Armageddon (2016) - ein Review von Akhanarit

Equilibrium: Armageddon - Cover
1
Review
5
Ratings
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Pagan/Viking Metal


Akhanarit Avatar
20.08.2016 04:57

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht aus dem Hause EQUILIBRIUM, die gerade mit ihrem fünften Album an den Start gegangen sind. Die gute Nachricht ist, dass sie offenbar erkannt haben, dass die Clean-Vocals (die auf dem Vorgänger "Erdentempel" noch vermehrt vertreten waren) auf "Armageddon" gestrichen wurden. Dafür beginnt das Album direkt mit einem Albert Einstein-Zitat ('Sehnsucht') und ihrem üblichen epischen Bombast. Der Sound ist wieder einmal prima geworden und diesmal scheinen auch wieder alle Musiker mit an Bord gewesen zu sein (beim letzten Album haben René und Robse quasi alles im Alleingang gehandelt). Wo wir gerade dabei sind, sollte ich noch erwähnen, dass für "Armageddon" mit Dom 'Ragnar' Cray auch ein neuer Gitarrist zu verzeichnen ist, welcher Andreas Völkl ersetzt. EQUILIBRIUM-Fans werden sich mit Sicherheit wie die Geier auf 'Erwachen' oder auch das überraschend politik-/sozialkritische 'Katharsis' stürzen und auch 'Heimat', bei dem sich die Band die Unterstützung diverser Flötisten (Christoph Wellm, Robert Leuschner, Martin Hahn, Sebastian Fauth) geholt hat, kann sich hören lassen.

Damit kommen wir schon zur ersten schlechten Nachricht, denn mit 'Born To Be Epic' wandeln die Starnberger nicht nur erneut auf englischsprachigen Pfaden, sondern machen sich durch den flachen Text sowie diesem grauenhaften "Ich bin total auf Pilzen"-Übergang gehörig zum Affen. Diesmal leider ohne Insel. Ich habe keine Ahnung, ob das wieder so ein Treppenwitz wie 'Wirtshausgaudi' sein soll, oder ob die Jungs das wirklich selbst gut finden, aber mir bleibt da das Lachen im Halse stecken. Nach diesem Schreck verblasst auch 'Zum Horizont' ein wenig und dann gibt es ausgerechnet einen weiteren Ausflug ins Englischsprachige ... sogar im Doppelpack! 'Rise Again' scheint Nummer aus gewohntem EQUILIBRIUM-Stoff (mit Flötenbeitrag von Galo) zu sein, während 'Prey' RAMMSTEIN/MEGAHERZ-Beats integriert, wobei ich mich nur fragen kann: warum um alles in der Welt? Zudem fand ich die Lyrics (erneut) grauenhaft und habe mich gefragt, ob das an mir oder der Band liegt, der ich da vielleicht Unrecht tue. Ich habe dann einen Freund aus den USA gebeten, seine Meinung zu der Qualität der Texte beizusteuern und habe selbige einfach für sich sprechen lassen. "Das ist ja übel! Kennst du diese Spam-Mails aus anderen Ländern, die dir irgendwelchen Mist andrehen wollen? Die sind genauso voller Fehler wie das Zeug hier. Künstlerisch einfach grottig!", kam trocken zurück. Ganz so hart hätte ich es bei "Armageddon" nicht formuliert (hab ich immerhin schon bei "Erdentempel" getan), aber mein Gefühl schien mich nicht getrogen zu haben. Bei Muttersprachlern werden EQUILIBRIUM eher weniger Zustimmung finden. 'Helden' wird wohl auch so eine Nummer sein, welche die Hörer in zwei Lager spaltet. Die Gamer unter euch werden es ganz witzig finden, der Rest hätte sich dagegen wohl eher einen Track wie 'Karawane' gewünscht. Für 'Koyaaniskatsi' fand sich laut René wohl kein geeigneter Text, weshalb ein Spoken-Word-Part-Auszug eines Freundes herhalten muss, der jetzt Hörbücher macht. Doch irgendwie haut auch das nicht vom Hocker, denn Zitat: "Den wahren Wert, ganz gleich wie intelligent, groß oder artverwandt es ist, erkennst du im Moment des tiefen Blickkontakts. Es geschieht etwas, das mit dem Intellekt nicht zu erfassen ist. In diesem Augenblick weicht der Verstand dem Verständnis. Du verstehst, dass das Wesen, das dir gegenübersteht, einfach da ist. Und dass dieses "da sein" Rechtfertigung genug ist, um sein zu dürfen."

Nach dem Genuss der EQUILIBRIUM-Pilze (die man laut 'Helden' sogar betreten kann; Super Mario-Referenz, keine Sorge, bin im Bilde!) würde ich jetzt entgegnen, dass ich das Verständnis, dass etwas da ist, längst haben muss, da ich sonst ja keinen Blickkontakt suchen würde, sondern weiter durch Himmelsrand streifte. Ein Glück, dass Vampire unanfällig für Krankheiten und Gifte jeder Art sind. Aber ich verliere mich schon wieder. Also auf zum Endspurt namens 'Eternal Destination'. Und nein, hier ist nur der Titel englisch, keine Bange! Was kann ich dazu sagen? Gut ist er geworden. Hier finden EQUILIBRIUM dann doch wieder zu ihren Stärken und auch Robse Dahns Tochter Charly, die man ja noch vom letzten Album kennen dürfte (vom Song 'Apokalypse'), ist wieder mit dabei. Auch im Video hat sie ihren Auftritt und wenn ich mich auf Anspieltipps festnageln lassen müsste, wären es ganz klar dieser Rausschmeißer sowie 'Katharsis'. Musikalisch überzeugen die Musiker nach wie vor. Tolle Melodien, die folkigen Instrumente ... Das alles ist noch da. Nur inhaltlich kommen EQUILIBRIUM leider immer mehr vom Weg ab.

http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=8008

Punkte: 6 / 10


Equilibrium: Armageddon

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Tracklist:

  1. Sehnsucht
  2. Erwachen
  3. Katharsis
  4. Heimat
  5. Born to be epic
  6. Zum Horizont
  7. Rise again
  8. Prey
  9. Helden
  10. Koyaaniskatsi
  11. Eternal destination
  1. Sehnsucht (Instrumental)
  2. Erwachen (Instrumental)
  3. Katharsis (Instrumental)
  4. Heimat (Instrumental)
  5. Born to be epic (Instrumental)
  6. Zum Horizont (Instrumental)
  7. Rise again (Instrumental)
  8. Prey (Instrumental)
  9. Helden (Instrumental)
  10. Koyaaniskatsi (Instrumental)
  11. Eternal destination (Instrumental)

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