Philomena

Philomena
Registriert seit: 06.04.2015

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Bewertungen: 2702 Reviews: 148
Genres: Blues, Comedy, Country, Dark Wave/Gothic, Elektronische Musik, Hardcore, House, Hörspiel/Hörbuch, Jazz, Klassik, Metal, Musical, Pop, Punk, Rap/Hip Hop, Reggae, Rock, Schlager, Singer/Songwriter/Liedermacher, Ska, Sonstiges, Soul/R&B, Soundtrack, Volksmusik/Folklore, World Music
Bewertungsverteilung von Philomena
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
3 1 3 1 1 2 2 4 2 5 9 15 34 128 264 560 615 631 277 145

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3.0: 0.31695721077655% (2x)

3.5: 0.31695721077655% (2x)

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5.0: 0.79239302694136% (5x)

5.5: 1.4263074484945% (9x)

6.0: 2.3771790808241% (15x)

6.5: 5.3882725832013% (34x)

7.0: 20.285261489699% (128x)

7.5: 41.838351822504% (264x)

8.0: 88.748019017433% (560x)

8.5: 97.464342313788% (615x)

9.0: 100% (631x)

9.5: 43.898573692552% (277x)

10.0: 22.9793977813% (145x)

Die letzten Bewertungen
1.5 für Lou Reed & Metallica: Lulu (2011) (18.05.2021 19:24)
2.5 für Guns N' Roses: Chinese Democracy (2008) (18.05.2021 19:10)
9.0 für Thin Lizzy: Thin Lizzy (1979) (14.05.2021 19:12)
8.0 für Gary Moore: How Blue Can You Get (2021) (04.05.2021 23:29)
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Die letzten Reviews

04.11.2020 16:10 - Thin Lizzy: Rock Legends (2020)

