Thin Lizzy Black Rose (1979) - ein Review von Philomena

Thin Lizzy: Black Rose - Cover
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1 Review
30
30 Ratings
8.90
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Hardrock, Heavy Metal
Rock: Folk Rock, Hardrock


Philomena
08.04.2015 17:46

Nach dem künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt von ´Live And Dangerous´ und der gleichzeitigen „Zerstörung“ der legendären Besetzung Lynott/Downey/Robertson/Gorham konnte es bei THIN LIZZY eigentlich nur in eine Richtung gehen…und zwar abwärts.
Das dem nicht so geschah, lag an der Fortsetzung der produktiven Zusammenarbeit mit Tony Visconti und noch mehr an dem von Philip Lynott schnell herbeigezauberten alten Kumpel Gary Moore, der schon zweimal (nach der Demission von Eric Bell und dem Ausfall von Brian Robertson) ausgeholfen hatte.
´Black Rose´ stellt für viele – und das nicht zu Unrecht – das beste Studioangebot von LIZZY dar. ´Black Rose´ ist auch für mich sicher eines der besten Alben und hat kaum Schwachpunkte, dafür aber eine ganze Ansammlung an starken Songs und Klassikern. Scott Gorham, der geniale Teamplayer, und Gary Moore, der sich mit ´Back On The Streets´ (Philip und Brian Downey hatten auf drei Songs des Albums mitgewirkt, darunter dem bekannten ´Parisienne Walkways´) langsam vom Jazz Rock verabschiedete und zum Heavy Rocker und Gitarrenhelden mutierte, waren aus dem Stand heraus ein wahres Traumduo an den Gitarren.
Zu den Songs: Ein großartiger Einstieg mit ´Do Anything You Want To´, ein klassischer LIZZY-Rocker mit mächtigen Drums, Double-Lead-Gitarren und einem Philip Lynott gesanglich und textlich auf der absoluten Höhe mit diesem Song für die Freiheit des Denkens und Handelns. ´Toughest Street In Town´, für mich einer der zahlreichen eher unbekannten Diamanten, gnadenlos hart in Text und Vortrag, mit unüberhörbaren Metaleinflüssen. Die Klassiker ´Waiting For An Alibi´, 100 % LIZZY mit den doppelten Gitarren und dem lockeren Zockertext von Philip‘ („Valentino’s in a cold sweat, but he lost all his money on that last bet. Against all the odds he smokes another cigarette. Says it helps him to forget. He’s a nervous wreck“) das gefühlvolle ´With Love´ und das mächtige ´Roisin Dubh (Black Rose) A Rock Legend´, wieder irische Geschichte auf 7 Minuten mit großer Poesie erzählt („Pray tell me the story of young Cuchulainn. How his eyes were dark, his expression sullen. And how he’d fight and always won. And how they cried when he was fallen“) und mit atemberaubenden Gitarrenläufen von Gary und Scott.
Mein absoluter Favorit ist wohl ´Got To Give It Up´, gnadenloser Text über einen Alkoholabhängigen, unglaublich kraftvoller Gesang und ein Gitarrensolo von Gary, das mich noch heute jedes Mal absolut durchschüttelt. Philip hat hier – nicht gerade ohne autobiographische Hintergründe, wie wir heute wissen – eindringlich die Situation eines Süchtigen beschrieben. Bleibt das süßliche und süße ´Sarah´, im dazugehörigen Video und der dreifachen Single-Ausgabe im Covermotiv ironisch kommentiert. Und noch zwei Songs, die mich persönlich nicht so riesig begeistern, das eher grauselige (Text und Musik) ´S&M´ und das eher durchschnittliche ´Get Out Of Here´.
Tony Visconti hat die Platte unheimlich klar und heavy produziert, es sollte die letzte Zusammenarbeit mit ihm sein. Und dazu kam ein unvergessliches Cover von Jim Fitzpatrick – die blutende Roisin Dubh (Black Rose), was will man mehr? Die Platte wurde ihrem Untertitel voll gerecht und entwickelte sich zur Rock-Legende.
Leider flüchtete Gary Moore ziemlich schnell auf der US-Tournee (wieder einmal) und ließ den armen Scott Gorham einen Abend alleine spielen, bevor Midge Ure (auf dem Weg zu ULTRAVOX) und Dave Flett (u. a. MANFRED MANN`S EARTHBAND) auf den Tourneen aushalfen. Und schon wieder war ein Gitarrenjob frei.
http://streetclip.de/2020/03/16/thin-lizzy-10/

Punkte: 10 / 10


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