Slutet Slutet (2015) - ein Review von Fire Down Under

Slutet: Slutet - Cover
1
Review
1
Rating
7.50
∅-Bew.
Typ: Compilation/Best-Of
Genre(s): Metal: Black Metal


Fire Down Under
03.10.2018 20:21

Der erste Song beginnt mit einem Nachrichtensample von den Terroranschlägen des 11. September (und endet mit Maschinengewehrsalven und Allahu-Akbar-Rufen), die daraufhin einsetzende Musik könnte man in etwa so beschreiben, als würde die behinderte Band "The Feminists" aus dem Film "Ex Drummer" versuchen, sowas ähnliches wie Black Metal zu spielen, wodurch irgendwie ein abstoßendes psychedelisches Geschwurbel rauskommt. "Psychedelic Black Rock" bin ich fast versucht, zu sagen. Die Sängerin schreit, kreischt und jault völlig schief und irre, alles riecht immer ein wenig nach Drogenmissbrauch.
So geht das dann irgendwie eine zeitlang weiter, und der letzte, 22 Minuten lange Song "O Ziemia!" klingt dann nochmal ein wenig anders als der Rest: hier wird die Psychedelik komplett auf die Spitze getrieben, Sound hört sich ziemlich verrauscht an, das Tempo ist meist unerträglich langsam mit vereinzelten Ausbrüchen (nach oben wie nach unten, plus vereinzelten Schreien, wirrem Gebrabbel), alles in einer komplett fesselnden Monotonie gehalten bis zum Wahn. Der Soundtrack, um sich in einer stinkenden, versifften Kloake die Pulsadern aufzuschneiden.

Speaking of it: das Ganze besitzt eher (Kunst-)Projekt- denn Bandcharakter, es handelt sich bei Slutet um ein Kollektiv, das Musik macht und einen Blog unterhält, auf dem Texte, Gedichte, abstrakte Kunst und explizite Fotos von Selbstverstümmelungen, Nackedei-Ritualen, rituellen Schamhaarverbrennungen usw. veröffentlicht werden.
Die frühen Demotapes erhielt man nicht gegen Geld, sondern musste irgendwas Persönliches, gemeint sind natürlich (Scham-)Haare, Blut o.ä. an die Band schicken.

Irgendwo übt das alles einen, wenn auch irgendwie makabren, unangenehm-beklemmenden Reiz aus und gerade der 22-Minüter ist musikalisch gesehen schon sehr fesselnd und atmosphärisch eindringlich.
Ach ja: Schwarzmetall-Phobiker bitte von der oben getätigten Bezeichnung "Black Metal" nicht abschrecken lassen, die Musik hat eigentlich fast gar nichts damit zu tun, auch wenn es von der Grundstimmung/der Negativität her durchaus eine Nähe zum BM aufweist.

Punkte: 7.5 / 10