10.0 / 10
Jahrelang wurde die Legende weitererzählt, dass es Unmengen an unveröffentlichtem THIN LIZZY-Material geben würde. Oder dass die Songs wegen falscher Lagerung der Bänder zerstört wären. Auf mal besseren, mal schlechteren Bootlegs wurden einige unveröffentlichte Songs, aber auch ganze Sessions mit anderen Versionen unter das begierige LIZZY-Volk gebracht, wie z. B. die Sessions für ´Black Rose´. Die Deluxe-CD-Versionen, die inzwischen zu einem teilweise horriblen Preis verkauft werden, waren da teilweise beim Bonus sehr ernüchternd (´Nightlife´, ´Fighting´ und vor allem ´Johnny The Fox´), weil sie entweder in der in viel zu kleiner Auflage veröffentlichten ´At The BBC´-Box schon enthalten waren, oder weltbewegende Versionen wie „instrumental runthroughs“ enthielten, wo gerade mal die Gesangsspuren fehlten. Andere wie ´Thunder And Lightning´ konnten dagegen schon einige alternative Demoversionen des kompletten Albums vorweisen. Meine Begeisterung hielt sich zu Beginn so in Grenzen, dass ich mir keine einzige Deluxe zulegte. Erst als sie selten wurden, habe ich alle panikartig aufgekauft. Bei ´Bad Reputation´ und ´Renegade´ reichte es nicht einmal zu mageren 2 CD-Versionen. Lange Rede – kurzer Sinn, die Erwartungen in den Reihen der THIN LIZZY-Supporter waren in den letzten Jahren Richtung Nullpunkt gesunken. Umso überraschender kam dann im August 2020 die Ankündigung, dass eine Box mit 99 Titeln, darunter 74 nie veröffentlichten, zum 50-jährigen LIZZY-Jubiläum erscheinen würde. Die Nervosität stieg nicht nur bei mir täglich an und – pünktlich am 23.10.2020 – wurde die Box tatsächlich veröffentlicht. Und sie ist noch viel besser als erwartet. Für Menschen, die THIN LIZZY nur rudimentär kennen, ist sie aber wegen der vielen Demos vielleicht weniger interessant, hier sollte man sich erst einmal die zwölf Studioalben plus die beiden Doppel-Live-LPs zulegen und dann ggf. noch zur Box greifen. Als Überblick über das LIZZY’sche Schaffen ist die Box nicht geeignet, hier empfiehlt sich, wenn man schon nicht alles aufkaufen will (kann eigentlich gar nicht sein!) sich eher an die vier CDs der ´Vagabonds Kings Warriors Angels´-Box zu halten, die nach wie vor relativ günstig erwerbbar ist. Nun, ich ging dann am 23.10.2020 zur Packstation und erwartete eine handliche Box in Form der ´At The BBC´-Box und erschrak, als ich plötzlich ein großes 2,5 kg schweres Paket vorfand. Ich war schon nahe der Ohnmacht und erwartete etwas anderes als meine Box vorzufinden, obwohl mich die ausführlichen Fotos und Beschreibungen schon vorgewarnt haben sollten. Was ist in der Box? Nun zuerst einmal die sechs CDs und eine DVD in nett aussehenden sperrigen Kartonverpackungen, die ich gleich noch vorstellen werde (nicht die Verpackungen). Es gibt ein schweres (daher die 2,5 kg), sehr gut gedrucktes DINA4 Buch aller Tourprogramme von LIZZY – teilweise mit Werbung und kleinen Artikeln zu den Vorbands wie CLOVER (mit Huey Lewis) oder den MAMA’S BOYS. Super – und von deutlich besserer Qualität als das – auch für LIZZY-Fans essentielle und etwas überteuerte – „Thin Lizzy: A Visual Biography“ – Buch, erst vor einigen Wochen erschienen. Dann gibt es „Philip Lynott“, den von Jim Fitzpatrick (der „Vater“ der besten THIN LIZZY-Cover) illustrierten Gedichtband von Philip, der vor allem Songtexte enthält und schon lange vergriffen ist (ich habe einen Sammelband von Anfang der 90er aus zwei Gedichtbänden, der irgendwo zwischen 120 und 320 Euro erworben werden kann). Nicht so sehr hochwertig, aber auch von historischer Güte. Dann noch mit „Still In Love With You“ ein DINA4 Heft, das zahlreiche Zitate der Musiker von LIZZY (sogar ein Satz von Snowy White) und vieler anderer Musiker von Lemmy über Ozzy und RUSH und EXODUS über die Bedeutung von Philip und THIN LIZZY (oder die Freundschaft wie im Falle von RUSH) enthält. Das ist sehr nett und hochverdient. Im Heft auch die (für alte Leute wie mich nur mit Lupe lesbaren) Liner-Notes und gleich eine Erklärung von Scott Gorham, das nichts neu aufgenommen wurde, alles nur mit moderner digitaler Technik restauriert wurde. Auf der DVD findet sich nämlich die alte Geschichte von Tony Visconti zur 70%igen Neueinspielung von ´Live And Dangerous´. Olle Kamellen. Aber angesichts der fast schon unglaublichen Soundqualität der Demos und unveröffentlichten Songs sicher proaktiv von Scott gedacht. Vier Drucke von Jim Fitzpatrick runden das Paket ab. Aber jetzt zum Wichtigsten, der Musik. Die Musik: Disc 1: – Greatest Hits Nun, ohne irgendeine „Best of“ wollte man es nicht machen, auch