:Wumpscut: Bone Peeler (2004) - ein Review von DarkForrest

:Wumpscut:: Bone Peeler - Cover
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1 Review
2
2 Ratings
9.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Dark Wave/Gothic: EBM, Industrial


DarkForrest
20.09.2022 16:23

Drei Jahre mussten :Wumpscut:-Fans auf ein neues Album warten, bis 2004 endlich Nachschub geliefert wurde. Und auch wenn das nicht lange klingt, sind drei Jahre für :Wumpscut:-Verhältnisse relativ lang - vor allem wenn man bedenkt, dass ab diesem Zeitpunkt für die nächsten 12 Jahre jährlich mindestens ein Album plus eine DJ-Dwarf-Single erschienen ist. Aber schließlich war es dann soweit: "DJ Dwarf Four" gab schon erstaunlich viele Einblicke in das angekündigte Album und wenig später war es dann da: "Bone Peeler" - das neue vollwertige :Wumpscut:-Album.

Auf jeden Fall merkt man direkt, dass sich einiges an Material angesammelt hat. Das Album an sich ist mit seinen 12 Songs bereits über eine Stunde lang. Wie üblich konnte man neben der normalen Version auch wieder eine umfangreiche Fanbox mit allerlei Merch bestellen und auf Wunsch gab es diesmal sogar eine Remix-CD, was zumindest damals ein kleines Novum war. Während die Remix-CD mittlerweile auf Wunsch immer direkt mit dabei ist und auch die früheren Alben einige Jahre später im Nachhinein noch eine Bonus-CD spendiert bekommen haben, war "Bone Peeler" quasi das erste Album, welches von Anfang an mit einer ganz normalen Remix-CD im Hintergrund konzipiert wurde. ("Preferential Legacy" und "Music For A German Tribe", die sich nicht auf das jeweilige Album beziehen, zähle ich hier mal nicht mit.)

Mit der Remix-CD kommt man dann zusammen sogar auf eine beeindruckende Spielzeit von gut 136 Minuten - "Bone Peeler" ist also ein ziemlicher Brocken. Noch spannender als die Länge ist hier natürlich die Frage danach, wie das alles klingt - vor allem wenn man bedenkt, dass Ratzinger sich damals noch in seiner experimentellsten Zeit befunden hat. "Boeses Junges Fleisch" liebäugelte damals mit deutschen Texten und Techno und "Wreath Of Barbs" hatte einen kalten, recht sterilen Sound und viel weibliche Unterstützung bei den Vocals. "Bone Peeler" klingt dagegen fast schon wieder traditionell, wobei ich noch nicht sagen würde, dass man hier zurück zu den Wurzeln geht. Alles in allem fällt das Album wieder etwas weniger experimentell aus, vieles klingt nach typischen :Wumpscut: der mittleren bis späten 90'er, aber gleichzeitig wirkt der Sound cleaner, die Songs melodischer und die Präsentation bombastischer als damals.

Am ehesten lässt sich das Ganze wohl noch mit "Embryodead" vergleichen - beide Alben sind gut für Einsteiger geeignet und haben eine intensivere erste Hälfte und werden gegen Ende ruhiger und atmosphärischer, wobei auf "Bone Peeler" beides weniger stark ausgeprägt ist. Wirklich schnelle oder laute Songs sucht ihr hier genauso vergebens wie reine Dark-Ambient-Songs. Deshalb überrascht es auch nicht, dass das Meiste auf "Bone Peeler" im mittleren Tempo abläuft. Kleinere Samples aus Filmen und anderen Medien werden ja bei :Wumpscut: oder generell in dem Genre immer mal wieder eingesetzt, um die Songs zu garnieren. Hier ist das aber schon sehr stark ausgeprägt. Derartige Samples kommen auf diesem Album nicht nur oft vor, sondern wurden auch erstaunlich gut in die Musik integriert.

