The New Machine Of Liechtenstein (1989) - ein Review von metal lounge

Holy Moses: New Machine Of Liechtenstein, The - Cover
1
Review
11
Ratings
9.64
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal


05.11.2015 22:14

„The New Machine Of Liechtenstein“ ist eine irre geile Scheibe und nicht nur für mich das Meisterwerk im Schaffen der Band, wenn ich hier mal den Punktedurchschnitt anschaue. Thrash Metal mit einer herrlich transparenten wie auch rohen Produktion, mit richtig fitten Musikern, gekrönt von dem herrlichen Gekeife und Geröhre von Sabina Classen, das damals noch viel viel ungewöhnlicher daherkam als heute. Produzent ist übrigens Alex Perialas, der im selben Jahr auch am fantastischen „Practice What You Preach“ von Testament gearbeitet hat; und Andy Classen hat hier vermutlich schon genau aufgepasst.

Der Beginn von „Near Dark“ erzeugt schon eine enorme Spannung, er ist rhythmisch vertrackt und bietet mit der originellen Gitarrenarbeit von Herrn Classen quasi das „Thunderstruck“ von HOLY MOSES. Und das noch ein Jahr vor AC/DCs legendärem Dudelintro. Ich liebe diesen Einstieg in das Album! „Near Dark“ ist und bleibt für mich der beste Song, und er endet auch, wie er angefangen hat. Nichtsdestotrotz geht es danach unverändert stark weiter, und ich möchte sonst auch gar keine Songs mehr extra hervorheben außer vielleicht noch „SSP“ und das abschließende fiese „Lost In The Maze“.

Das Ding ist ein Konzeptalbum mit herrlich bekloppter Story über die apokalyptische Auslöschung der Menschen durch Maschinen, die sich selbständig gemacht haben. Hier ist es halt die New Machine of Liechtenstein. (Die Terminator-Geschichte geht zwar ganz anders, aber der erste und freilich beste Teil der Cyberdyne Systems-Saga war bestimmt sehr beleibt bei der Band und letztlich recht prägend.) Das dazugehörige Comicheft - nur bei der LP-Erstauflage? - macht die Sache freilich eine kleine Idee kultiger, man muss es aber nicht wirklich kennen, um dieses Werk genießen zu können, das meiner Meinung nach sogar die damaligen Kreator mit ihrem „Extreme Aggression“ in Sachen Songwriting-Künste, Abwechslung und Können und überhaupt weite Teile der deutschen Thrash Metal Szene deutlich schlägt. Allerdings nicht in Sachen Wildheit und Aggressivität. Da gibt es schon ganz Andere, denn die Musik selbst ist eigentlich gar nicht so wahnsinnig heftig, eher schon verspielt und filigran für Thrash Metal-Verhältnisse. Wirklich fies klingen HOLY MOSES tatsächlich erst dank der herausragenden Leistung von Frau Classen am Mikro. Gerade auch Uli Kusch an den Drums und Tom Becker am Bass tragen einen ganz entschiedenen Teil zur Großartigkeit dieser Scheibe bei. Man könnte sich vielleicht an der über weite Strecken schon beinahe stumpf durchgeprügelten Snare stören, wenn man will; ich tu es nicht.

Auch sonst finde ich nichts zu bemängeln, eine verdammt starke Scheibe. Nie wieder hat die Band eine vergleichbare Leistung abliefern können. Ich gebe 9,375 Punkte!

Punkte: 9 / 10


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