wenn der Sinn hier sehr in Frage gestellt werden kann. So gibt es 22 Single-Versionen von ´Whiskey In The Jar´ bis ´The Sun Goes Down´. Braucht man nicht (außer als manischer Komplettist). Ist aber okay (bin ja manischer Komplettist). Disc 2: – The Early Years Nach der schon bekannten ´The Farmer´-Single gibt es gleich eine interessante Version des (für LIZZY eigentlich kontraproduktiven) ´Whiskey In The Jar´. Es fällt sofort der gute Sound auf, der sich – bis auf die Live -Aufnahmen, die aber auch gut klingen – durch die ganze Box zieht. Neben alternativen Versionen sind besonders zwei Frühversionen des späteren Gassenhauers ´Suicide´ interessant (einmal unter dem Titel ´Baby’s Been Messin´), die noch von Eric Bells Slide-Gitarre geprägt sind. Auffallend bei den Live-Aufnahmen des irischen Radios RTE ist die starke Blues-Rock-Ausrichtung durch Eric Bells Gitarrenspiel. Eric war ein Bluesfanatiker, aber so deutlich wie auf einer Alternativversion von ´Broken Dreams´ und dem dauergecoverten ´Going Down´ wurde das auf den drei Alben mit Eric Bell nie. Das klingt hier fast wie TASTE oder Peter Green. Ich mag Blues sehr gerne, habe THIN LIZZY aber nie in dieser Richtung gesehen, weder bei Philips Songwriting noch beim variablen Trommeln des genialen Brian Downey. Insgesamt interessant und von historischer Bedeutung (selbstredend). Disc 3: – Rarities one Für den durchschnittlichen THIN LIZZY-Supporter wird es dann auf Disc 3 wirklich interessant, denn da gibt es dann Songs der genialen besten Besetzung Lynott-Downey-Robertson-Gorham und der zeitlose Hard Rock und Heavy Rock bestimmt das Geschehen. Mit dem auf ´Nightlife´ nur als kurzes Instrumental enthaltenen ´Banshee´ – hier in der Version mit Gesang gibt es den ersten Song dieser Ära, der niemals irgendwo vorher aufgetaucht ist und schon gar nicht auf den oben genannten „Deluxe“-Versionen. Das famose ´Philomena´ erwärmt mein Herz. Dann folgen einige Versionen des famosen ´Fighting´-Albums: ´For Those Who Love To Live´, die Hommage von Philip an Fußballkumpel George Best. Noch länger, noch genialer als schon die Original-Version. ´Freedom Song´ kennt fast keiner, ein Gesamtkunstwerk musikalisch und textlich. ´Jailbreak´ und ´Cowboy Song´ vom Jahrhundertwerk ´Jailbreak´ kommen dagegen aus meiner bescheidenen Sicht nicht an die späteren offiziellen Versionen heran. Disc 4 – Rarities two Mit dieser Disc gibt es noch Steigerungen. Eine absolut geniale längere Version von ´The Boys Are Back In Town´ mit noch härteren Straßenganglyrics lange bevor dies populär wurde. Textlich wird ´Angels From The Coast´ gestreift. Dies zeigt sich bei vielen Songs. Philip benutzte Textzeilen alternierend zwischen Songs oft über Jahre und probierte viel aus (siehe auch ´Sweet Marie´, das die ´Mademoiselle´ von ´With Love´ zitiert). ´Angels From The Coast´ folgt dann selbst. Eigentlich ein Song aus der zweiten Reihe von ´Jailbreak´. Nur es gibt keine zweite Reihe. Vom Gitarrenzusammenspiel und den Lyrics ein absolut genialer Song, leider wenig bekannt und kaum live gespielt. ´Warriors´ und ´Emerald´ sind Songs für die Ewigkeit – egal in welcher Version. Dann folgen Titel vom Dunstkreis von ´Johnny The Fox´. ´Weasel Rhapsody´, ein Instrument aus 50 % ´Rocky´ , 10 % ´Killer Without A Cause´ (von ´Bad Reputation´) und 40 % Gitarrengenialität. ´Johnny´, eine der Sternstunden vom Gitarren-Wunderkind „Cocky Rocky“ Brian „Robbo“ Robertson. Atemberaubend. Am Schluss die von vielen Bootlegs bekannte unveröffentlichte Studioversion des Live-Klassikers ´Are You Ready´, das fantastische ´Blackmail´ hier von Philip gesungen, das auch schon Robbo gesungen auf der WILD HORSES-LP zu den Höhepunkten zählte und das offiziell unveröffentlichte ´Hate´. Disc 5 – Rarities three Die ´Black Rose´-Demo-Songs sind doch den später veröffentlichten sehr ähnlich, außer bei ´Got To Give It Up´, da wird von Brian deutlich offensiver getrommelt. Schön sind die ´Black Rose´-Versionen (inklusive des Titelsongs) aber natürlich trotzdem. Dann eine Super-Version des ´Chinatown´-Klassikers ´We Will Be Strong´, weitere eher nur solide CHINATOWN-Demos und dann ein Trio mit ´It’s Going Wrong´, ´I’m Gonna Leave This Town (länger, nicht nur der Titel, sondern der Songs selbst) und dem sich an ´Trouble Boys´ orientierenden ´Kill´. Drei solide Songs aus dem ´Renegade´-Umfeld. Interessanter: ´In The Delta´ mit Gospel-Blues-Einflüssen und Huey Lewis an der Mundharmonika. Das wäre ein starker Titel für Philips Soloplatten gewesen oder ein Ersatz für ´Fats´ von ´Renegade´. Ein großer weiterer Höhepunkt