Das hören wir schon direkt beim ersten Track "Crown Of Thorns", welches aber gleichzeitig auch einen etwas unspektakulären Opener darstellt. Selten fing ein :Wumpscut:-Album derart sanft an, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Allerdings reißt mich das ganze noch nicht so richtig mit. Lediglich der super melodische Refrain mit verzerrten Vocals hat mich ziemlich beeindruckt und bleibt gut im Gedächtnis hängen. Da wäre also noch ein wenig Verbesserungspotential für Remixes und davon haben wir gleich zwei. Zum einen hätten wir den Ansatz von Suicide Commando, der es auch bereits auf "DJ Dwarf Four" geschafft hat - kein Wunder, da dieser versucht, möglichst tanzbar zu sein. Das ist er auch bis zu einem gewissen Grad, allerdings erst ab der zweiten Hälfte, davor zieht er sich ein wenig. Ich mag ihn trotzdem mehr als das Original, da er von Anfang an etwas einzigartiger klingt, allerdings finde ich es schade, dass er so lange braucht, um wirklich in Gang zu kommen. Schließlich hätten wir dann noch den Remix Naked Beat und der Name ist hier echt Programm. Dieser Remix ist sehr minimalistisch: Auf Vocals wurde bis auf den Refrain verzichtet und wir haben hier neben dem nackten Beat nur die basalsten Elemente, die teilweise komplett neu arrangiert wurden. Trotzdem lässt sich das Original noch ganz gut erkennen. Nach 1-2 Anläufen, die ich gebraucht habe mich daran zu gewöhnen, ist das für mich die bevorzugte Version von "Crown Of Thorns", welches eh nicht dafür gemacht war, Wände einzureißen, aber in dieser Version einen sehr entspannten und eigenständigen Sound hat.

Mit "Just A Tenderness" zeigt "Bone Peeler" dann eben im zweiten Anlauf, dass es doch ordentlich Durchschlagskraft besitzen kann. Der Song ist angenehm düster und dreckig - auch ohne Tempo oder Härte eines "Bunkertor 7" oder "Music For A Slaughtering Tribe". Stattdessen bleibt es irgendwo sehr melodisch, was durch die extrem hypnotischen Synthlines besonders deutlich betont wird. Obwohl das Original schon großartig ist, haben sich hier gleich drei Projekte drauf gestürzt, um einen Remix daraus zu machen. Zuerst hätten wir da Nersoton - ein etwas minimalistischerer Ansatz, wenn auch nicht ganz so sehr wie bei Naked Beat. Beim ersten Mal hören konnte ich damit sehr wenig anfangen, da ich unbewusst immer wieder auf Momente aus dem Original gewartet habe, die am Ende dann nicht kamen. Nach ein paar Anläufen sind mir nach und nach aber ein paar eigenständige Merkmale aufgefallen, die für sich eine ganz nette Atmosphäre schaffen. So hätten wir zum Beispiel einen Beat, der sich wie ein Herzschlag durch den ganzen Remix zieht oder Marschgeräusche, welche dem ganzen einen eigenartigen Rhythmus und auch dem Remix eine ganz andere Ausrichtung als das Original geben.

Als nächstes wäre F/A/V dran und bei diesem Projekt erwarte ich nichts geringeres als etwas sehr verwirrendes - und ich wurde nicht enttäuscht! Alles klingt hier merkwürdig verzerrt. Die Vocals, die Synthlines und alles andere, was das Original ausgemacht hat, sind hier noch da, passen aber nicht mehr richtig zusammen. Irgendwas haut hier einfach überhaupt nicht mehr hin - als hätte man den Song lange genug angekokelt, bis er etwas angeschmolzen ist. Dazu dann noch ein paar scheinbar überhaupt nicht passende Samples und irgendwo in der Distanz ein paar Streichinstrumente. Und trotzdem: am Ende des Tages klingt es genau so wie es klingen soll und fügt sich zu einem wunderbaren Gesamtwerk, das wahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist.
Der Remix von Plastic Noise Experience ist da schon wieder deutlich entspannter. Falls ihr eine möglichst tanzbare Version von "Just A Tenderness" mit Betonung auf treibende Beats haben wollt, bekommt ihr die hier - auch noch handwerklich sehr gut zusammengebastelt von jemandem, der sein Handwerk sehr gut versteht.

