Wake The Nations Sign Of Heart (2015) - ein Review von Akhanarit

Wake The Nations: Sign Of Heart - Cover
1
Review
1
Rating
6.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock: Hardrock, Melodic Rock


Akhanarit
09.08.2019 07:16

WAKE THE NATIONS sind vielmehr ein Projekt als eine richtige Band. Das Ziel war, eine fette Achtzigerjahre-Party vom Stapel zu lassen, und dafür hat sich Band(projekt)chef Risto Tuominen eine ganze Reihe an Gästen eingeladen, die sich hauptsächlich am Gesang abwechseln sollen. Estef Martinez (INSIDER aus Ecuador) übernimmt hier zweimal die Rolle der Female-Vocals in 'All I Want' und 'Seas Of Emptiness', wobei ich letzteres leider auch zum Gähnen langweilig finde. Die Darbietungen sind allerdings mehr Durchschnitt als dass sie Akzente setzen würden und auch bei den männlichen Kollegen zieht sich dieses Problem fast zur Gänze durch das gesamte Album "Sign Of Heart". Als am wertigsten kristallisieren sich hier die beiden Tracks 'Fairytale Romance' und 'So Broken' heraus, dargeboten von Krister Stenbom von VILLA SUCKA und auch der finnische Landsmann Janne Hurme (HUMAN TEMPLE) zeigt zumindest ein wenig Feingefühl, indem er 'Until The End Of Time' seine Stimme leiht. An die ganz großen Songs der 80s kommt jedoch keine einzige der Kompositionen heran.

Etwas irritierend finde ich zudem die Stelle in 'This Feeling' (gesungen von Dado Topić, jenem Kroaten, der sich 2007 mit seiner Band DRAGONFLY sogar für den Eurovision Songcontest hergab), bei der es heißt: Making love to you feels like forever! Klingt nicht unbedingt wie ein Kompliment, sondern mehr nach Langeweile beim Beischlaf. Wir brauchen hier mehr etwas in Richtung speziell und sensationell. Doch in 'Love Leads The Way' lernen wir leider weiterhin: "Love leads the way to your heart ... like it always did!" Ok, verstehe. Ist also auch ein alter Hut und da es ja immer so ist, wird es schon wieder nahezu egal. Die beste Voraussetzung, um einen Song darüber zu schreiben!? Schlusslicht, und das ist hier im wahrsten Sinne des Wortes gemeint, ist der Rausschmeißer 'Who Am I', welcher den einzigen gesanglichen Beitrag von Cheffe Risto enthält. Das Stück fällt hier total aus dem Rahmen, sowohl qualitativ als auch vom Vibe und läuft bei mir nur unter der Bezeichnung "komisch". Jedoch eher seltsam als lustig, in jedem Fall aber verzichtbar.

WAKE THE NATIONS werden mit diesem Album wohl kaum jemanden aufwecken, denn dazu sind die Songs einfach nicht stark genug. Was sie jedoch schaffen, ist ein unglaublich authentisches Achtziger-Feeling aufkommen zu lassen. Und das meine ich wider Erwarten absolut positiv. Vor meinem geistigen Auge sind nicht nur singende Rollschuhfahrer vorbeigezogen, 'The Touch Of Your Hand' hätte mit soften Gitarren sogar auf ein DAVID HASSELHOFF-Album gepasst und zu den klebrigen Keyboards schwofen Menschen mit zwei Kilo Haarspray in den auftoupierten Zotteln. Den Sound habt ihr, jetzt wird es Zeit für Songs, die dem Test of time standhalten. "Sign Of Heart" ist ein Schritt in die richtige Richtung, hat aber noch zu viele offene Baustellen, als dass man es gnadenlos abfeiern könnte. Beim nächsten Mal bitte mehr Rock und weniger Grusel!


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Punkte: 6 / 10