kommt dann: ´Don’t Let Him Slip Away´, der Song der in zwei 7-minütigen Versionen in Demokreisen schon legendären Kultstatus hat. Hier deutlich kürzer, soundtechnisch genial und weniger depressiv, dafür wütender mit großartigem Text. Ein Höhepunkt der Schaffenskraft von Philip Lynott. Zum Schluss eine schöne Version von ´The Sun Goes Down´ mit Flamenco-Gitarre von John Sykes. Ein würdiger Abschluss, leider der einzige Beitrag von ´Thunder And Lightning´ und John Sykes. Die Demos wurden – wie oben genannt – schon auf der Deluxe-Version veröffentlicht. Disc 6 – Chinatown Tour 1980 Das freut den Rezensent. Durfte er doch auf der Tour am 24.01.1981 sein erstes THIN LIZZY-Konzert (von leider nur zwei mit Philip Lynott) erleben. Der Sound des Konzerts ist etwas rauer (wird mit der Zeit aber besser) und 100 % LIZZY. Es gibt viele ´Black Rose´-Titel und Klassiker, denn das Konzert wurde vor Veröffentlichung von ´Chinatown´ aufgenommen. Das kann man in der starken ´Hey You´-Version an den noch nicht endgültig fertigen Songtexten ablesen. Snowy White war nicht Brian Robertson oder Gary Moore (hört man ein bisschen auf seinem ´Still In Love With You´-Solo), aber ein technisch versierter Gitarrist. Super die Version von ´Got To Give It Up´ mit Philips gewohnt ironischen, witzigen Anspielungen auf Alkoholismus und Sucht (im Nachhinein vielleicht doch nicht so witzig) und eine knackige ´Dear Miss Lonely Hearts´-Version, wo sich Philip über Kevin Keegan und den FC Southampton lustig macht (Keegan kam gerade von drei Jahre HSV – oje! – aus Deutschland zurück). Philip klingt ab zu etwas müde, am Schluss steigt Eric Bell für das olle umjubelte ´Whiskey In The Jar´ auf die Bühne. Ansonsten ein ordentliches Konzert ohne an die Energieleistung von ´Live And Dangerous´ oder ´UK Tour 75´ heranzukommen. Disc 7 – DVD 1977 sah ich mir im ARD die „Rod Stewart Show“ an. Special Guest waren vier verwegen aussehende Musiker. Philp, the „Wild One“ mit Spiegelbrille, der „Angry young man“ Brian Robertson cool und wild an der Gitarre wie immer. Scott Gorham, noch cooler mit Haaren bis zum Boden. Und Brian Downey hinter seinem riesigen Schlagzeug. Ich hatte noch nie vier coolere Musiker gesehen (wer war eigentlich dieser Rod Stewart?). Ich gebe zu, für meine 12 Jahre und als gerade geborener QUO-Jünger fand ich die Songs sehr hart. Aber vergessen habe ich die Band nicht mehr bis zur schicksalhaften Begegnung mit ´Live And Dangeorous´ ein Jahr später. Diese vier Songs sind (zum ersten Mal) auf DVD enthalten. Wahnsinn! Dazu die schon bekannte ´Bad Reputation´-Dokumentation mit fast nur Originalton von Scott Gorham, Brian Downey, Eric Bell, Brian Robertson (meine Güte Robbo spiele lieber Gitarre als dauernd zu trinken), Midge Ure, Tony Visconti (ja, ja der mit den 70%. Der sagt, Brian Robertson hätte die Soli auf ´Bad Reputation´ in einem Take eingespielt und wäre dann beleidigt aufs Hotelzimmer, aber scheinbar ständig bei Visconti aufgetaucht, um alles neu auf ´Live And Dangerous´ einzuspielen. Egal!). Fazit: Eine Box, die wirklich kaum Wünsche offenlässt. Es fehlen ein paar Songs, die man noch gerne gehabt hätte (wie ´Fanatical Fascists´, auf Gary Moores ´Back On The Streets´ von Moore gesungen, in der genialen Version mit Philips Vocals). Vielleicht wäre auch mal ein Konzert der ´Black Rose´-Besetzung mit Gary nett (es gibt schöne Bootlegs mit Mark Nauseef für den verprügelten Brian Downey am Schlagzeug). Dann entsteht jetzt natürlich der Wunsch beim Philip Lynott-Jünger, dass die vielen Songs, die er noch vor seinem Tod aufnahm und die ihre Runden in YouTube drehen auch irgendwann veröffentlicht werden. Oder die GRAND SLAM-Demos durch den digitalen Wunderreißwolf gedreht werden und in neuem Glanz erscheinen würden. Nein, nein, als LIZZY-Supporter muss man bescheiden sein. THIN LIZZY ist ja nicht LED ZEPPELIN, BLACK SABBATH oder DEEP PURPLE, wo sich jede Veröffentlichung sofort finanztechnisch wegen der Massenanhängerschaft lohnt. Bei einem bekannten Online-Händler war die Box schnell vergriffen, aber dann wieder da. In den USA ist die Box fast gar nicht oder wenn nur überteuert als Import erhältlich. In Japan natürlich mit SHM-CDs. Wenn man die Box anhört, muss man 100 % objektiv (klar!) sagen: Warum THIN LIZZY von der Bedeutung und Popularität nicht auf der Stufe dieser gerade genannten Bands steht, wird man nie verstehen können oder müssen. Kaufempfehlung: Wer diese Band liebt und kennt. Neueinsteiger, siehe oben. http://streetclip.de/2020/11/02/thin-lizzy-rock-legends-limited-edition/ [Review lesen]