"March Of The Dead" kommt dann schon wieder etwas bodenständiger daher: sehr direkt, hart und mitunter vielleicht etwas stumpf, aber durchaus effektiv. Hier wird ohne Kompromisse nach vorne marschiert und auch wenn der Song etwas Variation vermissen lässt, haut er gut genug rein, um einem ganz gut die Zeit zu vertreiben. Vielleicht nicht die beste Vorlage für einen Remix, aber F/A/V haben es trotzdem versucht, aber leider nicht so erfolgreich wie bei "Just A Tenderness". Der Remix klingt nicht komplett verkehrt, ist mir persönlich aber nicht abgefuckt genug (ja, ich habe merkwürdige Standards). So wie er jetzt geworden ist, ist er mir aber etwas zu nah am Original - lediglich etwas schneller und mit allerlei Samples, Effekten und anderen Krempel überfrachtet.

"Fear In Your Eyes" ist der erste Song, der es nicht im Vorfeld auf "DJ Dwarf Four" geschafft hat und ich kann ein wenig verstehen, warum. Auch wenn er eine sehr nette Synth-Hook hat und schon ganz gut im Gedächtnis bleibt, ist er für mich eher Hintergrundbeschallung. Er geht musikalisch in eine ähnliche Richtung wie "Crown Of Thorns", bleibt dabei aber noch etwas flacher. Insgesamt sicherlich ganz nett, aber kein Highlight.

"Rise Again" ist da schon wieder eine ganz andere Nummer: ein wunderbar düsterer, atmosphärischer EBM-/Goth-Song, der echt süchtig macht und den ich mir immer wieder anhören könnte. Auf der "DJ Dwarf" gab es ihn lediglich im Datom-Remix, der die ganze Nummer ein wenig tanzbarer und leichter verdaulich macht und das auch verdammt gut. Auch wenn ich das Original bevorzuge, habe ich gegen diesen Remix überhaupt nichts einzuwenden. Komplett umgehauen hat mich aber der Remix von Haus Arafna, der ganz sicher nicht jeden Geschmack treffen dürfte. Der Song wurde hier sehr stark modifiziert und ist jetzt eine recht minimalistische Dark Ambient Nummer mit gesprochenen Lyrics und bei allem Minimalismus klingt das Ergebnis doch erstaunlich aufwendig und hochwertig. Gerade auf "Bone Peeler", welches eher gefällige Songs hat, ist so ein Remix natürlich wirklich Gold wert.

"Final Warning" teilt ein ähnliches Schicksal wie "Fear In Your Eyes": überhaupt nicht auf "DJ Dwarf Four" vertreten, es muss ohne Remixes auskommen, klingt eher flach und ähnelt zu stark einem anderen Song - in diesem Fall "Fallen Angel", da Rudy hier ebenfalls auf starke Vocal-Präsenz setzt, wobei hier die Musik für mich leider zu sehr in den Hintergrund tritt und der Song einige Längen hat.

Wie es besser geht, zeigt dann im Anschluss direkt das gerade erwähnte "Fallen Angel" - sehr starke Vocals von Rudy an der Stelle, ohne dass der Rest zu sehr vernachlässigt wird. Wir haben hier ein paar echt krasse Hooks und einen Song, der ebenso aggressiv wie mitsingbar ist. Wirklich eine kleine Perle, die im Laufe der Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Schade, dass es hier keinen Remix gibt.

So langsam neigt sich "Bone Peeler" dem Ende zu und wird etwas ruhiger. "And Life Goes On" drosselt schon einmal ordentlich das Tempo und stampft etwas langsamer voran. Trotzdem bleibt es dabei ziemlich wuchtig und sehr elektro-lastig mit ein paar saftigen Beats im Gepäck.

Auch "Our Fatal Longing" kombiniert ein eher langsames Tempo mit immer noch gut vorhandener Power. Als netten Twist wird der Song durch eine Art Orgel (?) begleitet und hat mal wieder eine ziemlich einprägsame Melodie. Etwas inflationär wird hier im Hintergrund das von einer Kinderstimme gesungene Fritz Haarmann Lied verwendet. Ich bin immer kein riesen Fan von pseudogruseligen Kinderstimmen und hier beißt es sich sogar ein wenig mit dem Rest vom Song, aber davon mal abgesehen finde ich "Our Fatal Longing" sehr gelungen.

