Cryonic Temple Into The Glorious Battle (2017) - ein Review von Akhanarit

Cryonic Temple: Into The Glorious Battle - Cover
1
Review
4
Ratings
8.88
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Heavy Metal, Power Metal


Akhanarit
09.08.2019 06:44

Das hat aber gedauert. Das letzte CRYONIC TEMPLE-Album "Immortal" datiert nun schon bis ins Jahr 2008 zurück und bis jetzt ist es sehr ruhig um die schwedischen Power Metaller geworden. Nun jedoch knallen uns die fünf Musiker mit "Into The Glorious Battle" einen Leckerbissen vor den Latz, der sich wahrlich gewaschen hat. Nach dem Intro 'The Beginning Of A New Era' fahren CRYONIC TEMPLE einem mit 'Man Of A Thousand Faces' direkt einen Kracher mit Ohrwurmgarantie um die Ohren, dass es die reinste Freude ist. Zumindest, wenn man auf melodischen Power Metal mit hymnischen Strukturen steht und auch vor verstärktem Einsatz von Keyboards nicht Spontanausschläge bekommt. Auch ein Stück wie 'Prepare For War' schlägt in die gleiche Kerbe, wenn nicht sogar noch zwingender und mit 'Mighty Eagle', 'Flying Over The Snowy Fields' oder auch dem balladesken 'This War Is Useless (Eulogy)' hat die Band richtig starke Songs im Gepäck.

Ruhigere Töne werden auch bei 'Heroes Of The Day' angeschlagen und präsentieren einmal mehr, wie grandios sich ihr neuer Frontmann Mattias L. ("Immortal" wurde noch von Magnus Thurin eingesungen) in den CRYONIC TEMPLE-Sound einzufügen vermag. Mit diesem Frontmann hat die Band einen wahren Glücksgriff landen können, der während der gesamten Albumspieldauer nicht ein einziges Mal auch nur im Ansatz negativ auffällt. In diesem Fall ist der Sängerwechsel also mehr als geglückt. Ein Power Metal-Leckerbissen jagt hier den nächsten. Einzig 'Mean Streak' fällt hier ein klein wenig aus dem Rahmen. Allerdings ist auch dies keineswegs negativ gemeint, denn hier besinnen sich CRYONIC TEMPLE auf die guten alten Tage, als Hard Rock noch als solcher bezeichnet werden konnte und rocken sich mit bester Laune durch einen Track mit Testosteronüberschuss. Mit dem herrlichen 'Freedom' machen die Schweden dann den Sack auch direkt zu und haben wieder einmal unterstrichen, dass mit Power Metal aus Schweden noch immer zu rechnen ist, auch wenn die Band einmal nicht SABATON heißt.

Auch wenn die beiden Bands gerne zusammen in einen Topf geworfen werden (erweitert um ORPHAN GYPSY, die allerdings mit "Aftermath" von 2003 lediglich ein Album vorweisen können und direkt wieder von der Bildfläche verschwanden) und als solche die neue Welle schwedischen Power Metals losgetreten haben sollen, so sind CRYONIC TEMPLE mit ihrer Gründung 1996 knappe drei Jahre vor den Kollegen aus Falun am Start gewesen und auch das Debüt "Chapter I" (2002) erschien drei Jahre vor "Primo Victoria". Um den Bogen schnell wieder ins Diesseits zu spannen: "Into The Glorious Battle" gefällt mir sogar besser als SABATONs "The Last Stand" und es bleibt mir nichts weiter übrig, als ein ehrfurchtsvolles "Welcome Back" nach Schweden zu brüllen. Besten Dank für diesen Ohrenschmaus!

http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=8632

Punkte: 9 / 10