01.04.2017 20:01 - Samson: Polydor Years - Classic Album Collection (2016)

8.5 / 10
SAMSON sind leider ziemlich vergessen und wenn erinnert man sich meistens nur an die Band, bei der Bruce Dickinson seine ersten Lorbeeren geerntet hat. Diese 3-CD-Box enthält die beiden Alben - angereichert mit jeder Menge Bonusmaterial - seines Nachfolgers Nicky Moore, der so stimmgewaltig war, wie er aussah. Grundsolider Hard Rock mit Metalanklängen, den man auch heute noch gerne hören mag. Damit wird eine wichtige Lücke der Heavy-Geschichte geschlossen. Bisher waren eher unbezahlbare bis "windige" Versionen der Alben "Before the storm" und "Don't get mad get even" erhältlich. Zwar enthält die Box neben einem ausführlichen Booklet nur drei so genannte Cardsleeves, aber dafür zum günstigen Gesamtpreis. Sehr zu empfehlen! [Review lesen]

09.10.2015 19:42 - Fehlfarben: Über ... Menschen (2015)

9.0 / 10
Seit "Knietief im Dispo" (was für ein genialer Titel) muss man wohl vom Spätwerk von FEHLFARBEN sprechen. Es gibt immer noch Menschen, die glauben FEHLFARBEN hätten mit dem - zugegeben genialen - Debüt "Monarchie und Alltag" ihr Pulver verschossen. Das ist natürlich kompletter Quatsch. Seit "Knietief..." wurde eine starke Platte nach der anderen veröffentlicht. Nur "Handbuch für die Welt" konnte das extrem hohe Niveau nicht ganz halten. Nein - FEHLFARBEN haben musikalisch und textlich nach wie vor viel zu sagen. Peter Hein glänzt nach wie vor als zynischer genialer Beobachter der Menschheit und ihrer ewigen Verirrungen. Schon der erste Titel "Untergang" ist an beißender Ironie kaum zu übertreffen. "So hatten wir uns das nicht vorgestellt" und "Der Dinge Stand" machen die Enttäuschung und die Wut über den Zeitgeist und die aktuelle Generation deutlich. "Das Komitee" macht sich über Führungszirkel lustig, die ängstlich den Fortschritt aufhalten wollen. "Rein oder raus" ist eher zufällig mit der Flucht der Menschen aus Syrien und anderswo vor Krieg und Vernichtung in Verbindung gebracht worden, obwohl es um die Verdrängung von Bevölkerungsschichten im Rahmen der Gentrifizierung geht. "Wenn die Welt.." klingt dann schon etwas resignierend. Alle anderen Stücke könnte man auch noch nennen. Einmal mehr ein textlich ganz starkes Statement. Musikalisch etwas diversifizierter, sehr relaxed. Das Album sollte eigentlich die verdiente hohe Aufmrrksamkeit bekommen. Leider gab es auch bei der aktuellen "Monarchie und Alltag" -Tour viele Ignoranten/innen, die das Konzert nach dem Debüt verließen. Selbst schuld! Geniales "Alterswerk" (sic). [Review lesen]