Zum Abschluss hin werden die letzten drei Songs zum Glück nochmal ein gutes Stück experimenteller. "Scavanger" versucht es mit den leisen Tönen und lässt sich ganz gut mit Songs wie "Stillbirth" am Ende von "Embryodead" vergleichen und hätte stilistisch vielleicht auch auf "Wreath Of Barbs" gepasst. Sowas braucht bei mir grundsätzlich immer ein bisschen was und am Anfang konnte ich mit "Scavanger" wirklich eher wenig anfangen, aber mittlerweile mag ich die etwas melancholische und trostlose Stimmung, die es verbreitet.

Noch besser wird es für mich aber mit "In The Peace Of The Night" - dem einzigen Song, den ich wirklich sehr auf "DJ Dwarf Four" vermisst habe und ebenfalls eine versteckte Perle in der wahnsinnig umfangreichen :Wumpscut:-Diskografie. Mit seinen über 8 Minuten hat das Teil nicht nur eine epische Länge, sondern auch inhaltlich einiges zu bieten. Stilistisch ist das ganze schwer greifbar und gar nicht mal so einfach zu beschreiben, außer vielleicht, dass hier alles an düsterer Atmosphäre, trauriger Stimmung aber doch auch ganz gut einprägsamen Parts aufgefahren wird, wovon "Bone Peeler" schon die ganze Zeit davor profitiert hat. Der etwas unkonventionelle Aufbau des Songs sorgt vielleicht dafür, dass man sich erstmal reinfinden muss, fesselt danach aber umso mehr. Witzigerweise findet sich hier sogar auf CD 2 ein Club Cut, der ähnlich dem Club Cut von "Crown Of Thorns" auf "DJ Dwarf Four" eher mal eine gekürzte Version des Songs ist. Da hier auf knapp 5 Minuten gekürzt wurde und das Ganze auch in dieser Version immer noch ganz gut anhörbar ist, ist das eine einigermaßen beeindruckende Leistung. Warum finde ich das trotzdem witzig? Erstmal: wer braucht sowas? Unter den Songs von "Bone Peeler", die ich nie im Club spielen würde, wäre "In The Peace Of The Night" locker unter den Top 3. Und wenn wir schon sowas haben: warum dann nicht auf der "DJ Dwarf"? Wenn sich ein Song dafür angeboten hätte (exklusiv) darauf veröffentlicht zu werden, dann doch wohl dieser Cut.

Aber wir sind noch nicht am Ende, sondern haben sogar noch einiges vor uns. Der Song, auf den sich die meisten Künstler zum remixen gestürzt haben, ist "Your Last Salute" - mit dem Ergebnis von stolzen 5 Remixes und fast jede Version davon geht so um die 5-6 Minuten, sodass fast eine halbe Stunde nur durch diesen Song ausgefüllt wird. Also auf in den "Your Last Salute"-Overkill! Erstmal zum Song an sich: das Konzept ist sehr interessant, wenn auch nicht komplett neu: eine Frauenstimme spricht die Lyrics auf etwas monotone Art und Weise ein. Diesmal ist es allerdings nicht Aleta Welling, sondern eine Dame, die hier einfach nur als Clara S. aufgelistet wird. Als netter kleiner Twist ist der ganze Text jedoch auf Katalanisch, was sich erstaunlich gut anhört. Der Rest ist eine ganz abwechslungsreiche Mischung aus eher melancholischen Violinen und den üblichen Industrial-Arrangements, die man aus den langsameren Songs von :Wumpscut: schon kennt. Auch wenn hier gar nicht so viel neu erfunden wird, wird es in "Your Last Salute" doch irgendwie sehr schön aus ganz unterschiedlichen Elementen zusammengesetzt und verleiht dem Album einen gelungenen Abschluss.

