Full Throttle (2013) - ein Review von iwill zähnchen

Hazy Hamlet: Full Throttle - Cover
1
Review
1
Rating
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal


iwill zähnchen Avatar
23.03.2014 16:28

Manchmal fragt man sich was hier, in der Metalszene in Europa, falsch läuft! Denkt die Mehrheit wirklich dass die besten Bands hier beheimatet sind, dass die Begründer der Szene wirklich noch unbekümmert und ohne finanziellen Druck ihre Alben unters Volk bringen und dabei fast schon jährlich immer noch die gleiche hohe Qualität abliefern wie vor dem Downloaddisaster?
Oder sind wir nur zu bequem uns nach besseren Alternativen umzuschauen und zu stur um einzusehen, das die großen Teutonen zwar immer noch durchaus Hochwertiges abliefern, aber nicht mehr an ihre Spitzenzeiten anknüpfen können?
Warum registriert niemand beispielsweise wie geil die brasilianische Metalszene zur Zeit ist?
Wie kann es sein das Bands wie LOTHLÖRYEN mit der Neueinspielung ihres dürftigen Zweitwerks hierzulande ein paar Reviews erhaschen, ihr Drittwerk `RAVING SOULS SOCIETY´ - das mit Ordan Organ und Pertness locker mithält - aber immer noch verschmäht wird?
Warum werden trotz bester Vertriebsmöglichkeiten die Progressive Metaller RYGEL immer noch ignoriert und warum sind HELLISH WAR trotz bester Kritiken immer noch nicht in jedem Plattenschrank zu finden? Fragen die man alleine bei Bands aus dem Sambaland endlos fortführen könnte, aber kommen wir zum Review:

HAZY HAMLET bieten Teutonenstahl der allen, die GRAVE DIGGER und RUNNING WILD vor ihrer Piratenphase verehren, sehr munden dürfte.
Der Opener `Full Throttle`, das Instrumental `A Havoc Quest`, dass das bekannte Comic verarbeitende `Vendetta` und dass sich mit Manfred von Richthofen befassende `Red Baron` dürften bei Anhängern alter RUNNING WILD die Eier anschwellen lassen, `Symphony Of Steel`, `Jaws Of Fenris` und `Thorium` erinnern dagegen daran wie hammermäßig GRAVE DIGGER in den Achtzigern mal klangen.
Spätestens bei `Odin`s Rite` liegen sich dann beide Zielgruppen freudestrahlend in den Armen und feiern ihre neuen Helden.
Über dem von Odin persönlich geweihten Songmaterial thront – mit einer Mischung aus Chris Boltendahl und Joakim Brodèn – der allmächtige Arthur Migotto.
Für Leute die im Veröffentlichungswahn und Labelpushing immer wieder Referenzbands genannt haben wollen heißt das folgendes:

HAZY HAMLET sind mit sensationellem Abstand die besseren LONEWOLF, `FULL THROTTLE´ ist ein durchweg zum Fäuste recken geiles Album das mehr begeistert als ` CLASH OF THE GODS´ und ´RESILIENT´. Vor allem weiß man in Brasilien noch wie man diese Art von Metal zu produzieren hat und wie teutonische Refrains zu klingen haben!
Trotz aller Querverweise sind HAZY HAMLET kein Tributprojekt al a BLAZON STONE sondern haben eine eigene Identität.

Das Album wurde vom Label freigegeben, was eine Kaufentscheidungs erleichtern sollte:

http://tinyurl.com/lmwjh49

Punkte: 8.5 / 10


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