Empires Never Last (2007) - ein Review von noiseagain

Galahad: Empires Never Last - Cover
1
Review
4
Ratings
9.62
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock


14.02.2015 15:55

Ein progressive Galanummer aus dem Jahre 2007 in neuem Glanze.

2007 war ein hervorragendes Prog-Jahr, in dem Bands wie RADIOHEAD ("In Rainbows"), PORCUPINE TREE ("Fear Of A Blank Planet" & "Nil Recurring"), RIVERSIDE ("Rapid Eye Momement"), OCEANSIZE ("Frames") oder PAIN OF SALVATION ("Scarsick"), um nur einige Relevante zu nennen, viel frischen Wind und neue Impulse in diese sehr von Traditionen geprägte Spielart bringen konnten. Doch was war mit dem guten alten britischen Neo Prog? Der war zu dieser Zeit doch arg in der Versenkung verschwunden, impulslos umher dümpelnd. Klar, THRESHOLD spielte stark auf, doch ist der Sound doch auch arg im Metal verwurzelt. Tote Hose also?

Nein! Eine Band, die zum damaligen Zeitpunkt eher zur zweiten Reihe des neo-traditionellen Brit-Progtums gehört - GALAHAD - holte zum großen Counterstrike gegen die New-Artrock-Front aus. Vorliegendes Werk, "Empires Never Last" ist ein Re-Release und kommt im schicken Digipack-Format mit zwanzigseitigem Booklet daher. Man darf zusätzliches Artwork inspizieren, findet zwei akustische Bonus-Tracks und hört einen frisch gemasterten Sound, einen neuen Mix und stellenweise sogar neue Aufnahmen.

Klanglich höre ich auf meiner Nicht-High-End-Anlage eigentlich gar nicht so viel Unterschiede; das Album tönte schon damals schön klar, dabei satt und rund und auf sehr angenehme Weise modern. Die neue Version klingt, so bilde ich mir ein, noch einen Tick brillanter in den Höhen und transparenter bei größerer Lautstärke, doch weitere Tests erspare ich den Nachbarn. Um die Unterschiede in den Details zu bemerken, muss man das Album schon wie seine Westentasche kennen, doch selbst diese sorgt bei mir immer wieder für Überraschungen. Also lassen wir das.

Die Musik, die Songs, die Lyrics, all dies macht, wie schon beim Original, gute Laune. Dafür gibt es neben dem Klang viele weitere Gründe. Da wäre zuerst Sänger Stuart Nicholson zu nennen, der eine ähnlich eigentümliche Stimme hat wie beispielsweise ein Peter Nicholls (IQ) oder ein junger FISH, technisch vielleicht nicht perfekt, doch durch seine oft recht theatralische Phrasierung jederzeit im Fokus der Hörers bleibend. Und auch GALAHADs 2007er-Version des Neo Prog ist mit der Zeit gegangen. Wie RIVERSIDE und PORCUPINE TREE spielt man mit E-Gitarren-Riffs und Metal-Elementen, entrückte und leicht naiv wirkende Synthie-Melodien gibt es kaum noch, alles ist ernster und erwachsener wie auch deutlich fesselnder geworden. "Empires Never Last" ist somit also eher in einem Atemzug mit den hochintensiven ARENA-Werken "The Visitor" oder "Contagion" zu nennen. Schönheit, Melancholie, Dramatik und Härte geben sich wie beim Staffellauf den Stab in die Hand. Es geht dabei oft um Vergänglichkeit, und die untergehenden Königreiche, die besungen werden, können aller Natur sein: Regime werden gestürzt, Beziehungen beendet, Götter, Glaube und Religion hinterfragt. Und ein Song wie 'Sidewinder', in dem der falsche Prophet für die Aufgabe aller persönlichen Rechte das gelobte Land verspricht, ist heuer aktueller als je zuvor. So auch die zerrissene schwarze Fahne auf dem Backcover des Booklets.

Ich tu jetzt den Teufel und werde ein nicht einmal zehn Jahres altes Album nicht wie andere Kollegen einen "Klassiker" nennen. Einer der tollsten Beiträge zur Kategorie "British Neo Prog" ist "Empires Never Last" aber allemal, und der Titelsong gar eine Schlachthymne des Genres. Jetzt, mit der Deluxe-Edition erst recht! "Always remember: Empires never laaaaaaaaast..."

www.powermetal.de 19.01.2015

Punkte: 9 / 10


Galahad: Empires Never Last (Ltd. Digi)

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Tracklist:

  1. De-Fi-Ance
  2. Termination
  3. I Could Be God
  4. Sidewinder
  5. Memories From An Africa Twin
  6. Empires Never Last
  7. This Life Could Be My Last
  8. Termination (alternative version)
  9. This Life Could Be My Last (alt version)
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