Created To Kill (2015) - ein Review von Akhanarit

Defloration: Created To Kill - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


Akhanarit Avatar
01.07.2015 22:53

DEFLORATION aus Thüringen sind längst alte Hasen im Geschäft und übergeben mit "Created To Kill" ihr bereits fünftes Album an die Anhängerschaft. Ihr fast schon vor groovendem Thrash triefender Death Metal, bevorzugt im Midtempo angesiedelt, verfeuert hier wie gewohnt Riffs, die unter die Haut gehen, auch wenn sie nicht durchgehend die Spannung aufrecht erhalten können. Für jene, die DEFLORATION bereits kennen sei noch angemerkt, dass Frontmann Uwe Rödel nicht mehr in der Pößnecker Band gurgelt. Er wird durch Eric Oßwald (ROGASH) ersetzt und erinnert stimmlich ein wenig an eine Kreuzung aus DEBAUCHERY und MORTICIAN. Jedenfalls drängen sich stellenweise derartige Vergleiche auf.

Grundsätzlich erscheinen mir die Kompositionen selbst recht von der britischen Bewegung inspiriert zu sein und so ist es auch kein Wunder, dass man schon bei dem Opener 'By Brutal Hate' leichte Querverweise zu BENEDICTION und Konsorten findet. Höllischer Groove ist hier viel wichtiger als verschachteltes Taktgefrickel. Doch manchmal ist stumpf eben doch Trumpf. 'Family Gore' klingt dafür in der Melodieführung etwas mehr nach Skandinavien, wobei ich hier mal DESULTORY anführen würde und bei 'Exorcism' wecken die Mannen Erinnerungen an MORBID ANGEL zu "Covenant"-Zeiten. 'God Of Emptiness' wäre hier das Schlüsselmoment. Das macht auch alles irgendwie Laune und lediglich 'Inner Fight' fällt für mich im Vergleich zum restlichen Material ab, da mir hier das Verlassen des engen selbstauferlegten Vocal-Rahmens etwas störend in die Parade fährt, doch auch davon mal abgesehen: Den heiligen Death Metal-Gral halten wir hier leider nicht in Händen. 'Necromantic Lunch' beispielsweise kommt bei mir so gar nicht in Schwung und der seltsame Bass-Sound klingt wie ein missglücktes Elektronikexperiment. Das beeinträchtigt den Fluss des Albums ein bisschen. Vieles ist ein wenig simpel gehalten und dadurch rauschen immer wieder etliche Minuten an einem vorbei, in denen man sich ertappt, in Gedanken abzuschweifen und DEFLORATION nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

DEFLORATION machen mir dafür am meisten Spaß, wenn man gerade an irgendwas herumschraubt und die Band einem dann einen Mosher nach dem anderen um die Ohren wummert. Das ist Musik, die einen unablässig vorantreiben will und das auch mit kleinen Abstrichen ganz gut hinbekommt. Manche Riffs klingen dagegen wie schon ein paar Mal gehört, was jetzt aber nicht zwingend etwas Schlechtes bedeuten muss. Man muss halt dafür in Stimmung sein und sich darauf einlassen können. Wer also auf nette Nebenbeiunterhaltung gepolt ist, sollte "Created To Kill" auf jeden Fall mal ein Ohr leihen. Ich verlasse mal wieder meinen eigenen Rahmen und sage: solide Hausmannskost!

http://bleeding4metal.de/?show=review_de&id=7012

Punkte: 7 / 10


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Tracklist:

  1. By brutal hate
  2. Crystal city
  3. Family gore
  4. Brutal stalking
  5. Devouring flesh
  6. Inner fight
  7. Pure pork party
  8. Exorcism
  9. Necromantic lunch
  10. Game of gods
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