Aversions Crown Xenocide (2017) - ein Review von blackening

Aversions Crown: Xenocide - Cover
1
Review
2
Ratings
9.25
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Metalcore


blackening Avatar
28.05.2017 13:27

Daran gemessen, dass ich bisher der einzige auf dieser Seite bin, der Alben dieser Band besitzt, würde ich sie mal als "unterbewertet" betrachten. Was ich mit dieser Review ändern möchte.

"Xenocide" ist einspruchsvolle, verdammt harte, durchdachte wie melodische Musik. Angefangen als Deathcore, werden hier sehr viele untypische Stilelemente und vor allem Kompositionsweisen bedient. Also, Freunde harter Musik, bitte trotz dem " Deathcore"-Label mal ein Ohr riskieren. Vorweg gleich, dass ich kein Fan des Genres bin, aber immer mehr gute Bands in dem Berreich für mich entdecke, während ich im Death Metal außer vlt Bands wie Artificial Brain nur noch Stillstand höre.

Fangen wir mit den Instrumenten an: Die Drums halten hier alles zusammen, jeder Tempowechsel oder Stilwechsel. Blastbeat, Thrashbeat, Haltftime, Gravity Blast, Breakdown, Slam, ruhige Beckeparts...alles da und alles geht organisch ineinander über. Das Drumming unterstützt hier immer den Song, statt sich in den Vordergrund zu drängen.
Der Bass...naja. Ich sag mal so, gute Basser sind finde ich wirklich wirklich selten. Hier ist der Bass wohl produktionsbedingt kaum zu hören. Ein Standart in harter Musik, den ich nie kapieren werde. Mit Bass wäre die Scheibe viel härter. Da der Bass aber keine eigenständigen Parts hat, ist das irgendwie auch ok.
Die Gitarren wechseln von Tremolopicking wie im Black Metal zu geschmackvollen Leads ( meist als Hookline), Slams, Melodeathriffing und " Djent". Die Gitarristen teilen sich ihre Arbeit hier gut auf und ergänzen sich erstklassig mit den Drums.
Sänger und Neuzugang Mark Oida ist die größte Steigerung zum Vorgänger. Keifen, Grind-Gurgeln, Growls verschiedener Facetten, mittlere Shouts...alles erstklassig und sehr zu meiner Frede recht natürlich im Sound. Meist fragt man sich bei Deathcoresängern, wie hart wohl im Studio nachgeholfen wurde und wie er wohl wirklich klingt, aber hier...top!

Jetzt zu den Songs: da es sich um ein Konzeptalbum handelt, macht es für mich wenig Sinn, einzelne Songs durchzugehen, stattdesen versuche ich, zu verallgemeinern:
Diese Art von Deathcore ist irgendwo zwischen Melodeath ( alte In Flames, Cypher System) in den Riffs, Schweden Black ( Dark Funeral) in den Tremoloparts und hohen Vocals, Grind/Brutal Death in den Breakdowns ( meist sind die BReakdowns hier eher slam-beeinflusst), Djent a la Textures oder Nemertines und melodischen Leads/Hooklines im Sinne von Nile oder Arch Enemy. Klingt verwirrend, wird aber wirklich gut vom Drumming und Gesang zusaamengehalten. Dazu ist das ganze ziemlich atmosphärisch. Unmenschlich, "fremdartig", durch die Leads hymnenartig und ziemlich düster/verzweifelt. Themenentsprechend ziemlich wütend udn auf sehr hohem technischen Niveau ( vor allem Drums und Gesang)
Auffallend sind für mich die sehr guten Song Strukturen. Deathcore ist für mich meist einfach ein Aneinanderkleben von Riffs und Breakdowns ohne Sinn und Verstand. Hier aber gibt es ständig wiederkehrende Hooks, die Riffs bauen aufeinander auf und jeder Song hat sowohl Klimax als auch Ruhepole, um Spannung aufzubauen. Man merkt, wie viel Feinarbeit hier drin steckt, alles wirkt schlüssig. Durch die Hooks ist auch jeder Song trotz der Komplexität eingängig.


Kommen wir zum Sound: Hier ist die Frage: Mag man moderne Sounds oder eher nicht? Ich stehe dem zwispältig gegenüber. Einerseits klatscht es extrem, andererseits zu steril für meinen Geschmack. Drums sind entweder durch Samples ersetzt oder komplett programmiert, der Bass ist kaum hörbar, die Gitarren werden ein Axe FX oder Kemper sein, klingen dafür aber relativ echt. Der Gesang ist relativ natürlich.
Insgesamt ein Sound ohne jede Dynamik und Menschlichkeit, andererseits thematisch passend ( dazu später mehr) und in der Industrie heute Standard.

Thematisch haben wir es hier mit einem Konzeptalbum zu tun. Simpel ausgedrückt ist es " die Menschheit ist böse, Aliens kommen und rotten sie deswegen aus". Klingt öde, macht aber durchaus Bock und passt zu der angepissten Attitüde. Der " Humans are Evil" Trend ist spätestens seit Cattle Decapitation nichts Neues mehr, aber es ist ein Trend, der mir sehr gefällt und hier dazu sehr gut gemacht ist, wenn man auf Science Fiction steht.

Bisher hab ich außer etwas die Produktion noch gar nichts kritisiert. Nun...zum Einen ist nicht jeder Song auf dem gleichen Niveau. " Erebus" ist so ein Hammersong, dass jeder andere, obwohl gut, dagegen ein Wenig den Kürzeren zieht.
Nach einiger Zeit stört mich zumindest die Produktion echt, aber sie erfüllt ihren Zweck. Ab und zu ein Gitarrensolo wäre schön...ansonsten, und JA, das meine ich sehr ernst:
ist das bisher das beste Album des Jahres für mich.

Ich kenne die Band erst seit letztem Jahr, wo sie mich im Vorprogramm von den Irren Rings Of Saturn sehr beeindruckten.

Wer dem keine Chance gibt wegen des " Core"-Labels: ihr verpasst was :)

Anspieltipps:
Erebus,Prismatic Abyss,The Soulles Acolyte, Ophiophagy

Punkte: 9 / 10


Aversions Crown: Tyrant

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Tracklist:

  1. Hollow Planet
  2. The Glass Sentient
  3. Conqueror
  4. Vectors
  5. Earth Steriliser
  6. Avalanche
  7. Xenoforms
  8. Overseer
  9. Controller
  10. Faith Collapsing

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