Bleiben noch die Remixes. Der Airforge Remix und der Datom Remix haben nicht nur ungefähr die gleiche Länge und klingen recht ähnlich, sondern haben auch in etwa die gleiche Wirkung: sie lockern das Original auf und machen es tanzbarer - der Datom Remix vielleicht noch etwas mehr als der Airforge Remix, weshalb dieser wohl auch auf der "DJ Dwarf" zu finden war. Naked Beat haben sich auch daran ausgetobt und ähnlich wie bei "Crown Of Thorns" den Fokus wieder etwas stärker auf Rhythmus und Beats gelegt, hier aber etwas mehr vom ursprünglichen Song beibehalten - insgesamt der längste und wahrscheinlich auch komplexeste Remix. Schließlich hätten wir noch Laittog mit einem ebenfalls sehr entspannten Remix, wobei ich allerdings zugeben muss, dass in der Fülle irgendwann alles anfängt für mich recht ähnlich zu klingen und "Your Last Salute" in all seinen Versionen zu einer einheitlichen Masse wird. Nur die Jungs von Das Ich lassen mich hier nochmal aufhören, da ihr Remix nicht nur kurz und knackig ist, sondern dem Song doch nochmal ein neues Soundgewand gibt - guter Job.

Ob es jetzt wirklich 5 Remixes von diesem einen Song gebraucht hätte, weiß ich nicht - zumal ich "Your Last Salute" gar nicht mal so geeignet dafür finde. Dem Original gibt es eigentlich wenig hinzuzufügen, während andere Songs wie "Our Fatal Longing" oder "Fallen Angel" wohl ganz spannend in einer anderen Version zu hören gewesen wären. Klar kann man Rudy das jetzt nicht unbedingt übel nehmen - ich weiß ja nicht, wie da üblicherweise das Prozedere ist und ich denke nicht, dass er alleine darüber bestimmt, welcher Künstler sich jetzt welchen Remix vornimmt, aber insgesamt 6 mal "Your Last Salute" ist schon ziemlich brutal und macht das Hörerlebnis ziemlich sperrig, falls ihr mal vorhabt, die Remix-CD am Stück zu hören.

Mein Fazit für "Bone Peeler" fällt aber trotzdem sehr positiv aus. Ich war immer wieder etwas überrascht, dass es bei vielen Fans gar nicht mal so gut angekommen ist. Ja: die Aggressivität aus alten Tagen kehrt hier nicht komplett zurück und wenn man sehr kritisch ist, dann könnte man Rudy hier unterstellen, dass er es mit "Bone Peeler" quasi allen Leuten recht machen wollte, aber für mich ist das Ergebnis eine verdammt runde Sache und ich finde man merkt, dass er sich damals etwas mehr Zeit gelassen hat, bevor er "Bone Peeler" rausgehauen hat.

Insgesamt finde ich das Album sehr stabil in seiner Qualität. Vielleicht gibt es hier nicht ganz so heftige musikalische Experimente, für :Wumpscut:-Verhältnisse eher weniger schockierende Songs, kaum absolut abartig gute Highlights, die mich lange zum Nachdenken gebracht haben und manche Songs klingen sogar zu ähnlich. Gleichzeitig fällt die Qualität hier auch kaum unter ein gewisses Niveau. Während meistens mal ein langweiliger oder komplett bekloppter Song auf dem typischen :Wumpscut:-Output vertreten ist, kann ich hier überhaupt nicht sagen, dass mir ein Song gar nicht gefallen hat. Selbst bei den Remixes haben wir hier eine stabile Qualität und das will schon was heißen.

Damit ist "Bone Peeler" für :Wumpscut:-Fans und -Interessierte eher mal leichte Kost und kein Album, dass man erst dreimal gehört haben muss, bis es *klick*macht, was ich aber vollkommen in Ordnung finde. Auch der Umfang ist beeindruckend. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich sagen würde, dass es "Bone Peeler" besser getan hätte, sich von ein paar Songs und Remixes zu trennen, um eine etwas knackigere Erfahrung daraus zu machen, bin aber alles in allem mehr als zufrieden.

Punkte: 8 / 10