Apex Predator - Easy Meat (2015) - ein Review von Monolith

Napalm Death: Apex Predator - Easy Meat - Cover
1
Review
11
Ratings
8.59
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Grindcore


Monolith Avatar
09.12.2015 13:04

Zuallererst finde ich es großartig, dass Napalm Death auch im Jahre 2015 weitermachen und in eher größeren Abständen verglichen mit der Releasewut anderer Bands Alben rausbringen. Besonders bei einer Größe wie Napalm Death kann man das gutheißen und die 3 Jahre Wartezeit sind meiner Meinung nach verkraftbar.

Was allerdings nicht wirklich viel über die Qualität des Albums aussagt. Denn trotz 3 Jahre Vorbereitungszeit haben Napalm Death nicht alle Register gezogen, die normalerweise von Bands dieses Kalibers zu erwarten sind. Der Death-Metal-Grindcore-Gemisch, das uns hier angeboten wird, hat einiges an netten Riffs für den Metal dieser Art und man kann auch sonst, wenn man die Lieder einzeln betrachtet, nicht wirklich meckern. Wenn man aber dann bedenkt, dass wir es bei "Apex Predator - Easy Meat" mit einem Album zu tun haben, das - entsprechend des Albums, das gekauft wurde - mit mindestens 14 Liedern bestückt wurde, so ist der erste Hördurchlauf doch etwas ernüchternd. Beginnend beim Intro "Apex Predator - Easy Meat", das untypisch für Napalm Death'schen Death Grind mit irgendeinem okkulten Sampel beginnt, ehe er in "Smash a single Digit", einem stark noisigen und meinen Ohren nach überaus unangenehmen Track eskaliert, kann man somit erst im 3. Track "Metaphorically Screw you" einer wirklich qualitativen Katastrophe horchen, wie man sie von Bands wie Napalm Death gewohnt ist und sie erwartet. Leider ist "Metaphorically screw you" ein vorerst allein stehender Stern am Firmament des Albums, denn die darauffolgenden Tracks "How the Years condemn" und "Stubborn Stains" rauschen einfach uninteressant an einem vorbei. Erst mit "Timeless Flogging" kann wieder Kurs auf die Aufmerksamkeit genommen werden, allerdings erst mit der zweiten Hälfte des Stücks, der den Hörer von einer repetitiven und nervigen Passage erlöst.

Dann geht es aber zum Glück wieder ab. "Dear Slum Landlord" hat als Interlude mehr Power inne, als die 3 vorangegangenen Tracks zusammen und mündet in den groovigen und killenden "Cesspits", den ich mir zum Vergnügen gleich 4 mal hintereinander angehört hab. Die stimmlichen Leistungen des Greenway sind in hier erneut überragend, allerdings passen hier auch die einzelnen Instrumente wieder perfekt zusammen.

Der 2. Höhepunkt auf dem Album driftet leider wieder mit "Bloodless Coup" in eine Talfahrt, denn der Versuch einen mit Crustelementen vollgepumpten Track zu kreieren, scheiterte letztendlich an der berechneten und demnach berechenbaren Art, die wirklich aus jeder Sekunde des Stücks herauszuhören war. Bei "Beyond the Pale" hoffte ich dann wirklich, dass der Karren von Napalm Death jetzt endgültig im Dreck endete, denn diese unerträglichen Riffs und das orientierungslose Herumgejamme der Marke Totalschaden sollte eine Band wie Napalm Death einfach nicht auf ein Album schmieren!

Meine Hoffnung hat mich zum Glück nicht enttäuscht, und so konnte "Stunt your Growth" wieder mein Herz höher schlagen. Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber aus der Scheiße, die auf "Beyond the Pale" gebaut wurde, schimmert dieser Track wirklich goldähnlich heraus. Besonders die letzten 20 Sekunden rissen dem Vieh dann entgültig den Schädel ab. Zum Glück wurde daraufhin alles besser, als befürchtet, und Napalm Death haben mit "Hierarchies" den wohl außergewöhnlichsten Track auf dem gesamten Album geschrieben. Diese fast schon epische Mischung aus altbekannter Eskalation und einem Chor als Chorus hat mich beim ersten Hördurchlauf beeindruckt und ist mit der Zeit eines der Lieder geworden, die ich bei Hörtouren durch Napalm Death mir als erstes anhöre. Einfach nur großartig!

"One-Eyed" hält sich qualitativ etwas über dem Durchschnitt des Albums, was allerdings nicht so schwer ist, bei dem, was hier bisher geboten wurde. Dieser Track hat einige gute und knallende Passagen, versinkt leider genauso oft in der Belanglosigkeit und rauscht daher zu 50% am Hörer vorbei. Das darauffolgende "Adversarial/Copulating Snakes" beginnt wieder etwas interessanter, driftet schließlich wieder in dieselbe Belanglosigkeit ab. Erst gegen Ende können Marschrhythmen und ein paar Stimmen im Hintergrund wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, allerdings ist das alles anschließend zu lang gezogen und durch die Repetition wieder uninteressant.

Im Falle Napalm Death bin ich etwas gnädig, die Lieder sind schließlich bis auf 1, 2 keine Totalausfälle und über ihre Intensität lässt sich ja letzten Endes auch streiten. Allerdings ist "Apex Predator - Easy Meat" für ein Napalm Death Album festgefahrener Durchschnitt, der in der heutigen Zeit nicht gerade viele Hörer begeistern wird.

Punkte: 7 / 10


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Tracklist:

  1. Apex Predator – Easy Meat
  2. Smash A Single Digit
  3. Metaphorically Screw You
  4. How The Years Condemn
  5. Stubborn Stains
  6. Timeless Flogging
  7. Dear Slum Landlord...
  8. Cesspits
  9. Bloodless Coup
  10. Beyond The Pale
  11. Stunt Your Growth
  12. Hierarchies
  13. One–Eyed
  14. Adversarial / Copulating Snakes
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