Tyranny (2014) - ein Review von marty-party

Julian Casablancas & The Voidz: Tyranny - Cover
1
Review
2
Ratings
8.75
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock


marty-party Avatar
05.11.2014 23:33

Achtung: KUNST!
Julian Casablancas & the Voidz de-konstruieren Pop.

'Tyranny' will provozieren.
Es fetzt, pluckert, ätzt und scheppert an allen Ecken und Enden. Dabei ist das Ganze ausgesprochen melodie-seelig. Nur wird jede Melodie kurz nach dem Aufbau schnell wieder niedergerissen, sei es durch Dissonanz oder durch Effekt-Gewitter.
Und genau das ist das große Manko an diesem Album. Alles ist mit Effekten zugekleistert. Von der angeblichen Sozialkritik in den Texten von 'Tyranny' ist quasi nichts zu verstehen. Dabei ist Casablancas insbesondere bei beim Elfminüter 'Human Sadness' stimmlich in Top-Form.

Ah! Da ist eine Melodie... nee, wieder vorbei. Schade!

'Tyranny' will verstören.
...und schafft das bisweilen auch ganz gut. Ab und zu bilden sich fast als herkömmliche Song-Strukturen heraus. DIE sind dann allerdings auch nicht sonderlich einfallsreich. Eher herkömmlich, oft dagewesen. Also, alles wieder zerfetzen und mit Studio-Effekten zuklatschen, dann passt 's wieder!

Insgesamt ist das Album ausgesprochen spannend. Songs sind darauf nur ansatzweise enthalten; eher Song-Collagen. Lässt man sich aber darauf ein, funktioniert 'Tyranny' ganz gut. Durch seine skizzenhaftigkeit ist das Album kein Bisschen langweilig. Andererseits kann es auch ganz schön nerven, wenn man nicht in der richtigen Stimmung ist.

Fazit: 'Tyranny' ist eine wilde Achterbahnfahrt – im positiven Sinn! Schnell, kurvenreich, euphorisierend und stellenweise beängstigend. Was kompositorisch nicht hinhaut, wird mit Effekten übertüncht – wobei man beim Hören immer wieder versucht ist, eine andere CD in den Player zu legen, um zu checken, ob noch alles okay ist!
Casablancas' wie betrunkener Gesang ist geil, leider manchmal sehr weit in den Hintergrund gemischt und dadurch kaum verständlich. The Voidz – wer auch immer das ist – sind 'ne “tighte” Rockband, die Pop-Songs spielen, gerne auch mal ganz schön daneben hauen, und dann alles mit Studiotechnik in Stücke hacken.
Ich bin hin und her gerissen zwischen Begeisterung und “WTF...?”

Und ganz wichtig: Wer einzelne Stücke von 'Tyranny' nachpfeifen kann, sollte tunlichst seinen Psychiater aufsuchen.

Punkte: 8.5 / 10


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Tracklist:

  1. Take me in your army
  2. Crunch punch
  3. M.utally a.ssured d.estruction
  4. Human sadness
  5. Where no eagles fly
  6. Father electricity
  7. Johan von bronx
  8. Business dog
  9. Xerox
  10. Dare i care
  11. Nintendo blood
  12. Off to war...

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