28.05.2015 18:46 - Violent Force: Malevolent Assault Of Tomorrow (1987)

9.5 / 10
In meiner späten Jugendzeit gab es tatsächlich noch Fernsehfilme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die cool waren und die nicht nur ich mit Begeisterung ansah. „Treffer“ von Dominik Graf war so ein mir in Erinnerung bleibender Film. Das war Tagesgespräch und einfach ein cooler Film. Ein anderer solcher Film war „Verlierer“, ein Film über Jugendgangs mit damals populären Schauspielern wie Ralf Richter und Möchtegern-Schauspielern wie Campino. Das deutsche TV auf den Spuren von „Rumble Fish“. Gigantisch. Was aber vor allem bei diesem 1986 veröffentlichten Film in Erinnerung blieb, war die großartige Heavy Metal-Einlage im Film. ´Dead City´, einer der absoluten deutschen Thrash-Klassiker, der hochbegabten VIOLENT FORCE. Die Band war damals eigentlich noch im Demo-Stadium, brachte sich aber erfolgreich in den Film ein. Unbedingt anschauen ist ziemlich kultig und lustig. Mille und ein paar andere Ruhrpott-Ikonen sind auch zu sehen. Das absolut geniale Album mit dem schwierigen Titel ´Malevolent Assault Of Tomorrow´ erschien dann 1987. Der ehemalige VfB-Wundertrainer Jürgen Sundermann hatte einen metalbegeisterten Sohn (habe ich nie getroffen, aber noch heute herzlichen Dank!), der in Stuttgart im Kult-Plattenladen „Govi“ arbeitete und sich statt mit Geld mit den neuesten Metal-Platten bezahlen ließ. Über Umwege erreichten mich so die besten 80er Metal-Platten von einem Freund auf bespielter Kassette („Home taping is killing music“, so ein Quatsch) und entfachte das Metal-Feuer ab 1982 in mir! Unter diesen Kassetten war 1987 auch VIOLENT FORCE. Alle zehn Songs dieses historischen Albums sind absolute Volltreffer! Vom überragenden ´Dead City´ (ich war nie in der Heimatstadt der Band und titelgebenden Stadt Velbert), dem Titelsong, ´Sign Of Evil´ oder ´Destructed Life´. Man kann alle zehn Songs aufzählen, es gibt keinen Ausfall. Technisch starker eigenständiger Thrash und auch ein Schuss Punk/HC dabei und teilweise ziemlich schnell. Dazu passende kultige Vocals. Einfach auch heute noch eine sensationelle, geile Platte aus dem Nichts (=Velbert, Kreis Mettmann, ich hoffe es stammt kein/e Leser/in von dort). Leider verschwanden VIOLENT FORCE auch wieder schnell im Nichts. Sehr schade! Ich habe die Wiederveröffentlichungen immer irgendwie verpasst, letztes Mal habe ich endlich zugeschlagen. Das ist ohne Zweifel ein Stück (deutsche) Metalgeschichte… (und für die wenigen Älteren unter uns kultige TV-Geschichte)! http://streetclip.de/2020/09/14/violent-force-malevolent-assault-of-tomorrow/ [Review lesen]

30.04.2015 00:29 - Wolle Kriwanek & Schulz Bros.: Let's Fetz (1981)

