Sacrificio Sacrificio (2014) - ein Review von Fire Down Under

Sacrificio: Sacrificio - Cover
1
Review
2
Ratings
9.00
∅-Bew.
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Black Metal


Fire Down Under Avatar
26.05.2016 01:57

Irgendeine Samstagnacht, 3:37 Uhr: Du stolperst völlig betrunken aus einer komplett abgeranzten Kneipe im Bahnhofsviertel, nachdem Dich der Wirt nach mehrmaligen erfolglosen Ermahnungen mehr oder weniger unsanft nach draußen beförderte. Was nun? Vorbei an einer Meute abgewrackter Heroinjunkies, die am Buswartehäuschen vor dem Hauptbahnhof kümmerlich vor sich hin vegetiert, schlängelst Du Dir Deinen Weg, den Du nach dem 13. Bier halt so vor Dir hast, in Richtung des einzigen Kiosks, der um diese Uhrzeit hier noch offen hat, und bestellst Dir Bier Nummer 14. "Was, 2,45€?? Egal, drauf geschissen!". Da der griesgrämige Kioskbesitzer mit vernarbtem Gesicht (und einer ebenfalls schlimmen Alkoholfahne), der das Wort "Kundenfreundlichkeit" wohl auch nur aus dem Fremdwörterlexikon kennt, keinerlei Anstalten macht, Dir das Bier zu öffnen, geschweige denn zumindest einen Flaschenöffner zur Verfügung zu stellen, öffnest Du Dir Deine wohlverdiente Halbe halt eben durch geschickten Einsatz der flachen Hand in Kombination der Hebelfunktion am nächsten sich bietenden Fahrkartenstempelautomaten und leerst aufgrund akuter Unterhopfung mal eben die halbe Flasche des wohltuenden Gerstensaftes.

"Nächster Bus in Richtung Zuhause um 4:57 Uhr" liest Du auf der Anzeigetafel an der Bushaltestelle, als Du den letzten Schluck Deines Bieres austrinkst, während einer der Junkies gerade seine Hosen herunterlässt und einen Schwall flüssiger brauner Exkremente in symmetrischer Form auf dem Bürgersteig verteilt. Ein gewisses, ungutes Grummeln macht sich in Deinem Magen (und ein bisschen auch in Deinem Hals) bemerkbar und Du beschließt, nochmal beim Kiosk im Untergeschoss vorbeizuschauen, um mit zwei weiteren Halben Wegzehrung den Weg nach Hause zu Fuß anzutreten.
Wieder an der Oberfläche angelangt, und den Weg nach Hause antretend, kommst Du nach 500 Metern an einem Gulli vorbei, dessen wohliger Odeur von Kot, Pisse und Moder Deinem Magen nun endgültig den Rest gibt, sodass Du Dir erstmal nach allen Regeln der Kunst die Seele aus dem Leib kotzt.
Um den ekelhaften Geschmack der Magensäure zumindest ansatzweise zu übertünchen, kippst Du den Rest Deines gerade geöffneten Bieres auf Ex in Dich rein und beförderst die leere Flasche via elegantem Wurf in den nächstbesten Mülleimer. Ups, das ging dann doch daneben...
Die letzte Flasche Bier gerade geöffnet, wankt Dir ein komplett verlotterter zauseliger, nach Urin, Schnaps und Dreck stinkender Penner entgegen, der irgendein Zeugs brabbelt, das Du aufgrund diverser Umstände (z.B. dass er ebenso wie Du ca. 2 Atü auf dem Kessel hat, dazu ungefähr nur knapp 5 Zähne im Maul) nicht verstehst. Völlig unvermittelt rammt Dir der Obdachlose seine Faust in den Magen und zieht Dir als Bonus hinterher noch den abgebrochenen Flaschenhals Deiner letzten Flasche Bier, die infolgedessen zu Boden fiel, einmal quer durchs Gesicht. Nachdem er mit Deinem letzten Zehneuroschein, den er Dir dadurch entreißen konnte, von dannen wackelte, bleibt Dir nicht viel mehr übrig, als erstmal nochmal schön aufzustoßen, wobei Dein Auswurf diesmal schöne rötliche Verfärbungen aufweist...
Irgendwann kommst Du dann doch noch zu Hause an, setzt noch einen ordentlichen Bierschiss in die Keramik und fällst danach für 12 Stunden ins Koma...

Dein Soundtrack während dieser Eskapade: SACRIFICIO - "Sacrificio". Ein völlig räudiger, widerlicher, asozialer, hässlicher, dreckiger Klumpen Scheisse gepresst auf Vinyl.

Punkte: 9 / 10


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