Hällas Conundrum (2020) - ein Review von iron

Hällas: Conundrum - Cover
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8.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock: Classic Rock, Hardrock


iron
22.01.2021 10:50

Ein Conundrum bezeichnet eine Frage bzw ein Rätsel, oftmals mit einem unerwarteten Twist. Dazu passend tue ich mir etwas schwer die Musik der Schweden Hällas zu beschreiben. Sie selbst tun es mit der etwas schwammigen Bezeichnung "Adventure Rock". In der Tat klingt der Stilmix durchaus sehr abenteuerlich und bildhaft. Man wähnt sich in einer Siebzigerjahre-Herr-der-Ringe-Verfilmung während cheesige Synthiesounds billig montierte Raumschiffe am geistigen Auge vorbei durchs Bild gleiten lassen. Das hat durchaus einen ganz eigenen, faszinierenden Charme und ist keinesfalls Despektierlich gemeint.

Musikalisch und vom Härtegrad her ist das ganze mit Hard Rock schon fast zu extrem beschrieben, von Heavy Metal ganz zu schweigen. Und trotzdem ist die Mischung aus Psychedelic, Progressive, AOR und Retro-Rock durchaus aufgeschlossenen Metalheads zu empfehlen. Allerdings vorrangig der Underground Fraktion, für den Mainstream ist der Sound viel zu nerdig und kauzig. Wer bei den Begriffen Retro und Siebziger jetzt an Bands wie Kadavar oder Graveyard denkt, könnte falscher nicht liegen, wer aber mit Namen wie Wishbone Ash, Jethro Tull, Straight Shooter oder auch Ashbury etwas anfangen kann, der sollte den Schweden auf jeden Fall ein Ohr schenken.
Witzigerweise lässt mich die Stimme von Tommy Alexandersson öfter an Chris De Burgh denken, mit dem ich eigentlich überhaupt nichts anfangen kann - hier passt mir die Stimmfarbe aber ausgezeichnet. Wenn Hällas in Zukunft noch den einen oder anderen Hit in der Qualität von `Carry On` komponieren, dürften sie durchaus noch ein paar Sprossen auf der Karriereleiter hochklettern. Verdient hätten sie das auf jeden Fall, denn ihre Musik wirkt durch ihre kauzige Ehrlichkeit wie ein Schuss Maggi im immer fader schmeckenden Einheitsbrei.

geschrieben für DARK STEEL ZINE.

Punkte: 8 / 10