A Feast Of Consequences (2013) - ein Review von marty-party

Fish: Feast Of Consequences, A - Cover
1
Review
8
Ratings
8.62
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Progressive Rock


marty-party Avatar
22.10.2013 23:37

Hmmm. Ich bin gespalten!

Sechs Jahre hat sich der schottische Barde Zeit genommen, um ein neues Album zu veröffentlichen. Da ist die Erwartungshaltung natürlich groß. Und die Messlatte hängt entsprechend hoch: "13th Star" war meiner Meinung nach das Beste, was man von Fish in den "Nullerjahren" zu hören bekommen hat.

Na ja!
Zu allererst fällt auf: textlich ist "Feast of Consequences" wieder richtig gut. Da ist in Mr. Dicks Kladde in den letzten Jahren offensichtlich einiges zusammengekommen. Tolle Lyrik! Vor allem die "High Wood Suite", die einmal mehr das Thema Krieg - hier offenbar WW I - behandelt, ein Terrain, auf dem sich der seit je her kritische Fish ja gerne bewegt.

Und die Musik?
Die ist der wunde Punkt. Musikalisch hat sich die Band leider nicht weiter entwickelt in den letzten sechs Jahren. 2007 hatte Bassist und Produzent Steve Vantsis Fish einen neuen vor allem heavy Sound verpasst. Hier ist "Feast" eher ein Rückschritt. Auch kompositorisch weist "Feast" einige Schwächen - Durchhänger! - auf.
Das Album beginnt mit dem starken Zweiteiler "Perfume River", inklusive Dudelsack - wenn auch gesampelt. "All Loved Up" wird geflissentlich geskippt. Platter 08/15-Rocksong mit Social Media-kritischem Text. Song Nummer 2 bereits ein Füller! "Blind to the Beautiful" eine nette, oft gehörte Ballade. Elizabeth Antwi erinnert den Hörer an "Incomplete". Die 'obligatory Ballad' dieses Albums. "Feast of Consequences" ist okay, nicht mehr, nicht weniger.
Track 5 bis 9 bilden zusammen die "High Wood Suite", das Herzstück dieses Albums, der Anspieltipp, die Prog-Nummer. Fällt zum Ende hin leider ein wenig ab. Hier tummeln sich aber die Höhepunkte des Albums. "Other Side of Me" - die gelungenere Ballade mit "Hey You"-Gitarre - und "The Great Unravelling" runden das Album ab. Ein gelungenes Ende eines durchwachsenen Albums.

Fazit: Nach sechs Jahren Wartezeit hätte ich mehr erwartet. Der Gesang ist wirklich okay. Die Texte sind, wie schon erwähnt, toll. Es ist mal wieder schön, das Booklet "mitzulesen" (Außer "All Loved Up". Der Song ist durch und durch doof. "Lucky" für Arme!) Insgesamt ein solides Fish-Album mit wenig Überraschungen und leider ebenso wenigen Höhepunkten. Die sind allerdings - wie so oft bei Fish - wirklich stark.

Das nächste Album bitte nicht erst in sechs Jahren. Und weniger Füllmaterial, bitteschön!

Punkte: 5.5 / 10


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