Satan's Throne (2014) - ein Review von gravedancer

Schafott: Satan's Throne - Cover
1
Review
2
Ratings
9.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal, Death Metal, Black Metal


gravedancer Avatar
17.02.2014 20:30

The Crown and the Sceptre belong to the SCHAFOTT...

Einst sah ich bei einem Konzert in Dresden namens "Kuttenfest" einen Opener, der vor allem auffiel, weil der Schlagzeuger auch für den Gesang verantwortlich zeichnete. Die Band nannte sich SCHAFOTT und blieb mit ihrem 80er Jahre Death Metal bestens in Erinnerung. Nach langer Wartezeit gibt es nun seit ein paar Wochen ein erstes Dokument ihres Schaffens auf Band festgehalten. Auf dem Tape befinden sich magere 3 Songs, die es allerdings auf eine Spielzeit von immerhin knapp 19 Minuten schaffen.

Nach einem nicht ganz zweiminütigem, stimmungsvollen Gitarrenintro beginnt das brachiale 'Satan's Throne' im feinsten oldschool Gebolze. Das Ganze erinnert mich recht stark an alte Sodom oder Possessed. Von der Bandseite werden noch Einflüsse alá Dark Angel, Exhumed, Celtic Frost oder Morbid Saint genannt. Die 3 Songs sind, was die Musiziergeschwindigkeit angeht, allesamt sehr abwechslungsreich aufgebaut. Von Midtempopassagen bis Polkabeats oder auch Blastbeats, ist alles vorhanden. Sänger und Drummer Assassor röhrt wie Jeff Becerra auf "Seven Churches". Gitarren und Bass sind sehr verspielt und in allen Songs sind teilwweise mehrere bärenstarke Soli vertreten. Ansich kann man sagen, die drei Stücke sind alle ausnahmslos sehr gut gelungen. Besonders sticht jedoch die fast acht Minuten andauernde Granate 'Schafott' heraus, die mir seit besagtem Auftritt besonders im Ohr hängen geblieben ist.

Als ich ich mir nach mehreren Anläufen diese lustige kleine Kassette abholte, wurde mir gesagt, man habe das Demo im eigenen Proberaum aufgenommen. Da ich von anderen Bands ebenso Proberaumaufnahmen mit erschreckend mießem Klang kenne, die hier und dort auch für nem 5er oder noch mehr unters Volk gebracht werden, musste ich kurz schlucken. Mir wurde aber versichert, der Klang sei unter den genannten Umständen sehr gut. Beim ersten Mal hören konnte ich mich schließlich selbst davon überzeugen. Tatsächlich hat man es hier geschafft, eine Selfmade-Produktion hinzulegen, für dessen Ergebnis man vor 30 Jahren noch ins Studio musste. Nicht nur die Spielweise SCHAFOTTs, sondern auch der Sound ist 80er und das komplette Teil hätte genau so gut damals enstanden und veröffentlich worden sein können. Dafür ziehe ich den Hut und weil mir das Gesamtergebnis ausnahmslos gefällt, fällt es mir leicht die volle Punktzahl zu vergeben.

Auf der Bandcampseite von Schafott, kann man das Demo im Übrigen auch für einen kleinen Obulus im Wunschformat laden.Es lohnt sich!

Punkte: 10 / 10


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