Phobiatic Phobiatic (2017) - ein Review von Akhanarit

Phobiatic: Phobiatic - Cover
1
1 Review
1
1 Rating
7.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Death Metal


Akhanarit
09.08.2019 07:04

Es ist immer schwerer geworden, sich auf dem Technical Death Metal-Sektor Gehör zu verschaffen. Hunderte Bands versuchen sich in Tempo, Facettenreichtum und ... ähem ... Geschwurbel gegenseitig die Butter vom Brot zu klauen. PHOBIATIC aus NRW reihen sich hier leider auch mit ihrem dritten und selbstbetitelten Album ein. Mit dem eröffnenden 'Domination Matrix' zeigt man sich von Beginn an dem traditionellen Tech-Death sehr verbunden und auch die unmenschlichen Growls machen einen ersten (durchaus positiven) Eindruck. Die Riffs sind herrlich verschachtelt und auch an Dissonanzen mangelt es den Jungs nicht. 'Heads Will Roll' ist dann sogar noch einen Funken griffiger und auch im weiteren Verlauf kann sich beispielsweise das instrumentale 'Unconscious Perception' mehr als hören lassen. Doch dann ereilt "Phobiatic" ein Szenekennern nicht unbekanntes Schicksal. Der Stil nutzt sich gefährlich schnell ab und ist man erst einmal mit dem generellen Grundsound vertraut gemacht, sucht man nach dem berühmten roten Faden. Nach Passagen, die aus den Kompositionen herausstechen und die einem das Gefühl geben, dass es die so nur bei dieser einen Band geben könnte. Dieses Gefühl habe ich bei diesem Album leider nicht. Zwar lässt das tolle 'Architect' nochmals aufhorchen und man muss der Band definitiv zugestehen, dass sie wahre Könner an ihren Instrumenten verbuchen können. Doch es fehlt der gewisse Funke, der mich antreiben würde, mich intensiv mit dem gesamten Backkatalog der Truppe zu beschäftigen. Geschweige denn, diesen käuflich zu erwerben. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich bereits so viele Veröffentlichungen auf diesem Gebiet gehört habe und ich hier viel zu verwöhnt bin. Nun ja.

Was ihr bei PHOBIATIC auf jeden Fall bekommen werdet, und hier wollen wir wieder ins Positive gleiten, ist ein Brocken unbändiger jedoch kontrollierter Wut, welcher zudem auch noch über eine fette Produktion verfügt. Wenn diese Band mal Gas gibt, wächst kein Gras mehr und wenn es euch nicht allzu sehr auf Besonderheiten ankommt, sondern vielmehr diesem Grundgefühl von Brutalität auf hohem technischen Niveau, dann liegt ihr hier goldrichtig.

http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=8450

Punkte: 7 / 10