9.0 / 10
Das Meisterwerk vom viel zu früh verstorbenen Schwabenrocker und Ex-Sonderschullehrer. Mit Paul Vincent an der Gitarre, der mal dem Blues und dann wieder ausgiebig Brian May huldigt, gibt es fast nur starke Songs. Ganz vorne "Mama, Mama", das schon damals den Förderwahnsinn von Eltern kritisiert, der "Rattenfänger" ein Song gegen opportunistische Politiker, "Wir singen für Millionen", das Lied für den damals verhassten Sängerschwaben Gotthilf Fischer, aber auch fein Ironisches wie "I fahr Daimler" gegen das grausame Daimler-Establishment in Stuttgart und Umgebung oder lustigen Blödsinn wie "Herbertstr.". Das können auch Nichtschwaben goutiren, sogar Badener... [Review lesen]

23.04.2015 00:25 - Whitesnake: Ready An' Willing (1980)

9.0 / 10
Für mich die stärkste Studioveröffentlichung. "Ready an' willing" ist weniger "Wine, woman and song" aber mehr Tiefgang und Atmosphäre als viele der anderen, durchaus auch starken WHITESNAKE-Veröffentlichungen. Aber hier war David Coverdale gesanglich wirklich in Form, das Duo Moody/Marsden zeigte blindes Verständnis und auch das Songwriting hatte - anders als bei anderen Veröffentlichungen - wenig Durchhänger. Über allen Titeln schwebt für mich der Ausnahmesong "Blindman", schon früher auf Coverdales Solo-Platte zur Ehre gekommen, aber hier in einer bestechenden genialen Version. Stark und mit unheimlich viel Gefühl und Dramaturgie. Mit dem stampfenden Opener "Fool for your loving", dem gospeligen "Carry your load" oder dem gefühlvollen "Ain't gonna cry no more" sind weitere Gewinner vorhanden, der Rest ist zumindest überdurchschnittlich. Der Nachfolger "Come an' get it" konnte da nicht mithalten, mit "Saint & Sinners" und dem starken "Slide it in" konnte man allerdings ordentlich nachlegen, bevor mit "1987" der amerikanische Markt geknackt wurde und gleichzeitig die Originalität und das Charisma sich im Wohlgefallen auflösten. Aber hier war man auf der Höhe der Zeit. [Review lesen]

20.04.2015 20:53 - Whiplash: Cult Of One (1996)

9.5 / 10
Eine völlig unterbewertete Platte. Das mag daran liegen, dass Whiplash insbesondere mit den ersten beiden Alben für rauen und speedigen Thrash geschätzt wurden - zurecht. Mit "Cult of one" legte man dagegen ein melodisches Power Metal-Album vor mit nur gelegentlichen Thrash-Einflüssen. Aber was für ein Album. Lieder voll gesunder Härte, eine glasklare Produktion und große Dynamik. Was letztendlich aber heraussticht, sind zwei lange Titel: "Heavenaut" und "Cult of one" - melancholische Meisterwerke, die einen nicht mehr so schnell loslassen und - die in meiner Erinnerung - auch live funktionierten, trotz Länge und einer gewissen Komplexität im Aufbau. Die alten Thrash-Liebhaber wollten dem aber nicht so folgen und so wurde die starke Veröffentlichung schnell verramscht. Zwei Alben später kehrten die beiden Tonys mit "Thrashback" deshalb lieber wieder zu ihren Wurzeln zurück. Schade, denn "Cult of one" ist eine völlig überzeugende Mischung aus Kraft und Gefühl. Schnell auf dem Ramschtisch "zuschlagen"! [Review lesen]

20.04.2015 08:22 - The Tea Party: Splendor Solis (1993)

