentlich keine Fehlinterpretation zulässt. Dennoch ist eine Ansammlung gigantischen Ausmaßes regelwidriger Interpretenalben entstanden, insbesondere bei Opernsängern. Man schaue sich nur mal die komponierten Werkkataloge von Frau Callas und Herrn Caruso an... big_smile Was soll damit geschehen? Das Aufspüren der Altlasten ist schwierig und die Korrektur extrem zeitaufwendig.

Vielen Dank für die Zusammenfassung! Ich werde aus den einzelnen Aspekten einzelne Threads machen, um die Diskussion hier etwas besser zu strukturieren.


Hey hey, my my, Rock and Roll can never die! (Neil Young)
Das Problem der Welt ist, dass intelligente Menschen voller Zweifel und Dumme voller Selbstvertrauen sind. (Charles Bukowski)

https://www.musik-sammler.de/sammlung/roman69/

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#107 02.10.2016 12:12:45

Liv
Bluesman
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Beiträge: 3.418
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Re: Eingabe von Klassik

Gute Idee mit den verschiedenen Threads. Danke für die Mühe. smile

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#108 02.10.2016 17:52:31

Torrente
Elbphilharmoniker
Ort: Hammonia
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Re: Eingabe von Klassik

Roman69 schrieb:

Vielen Dank für die Zusammenfassung! Ich werde aus den einzelnen Aspekten einzelne Threads machen, um die Diskussion hier etwas besser zu strukturieren.

Genau so hatte ich mir das vorgestellt. smile
Danke.


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