Kreuz An Kreuz (2013) - ein Review von Akhanarit

Ihresgleichen: Kreuz An Kreuz - Cover
1
Review
1
Rating
5.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Power Metal, Gothic Metal


Akhanarit Avatar
16.02.2014 22:04

IHRESGLEICHEN haben mich mal wieder erwischt. Mit ihrem neuen und mittlerweile dritten Album "Kreuz An Kreuz" haben die Jungs aus Stuttgart-Wangen wieder eines jener Alben abgeliefert, die man, wenn man es rein musikalisch betrachtet, guten Gewissens einem Freund empfehlen könnte. An den Instrumenten sind die Musiker mehr als nur fit und bringen es bei etlichen Songs fertig, eine angemessene Stimmung zu erzeugen. Auch die Produktion kann sich hören lassen. Die Drums in der perfekten Lautstärke, die Gitarren schön fett und jedes Instrument an sich differenziert genug, um sich nicht negativ in die Quere zu kommen. Von Soundbrei kann man hier also überhaupt nicht sprechen. Pluspunkt.

Nur zu schade, dass auf "Kreuz An Kreuz" auch Gesang dargeboten wird. Sieht man mal von den vereinzelten (und wie ich betonen möchte: großartigen!!) Death-Growls ab ('Licht Und Schatten'!!!), trieft dieses Album nur so vor Kitsch ('Die Liebe') und Pathos ('Der Tod'). Viele Passagen, so sauber sie auch eingesungen mögen wurden, bereiteten mir ob ihrer verkrampften Art und Weise fast physische Schmerzen. Man muss durchaus mal festhalten, dass hier zwei Welten aufeinander prallen.

Als grobe Richtung wurden IHRESGLEICHEN mit Black Metal angekündigt, was ich schon mal für absolut deplatziert erachte. Wenn man schon eine Schublade für die Band bereithalten möchte, dann würde sich das Doom-Genre besser eignen. Dass auch mal saftige Death-Growls aus dieser Ecke kommen dürfen, haben z.B. MY DYING BRIDE schon mehr als hinlänglich bewiesen. Die Atmosphäre mag an gewissen Stellen vielleicht dem Black Metal entliehen sein, folgt man jedoch mal den Texten von "Kreuz An Kreuz", findet man sich vom Vibe gar fast im White Metal wieder. Jener unangenehme Beigeschmack, welcher den Stil von IHRESGLEICHEN in meinen Ohren schon mal per se gruselig macht. Der eher klassische Ansatz der Gesangsharmonien verwandelt diese Platte zu einem ... und ich will da jetzt nur für mich sprechen ... Jammern nach Noten. Ich bin durchaus in der Lage, die Bedeutung diverser Gedanken zu verinnerlichen und auch zu erkennen. Nur macht diese Entdeckungsreise auf diese Weise nur halb so viel Spaß, wie es eigentlich sein könnte.

Die Band hat sich gehörig Mühe gegeben. So ist auch die Aufmachung des Digipacks vom Cover bis hin zum Design absolut stimmig. Aber was rede ich lange? Ihr wollt ein ehrliches Fazit? "Kreuz An Kreuz" ist musikalisch einwandfrei und würden sich IHRESGLEICHEN einfach komplett auf die Growls konzentrieren, wären das eine Band für mich. Die kauzigere Hälfte der CANDLEMASS-Anhänger oder GOETHES ERBEN-Fans können mal vorsichtig reinlauschen. An die Black Metaller: Finger weg!!!

http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=5805

Punkte: 5.5 / 10


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