Magnum Lost On The Road To Eternity (2018) - ein Review von Akhanarit

Magnum: Lost On The Road To Eternity - Cover
1
Review
13
Ratings
8.62
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock, Hardrock, Classic Rock


Akhanarit Avatar
27.01.2018 08:55

Na, wenn das mal keine nette kleine Überraschung ist. MAGNUM-Frontmann Bob Catley hat die 70 erreicht und MAGNUM selbst lassen ihr neunzehntes (!!!) Studioalbum "Lost On The Road To Eternity" auf ihre treue Fangemeinde los. Ganz sachlich wird direkt zu Beginn mit 'Peaches And Cream' festgestellt, dass das Leben an sich eben doch kein Zuckerschlecken ist, doch irgendwie muss man ja auch das Beste aus der Sache machen. Deshalb gibt es mit 'Show Me Your Hands' wieder einen für MAGNUM-Verhältnisse typischen Rocker, der selbstverständlich auf die Live-Situation abzielt und somit bereits den Hinweis preisgibt, dass mit MAGNUM auch jetzt noch auf diversen Bühnen dieser Welt zu rechnen sein wird. Mit 'Storm Baby' gehen die Briten wieder deutlich auf Schmusekurs, was jedoch auch nicht weiter verwundern dürfte, wenn man sich mit dem Werk dieser bald 50 Jahre bestehenden Band auseinandergesetzt hat. MAGNUM waren immer ein Garant dafür, Fans aus etlichen Lagern wie dem Bombast Rock, dem Symphonic Rock und sogar dem Progressive Rock unter einem Dach zu vereinen und auch wenn Bob Catleys Garderobe auf der Bühne mitunter mehr als fragwürdig anmutet, so sind sich doch alle einig, wie sehr diese Stimme zu dieser Band gehört. Sollte Catley eines Tages das Mikrofon an den Nagel hängen, sind auch MAGNUM tot, so viel wage ich schon jetzt zu prophezeien. Doch über so etwas wollen wir jetzt nicht weiter nachdenken, geht es doch mit dem eher langsamen Rocker 'Welcome To The Cosmic Cabaret' weiter, der vom Vibe ein wenig an 'All England's Eyes' erinnert. Das Gitarrenspiel von Mastermind Tony Clarkin ist wie immer schön auf den Punkt und sämtliche Songs atmen diesen unverkennbaren MAGNUM-Spirit, der in all den Jahrzehnten nicht aus der Szene wegzudiskutieren war. Ob sich Bob und Tony selbst fragen, ob das alles ewig währen wird, vermag ich leider nicht zu beurteilen, doch Songtitel wie 'Lost On The Road To Eternity' lassen da durchaus Raum für Spekulation. Wo wir gerade dabei sind ... Nachdem Bob Catley ja sehr gerne bei Tobias Sammets AVANTASIA-Projekt mitgewirkt hat, revanchiert sich der EDGUY-Frontmann nun auf diesem Titelsong und drückt dem Track seinen unverkennbaren Stempel auf. Die Zusammenarbeit kann hiermit also als "auf beiden Seiten fruchtbar" deklariert werden.

Das Thema Liebe darf ja bekanntlich auf keinem guten Rock-Album fehlen, weshalb MAGNUM sich auch sogleich an 'Without Love' setzten und anstatt seicht vor sich hinzuplätschern, wurde diesem Song ein amtlicher Groove beschert. Für mich zugleich die überraschendste und auch beste Nummer auf "Lost On The Road To Eternity". Dies, meine Herren, ist endlich mal wieder eine echte Hymne! Gefällt. 'Tell Me What You've Got To Say' bietet etwas Galopp-Rhythmus, während sich 'Ya Wanna Be Someone' als typischer Midtempo-Stampfer präsentiert. 'Forbidden Masquerade' atmet etwas 'On A Storyteller's Night'-Flair und ist einer jener Songs, die man einfach von MAGNUM erwarten kann. Bei 'Glory To Ashes' geht Bob Catley wohl am meisten auf diesem Album aus sich heraus, auch wenn das Stück über weite Strecken sehr ruhig und bedächtig gehalten ist. Und ja, 'Need A Lot Of Love' kommt einem in gewisser Weise auch dabei in den Sinn. Das abschließende 'King Of The World' startet pompös, pendelt sich sogleich wieder aber bei den langsameren Kompositionen ein und beendet "Lost On The Road To Eternity" stimmig, wenn auch alles andere als mit einem Paukenschlag.

Im Großen und Ganzen ist MAGNUMs neunzehntes Studioalbum wieder solide, hat jedoch sehr viele langsame Stücke in der Tracklist. Sämtliche Referenzen zu älteren Songs überstrahlen das neue Material zudem derart immens, dass sich "Lost On The Road To Eternity" lediglich als "ganz nett" in der überaus beeindruckenden Diskografie der Briten wiederfindet. Hinzu kommt, dass ich den Vorgänger "Sacred Blood 'Divine' Lies" für den deutlich stärkeren Output halte. Dies schmälert meinen MAGNUM-Enthusiasmus im Jahre 2018 ein wenig. Es bleibt also zu hoffen, dass das nächste Album, welches die gloriose 20 voll machen wird, ein echter Knaller wird.

http://www.bleeding4metal.de/index.php?show=review_de&id=9284

Punkte: 7 / 10


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Tracklist:

  1. Peaches and Cream
  2. Show Me Your Hands
  3. Storm Baby
  4. Welcome To The Cosmic Cabaret
  5. Lost On The Road To Eternity
  6. Without Love
  7. Tell Me What You've Got To Say
  8. Ya Wanna Be Someone
  9. Forbidden Masquerade
  10. Glory To Ashes
  11. King Of The World
  1. Sacred Blood, Divine Lies (live)
  2. Crazy Old Mothers (live)
  3. Your Dreams Won't Die (live)
  4. Twelve Men Wise And Just (live)

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