Thinkman Fighting Apathy With Shock - The Best Of Rupert Hine As "Thinkman" (2019) - ein Review von bc_fan

Thinkman: Fighting Apathy With Shock - The Best Of Rupert Hine As "Thinkman" - Cover
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10.00
∅-Bew.
Typ: Compilation/Best-Of
Genre(s): Pop: Synth Pop


bc_fan
17.05.2021 20:01

Ich muss zu dieser Compilation doch noch ein paar Worte verlieren. Leider starb Rupert Hine vor fast genau einem Jahr. Er war in erster Linie als erfolgreicher Produzent bekannt (Tina Turner, The Fixx, Bob Geldof, Camel, Saga, Rush) und als Teil der Gruppe Quantum Jump. Seine Solo-Alben in den Achzigern wurden von Kritikern hochgelobt, aber leider kommerziell nicht erfolgreich. Er verlor dadurch seinen Plattenvertrag und wollte einen neuen Anlauf nehmen. Dazu "erfand" er die Gruppe "Thinkman", allerdings gab es die Band nie. Es waren im Grunde Solo-Platten, und für Liveauftritte (siehe Youtube) wurden Schauspieler verpflichtet, die zu Playbacks agierten.
Das erste der drei Alben "The Formula" hatte das Thema "Massenmedien und Manipulation" und manifestierte sich so im Projekt selbst. Bekannt geworden ist neben "The Formula" auch der Song "Best Adventures", der auch als Soundtrack in einer Folge der stilbildenen 80er US-Krimi-Serie "Miami Vice" verwendet wurde.
Die Kompilation enthält Songs von den drei Alben The Formula (1986), Life Is A Full Time Occupation (1988) und Hard Hat Zone (1990), wobei alle Texte (wie auch von Hines Solo-Werke) von der Künstlerin und Lyrikerin Jeannette Obstoj (1949-2015) geschrieben wurden. Alle Songs auf dieser Kompilation wurden von Stephen W Tayler remastered, der auch die Original-Alben damals mitproduziert hatte. Den Songs, die im besten Sinne Synthi-Pop mit durchaus tiefsinnigen Texten sind, hat diese Behandlung gut getan. Während Hine fast alle Instrumente selbst eingespielt hat, sollten doch einige Beteiligte am Projekt nicht unerwähnt bleiben: The Fixx's Jamie West-Oram, Stewart Copeland von The Police und der Sänger der Gruppe Café Jacques, Chris Thomson.
Beim letzten der drei Alben war dann die Thematik des Projekts von den Medien in Richtung Umwelt gewandert (der Song "Take Them to the Traitors' Gate" ist Prince Charles gewidmet). Für die Auftritte wurden neue Unterstützer gewonnen, unter anderem Karl Hyde und Rick Smith der Gruppe Underworld, die Hine auch produzierte.
Alles in allem ein tolles Album, sehr gut und behutsam remastered mit auch heute noch interessanten und relevanten Denk-Ansätzen ("Don't forget to switch off your TV set!"). Leider keine Bonus-Tracks oder seltene Remixes, aber das hätte dem Ton der Kompilation wahrscheinlich auch nicht gut getan.

Punkte: 10 / 10