Dragon Tears (2014) - ein Review von noiseagain

Darkyra Black: Dragon Tears - Cover
1
Review
3
Ratings
8.67
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Gothic Metal, Progressive Metal, Symphonic Metal


14.06.2014 17:40

Frische Luft für Liebhaber des epischen Symphonic-Metal mit Frauenstimme.

In Sachen Progressive, Alternative oder Post Rock ist Australien schon seit einer Weile eine gehobene Adresse. Viele kreative Bands einer lebendigen Szene liefern hier konstant so hohes Niveau, dass man sich fragt, ob dieses Land mit besonderen musischen Genen gesegnet ist. Nun widmet sich das Land in Form von DARKYRA BLACK einem bis jetzt noch komplett unaustralischen Genre, nämlich dem episch-theatralischen Metal mit Leadsängerin. Und das soll gleich eine Warnung an alle WITHIN TEMPTATIONs, NIGHTWISHs und LACUNA COILs dieser Welt sein, denn DARKYRA BLACK (Künstlername der Sängerin sowie Bandname) bringt erheblich frischen Wind in diesen Stil.

Man muss sich erst einmal an das ungewöhnliche Vibrato in Darkyras Stimme gewöhnen. Wenn man damit klarkommt, bekommt man eine einzigartige, charismatsche, vollweibliche Stimme geboten, die einen einfängt. Darkyra erzählt uns eine dunkle Konzept-Geschichte über Liebe und Lust, Verlust und Verrat, Rache und Tod. Der Plot wird im letzten Song 'Dragon Tears Story' als eine Art Hörspiel erzählt, was eine toll umgesetzte Idee für Interessierte ist. Viel wichtiger ist aber die Musik in den elf Songs davor. Und in dieser stehen aufwändige Arrangements, opulente Orchestrierung sowie zärtliche Pianopassagen mindestens gleichberechtigt neben der verzerrten Gitarre. Nur, dass keine Verwirrung ob des Attributs "Metal" entsteht.

Wie die Schlagworte zur Story schon vermuten lassen, geht es hier um Gefühle, und die erreichen einen oder sie tun es nicht. Mich hat Darkyra mit ihren herrlich dramatischen Melodien komplett im Griff. Dabei geht sie niemals in den Sopran, wie ihre Kollegin im Geiste Floor Jansen, mimt dafür aber immer wieder den geheimnisvollen Goth-Vamp, mal lüstern, mal verletzlich, mal selbstverliebt, mal angeschlagen. Es ist eine grandiose Gesangsleistung!

Vielmehr bekomme ich zu "Dragon Tears" gar nicht zusammen. Man muss es einfach selber hören, selber eintauchen. DARKYRA BLACK ist keine Easy-Listening Musik, die auf den schnellen Hit aus ist. Analog zu den australischen Prog-Kollegen ist die Musik erstmal etwas schwer zu fassen, man muss es schon drei, viel Mal durchrotieren lassen, bis das alles voll wirkt. Gelingt dies, entpuppt sich der Song 'Never Know' (knapp neun Minuten) als ein primus inter pares. Hier musste ich tatsächlich schon einmal zittern und tief Luft holen. Wie kann man zugleich so weitausholend und doch so intim komponieren?

Ich hoffe nun inständig, dass DARKYRA BLACK in der Szene einschlägt! Sollen Nuclear Blast sie sich angeln und groß herausputzen, und dann kommen noch mehr solcher Bands aus Australien und mein momentaner "Lieblingsstil" hat ein große, große Zukunft!

www.powermetal.de
Review vom 21.02.2014

Punkte: 9 / 10


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