Crystal Ball Crystallizer (2018) - ein Review von Akhanarit

Crystal Ball: Crystallizer - Cover
1
Review
3
Ratings
8.33
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock Hardrock, Melodic Rock


Akhanarit Avatar
04.07.2018 07:27

Na, das nenne ich doch mal erfreulich. Nachdem der Vorgänger "Déjà-Voodoo" tatsächlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, geht es mit "Crystallizer" nun in die nächste Runde. Und ich bin förmlich angetan von dieser Scheibe. Schon nach dem ersten Hördurchlauf fand ich immer wieder Stücke, die ich statt "ganz gut" sogar wirklich wieder klasse finde. Dies beginnt schon mit dem Opener und Titeltrack, der gleich von Beginn an eine Menge Spaß in die Sache bringt und als Eröffnungstrack perfekt funktioniert. Das hymnenhafte 'Curtain Call' legt dann gleich nochmal ordentlich nach und weiß auch durch ein cooles Solo zu überzeugen. CRYSTAL BALL haben wirklich an sich gearbeitet. Alle Achtung! Das folgende 'Alive For Evermore' rockt sich und hoffentlich auch euch in eine aufgeheizte Stimmung, auch wenn ich gestehen muss, dass ich den Text hier ein klein wenig zu flach finde. Dafür gibt es gratis ein oder zwei Highscreams. Danke dafür, passt! 'S.O.S.' wirkt dann wie ein Hybrid aus HELLOWEEN zu "The Dark Ride"-Zeiten und EUROPE mit ihrem "Start From The Dark"-Comeback. Durchaus interessant, auch mal so etwas von den Schweizern zu hören, denn damit lugen sie eine Winzigkeit über ihrem persönlichen Horizont hinaus, ohne sich jedoch zu weit von ihrer Identität zu entfernen. Wieder mehr in die 80s taucht man dann mit 'Crazy In The Night' ein, welches dank des Midtempos und dem griffigen Chorus zum Mitsingen einlädt. 'Gentleman's Agreement' ist dann meiner Meinung nach etwas in die Hose gegangen, denn während der Chorus wie üblich schön im Flow liegt, wirken die Verse eher so, als würden CRYSTAL BALL da etwas in Trudeln geraten. Zum Ausgleich gibt es aber zumindest wieder ein prima Solo, welches die Lead-Guitar-Freaks unter euch sicher nicht enttäuschen wird. In diesem Fall stammt es von Stefan Kaufmann (ex-ACCEPT, ex-U.D.O.), der auch weiterhin die Position des Produzenten bekleidet, wie wir das ja bereits von den Vorgängern gewohnt sind. Die quasi Ballade 'Let Her Go With Love' schließt dann die erste Halbzeit ab und allein schon die Tatsache, dass ich an dieser Stelle noch immer nicht genug habe, verdeutlicht, dass die Schweizer hier ein prima Album im Gepäck haben.

Mit 'Beauty In The Beast' finden CRYSTAL BALL sogleich wieder zu ihren Stärken und liefern aus meiner Sicht direkt mal das Highlight von "Crystallizer" ab. Was bisher noch fehlte, war ein wenig Groove und auch das bekommen wir nun in Form von 'Death On Holy Ground' geboten, was dieses Album herrlich auflockert. Der Chorus könnte dafür ohne weiteres auch von HAMMERFALL stammen. 'Satisfaction Guaranteed' bietet soliden Hard Rock mit hohem Mitsingfaktor, während sich Besitzer der Digipak-Version nun über die Powerballade 'Exit Wound' freuen dürfen, während es für den Rest mit 'Dusty Deadly' weitergeht, eine Nummer, die nicht nur Mitsingmaterial aufweisen kann, sondern auch eine gehörige Portion "Eier". Final gibt es dann 'Symphony Of Life' auf die Ohren, wobei ich an dieser Nummer nicht ein einziges Mal ohne ein Grinsen auskomme. Sagt mal, habt ihr verpennt, dass ihr da einen Rip-Off von 'The Lion Sleeps Tonight' komponiert habt, oder ist das ein beabsichtigter Gag, der eher irritierend als lustig rüberkam? Ich entscheide mich da lieber für zweitgenannte Variante und finde es zum (Kristall) Kugeln!!!

http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=9697

Punkte: 8 / 10