Witch Cross Fit For Fight (1984) - ein Review von purplemaniac

Witch Cross: Fit For Fight - Cover
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1 Review
15
15 Ratings
8.57
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Heavy Metal


purplemaniac
20.12.2020 19:29

Einige Songs dieser LP waren maßgeblich an der musikalischen Sozialisation des purplemaniacs in den 80'er Jahren beteiligt, da ich als heranwachsender Teenager im tiefen Osten Woche für Woche die einschlägigen DT-64 Heavy Metal-Sendungen hörte und fleißig auf Kassette mitschnitt und die Musikredakteure damals wohl auch eines der Exemplare der "Fit for fight" in die Finger bekommen hatten. Somit habe sich einige Songs dieser Platte natürlich früh in die musikalische DNA eingeprägt und die Musik, welche einen in der Jugend prägte, vergisst man auch Jahrzehnte später nicht. Auf der falschen Seite des eisernen Vorhanges geboren, war es nicht so üppig mit den Gelegenheiten, Heavy Metal zu hören und man hörte, das was man hatte, wieder und wieder, natürlich nur von den selbst aufgenommenen Kassetten, was für Zeiten! Natürlich habe ich mittlerweile alles im Regal stehen, was Witch Cross so veröffentlicht haben; so viel ist es ja nicht; aber dieser Erstling aus dem Jahre 1984 erfreut mich auch beinahe 37 Jahre nach der Veröffentlichung noch immer. Und Jahrzehnte später gelang es mir dann sogar die Band live zu sehen, 2019 auf dem Trveheim konnte ich dann endlich die Klassiker in der ersten Reihe genießen und die Fäuste in die Höhe strecken. Der Mittfünfziger fühlte sich wieder wie 18, was für eine geile Zeitreise... - Natürlich klingen die Songs heutzutage eben nach 80'er Euro-Metal, wohlwollend "traditionell"; aber was solls, die Songs haben Klasse und besitzen all die Trademarks, welche damals erstklassigen Metal kennzeichneten. Die NWOBHM läßt grüßen, geile Twin-Gitarren grüßen in Richtung Priest und wenn das Gaspedal durchgetreten wird, wird es early Helloween-like Speed-metallurgisch. Und man muß solche Platten ja auch immer in ihrem zeitlichem Kontext betrachten, Hallo - 1984! waren Songs wie "Face of a clown", das stampfende "Fight the fire" oder das Speed-Instrumental "Axe dance" schon ganz vorn mit dabei. Na ja, Dänemark war damals schon ein gutes Pflaster für aufstrebende Metallurgen, Mercyful Fate, Pretty Maids und Artillery haben ihre Spuren hinterlassen, Witch Cross vervollkommnen die Aufzählung. Alex Savage als Sänger ist gewiß kein Rob Halford, aber seine Stimme hatte ihren Wiedererkennungswert und passte gut zu den Songs, seine Screams erklommen höchste Höhen und die Gitarrenarbeit von Cole Hamilton und Mike Wlad war über jeden Zweifel erhaben und schmiedete schnittiges Eisen. Alles in Allem eine megageile Speed-lastige Metal-Scheibe aus den goldenen 80'ern, welche den Test der Zeit bestens bestanden hat und nostalgische Erinnerungen aufleben lässt. Da es mittlerweile einige wertige Re-Releases gibt, auch wieder gut zu bekommen und somit auch den Nachgeborenen zu empfehlen. - Anspieltipps: "Face of a clown" - "Axe dance" - "Alien savage".

Punkte: 9 / 10