10.0 / 10
Damit begann der (vermeintliche) Siegeszug des kanadischen Trios um Mastermind Jeff Martin. Manchmal ist Musik vielleicht auch das kleine Quäntchen zu originell und zu gut, um größere Hörerschichten zu erreichen. The TEA PARTY steuerten für ihr Debüt alles bei, was man braucht, um ein Stückchen unsterblich im Musikgeschäft zu werden: die richtigen großen Vorbilder wie Jim Morrison und die DOORS oder LED ZEPPELIN. Diese Einflüsse wurden mit Hilfe vieler weiterer musikalischer Strömungen zu etwas Eigenem, ganz Besonderen weiterentwickelt. Zeitlos schöne Rockmusik voller Kreativität ohne den Blick auf Hitparaden, Kommerz oder Strömungen und Trends. Tief intrinsisch motiviert, einfach da. Mit (nie ausreichend) gewürdigten Klassikern wie "The river", "A certain slaint of light" oder "Save me". Bis heute waren die Veröffentlichungen fast ebenso stark wie das Debüt ("The edges of twilight"), mal eher gewöhnungsbedürftiger ("Transmission") oder ziemlich entspannt ("The inter zone mantra"), aber immer originell und konsequent. Diese Band hätte ganz groß werden können. Vom künstlerischen Standpunkt waren und sind sie es auch geworden. [Review lesen]

19.04.2015 16:02 - Siren: No Place Like Home (1986)

9.0 / 10
Es gibt Platten, die haben vielleicht nicht die (Metal-)Welt komplett verändert, sie sind aber auch nach Jahrzehnten noch von großer Klasse. Dazu gehört sicher "No place like home" eine melodische Metal-Platte mit progressiven Elementen. Die Songs alle um die vier Minuten, aber trotzdem mit genug Ecken und Kanten, die für Spannung sorgen und gleichzeitig mit Melodien, die sich im (musikalischen) Teil des Gehirns festsetzen. Die Platte habe ich oft auf den Plattenteller gelegt. Was sind aber noch die weiteren Punkte, die die Veröffentlichung zeitlos und nach wie vor wertvoll machen? Die depressive, originelle Stimmung in Klassikern wie "Iron Coffins", "So far to go", "Over the rainbow" oder "Terrible swift sword". Alles Songs, die sich zwischen den Gehirnzellen und den Wertungspunkten 9 und 10 festsetzen. Es gibt auf der 2. Seite auch ein paar Titel, die nur knapp über der Mittelmäßigkeit liegen, aber wenige. Weiterer Pluspunkt der unnachahmliche Gesang von Doug Lee. Für einige vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber wie die Faust aufs Auge zu den Gitarrensalven und Melodien passend. Und eine ordentliche, klare Produktion verstärken den positiven Eindruck. Das Cover sorgte bei manchem Metal-Fan für Stirnrunzeln, wie auch der nicht so starke Nachfolger "Financial Suicide", der bei Aaarrg-Records unterging. Nach 32 Jahren gibt es jetzt auch eine ordentliche CD-Veröffentlichung in Form der Doppel-CD "Up from the depths" oder auch eine Vinyl-Box mit mal weniger, mal mehr sinnvollen Demo-, Neu- und Live-Aufnahmen. Da limitiert, einfach zugreifen. [Review lesen]

19.04.2015 14:17 - The Stranglers: Aural Sculpture (1984)

10.0 / 10
Das sträflich unterbewertete Meisterwerk der STRANGLERS. Klar mit Punk hat das nichts mehr zu tun. "Aural sculpture" verwöhnt den Hörer mit einer zeitlosen Mischung aus Rock, Pop und rudimentären New Wave-Sprengseln. Das ist sehr eingängig aber gleichzeitig auch sehr anspruchsvoll und von höchster Songwriting-Qualität. Nicht nur die bekannten Titel und Singleauskopplungen wie "Skin Deep", "Let Me Down Easy" und "No Mercy" können voll überzeugen, nein, auch die restlichen Titel sind äußerst stark. Das sonnige "Spain", das ambivalente "Laughing" oder das apokalyptische Meisterwerk "North winds", so stark waren die STRANGLERS nie wieder. Kann schon sein, dass nicht jeder meiner euphorischen Kritik folgen kann. Die kalte, glasklare Produktion und die gewisse Radiotauglichkeit mag einigen sauer aufstoßen. Ich liebe dieses Werk und kann mich nicht daran satthören. Ein Vergnügen für die reichlich auf dem Cover und im Innersleeve vorhandenen Ohren. Ein Klassiker in Stein gemeißelt wie die Aurale Skulptur auf dem Frontcover. [Review lesen]

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