Dreaming In Monochrome (2016) - ein Review von Akhanarit

Dementia: Dreaming In Monochrome - Cover
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Review
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Rating
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal


Akhanarit Avatar
27.09.2016 15:32

Man kann sich darüber streiten, ob DEMENTIA die deutsche Death Metal-Szene nun seit 1989 oder 1996 beackern. Fakt ist jedoch, dass sich die Band im Schnitt um die fünf Jahre Zeit lässt, um ein neues Studioalbum zu veröffentlichen (ihr viertes Album "Beyond The Pale" erschien im Jahre 2011). Nun erscheint mit "Dreaming In Monochrome" ihr fünftes Werk. Anfangs dachte ich noch, es würde sich hier um eine kurze EP handeln und mit gerade mal fünf Songs ist das schnell erledigt. Ich kannte DEMENTIA ja vorher auch noch nicht! Dass drei Songs sich quasi im Zehn-Minuten-Bereich tummeln und der Titelsong mit fast zwanzig Minuten ein wahres Monstrum der Progressive Melodic Death Metal-Zunft geworden ist, ließ mich dann erstmal kräftig schlucken. Doch es weckte die Neugier in mir.

Und tatsächlich überraschte mich die Band enorm, verarbeitet sie doch etliche Bausteine, die mir generell so gar nicht zusagen (die Growls nicht griffig genug, Tastengedudel und vereinzelt Cleanvocals sanft wie Zuckerwatte). Aber dann der Knaller! So, wie DEMENTIA diese Bausteine zusammensetzen, funktioniert "Dreaming In Monochrome" vorzüglich. Schon als DEMENTIA im Opener 'Darkness Rising' das erste Mal aus dem ersten Raster ausbrachen, fand ich den Track spannend. Eine Mischung aus Death Metal, der Sperrigkeit durch die progressiven Elemente und dazu die schleppende, doomige Erhabenheit ... Das hat schon was. Noch deutlicher wird dies beim folgenden 'Ghosts', welches sich nicht nur durch etliche Facetten der Musiklandschaft walzt, sondern zugleich auch noch kompositorisch eine regelrechte Ohrenweide darstellt. Und dies alles, ohne die von mir eigentlich nicht gemochten Elemente unter den Teppich zu kehren. Ganz im Gegenteil!

'Abyssal Fall' ist dann die bisher schnellste Nummer, die mit ihren "gerade mal" sechs Minuten auch jener Track ist, der am direktesten auf den Punkt kommt. Doch selbst hier bleibt man alles andere als eintönig auf seiner Schiene verhaftet. So taucht hier mal eine herrlich melodische Lead-Passage auf, um dort in ein frickeliges Solo zu münden. Der Klargesang zieht scheinbar unscheinbar an einem vorbei, doch am Ende war es genau das, was den Song so stark gemacht hatte. 'Monologue' hievt DEMENTIA in Sphären, welche die Band aus Baden-Württemberg den Stempel "die ORDEN OGAN des Death Metal" verleihen könnten, würde da nicht so viel DARK TRAQUILLITY und MY DYING BRIDE durchschimmern. Die knapp zwei Minuten Stille am Ende des Songs nerven allerdings ungemein.

Dass dies jedoch alles wie ein kurzes Vorspiel für den eigentlichen Hauptakt sein sollte, liegt quasi auf der Hand, denn DEMENTIA haben sich sicher etwas dabei gedacht, den Titelsong als finalen Track aufzusparen. Erst nach dem Genuss eben diesem kann man "Dreaming In Monochrome" versuchen, in seiner Gänze wirklich zu erfassen und die paar Tage, in denen ich diesem Album lauschen konnte, werden diesem Epos eigentlich nicht wirklich gerecht. Der Projektor beginnt zu rattern, die Streicher setzen ein und dann wird der Hörer in die tiefschürfenden Klangwelten der Truppe hineingezogen und trotz der Länge vergeht die Zeit wie im Fluge. Wie kann man so etwas in Worte fassen? Das geht eigentlich kaum, aber ich will es dennoch mal versuchen: Stellt euch vor, da kocht jemand mit Zutaten, die ihr eigentlich nicht mögt und am Ende schmeckt euch das Ergebnis überraschenderweise dermaßen gut, dass ihr euch sogar einen Nachschlag holen wollt!

http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=7954

Punkte: 8 / 10


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Tracklist:

  1. Darkness rising
  2. Ghosts
  3. Abyssal fall
  4. Monologue
  5. Dreaming in monochrome
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