Soma (2013) - ein Review von MLSnick

Windhand: Soma - Cover
1
Review
1
Rating
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Doom Metal, Stoner Rock/Metal
Werbung


MLSnick Avatar
02.01.2017 13:44

Vielleicht impliziert es ja die Cover-Gestaltung, aber bei dieser übermächtigen, gespenstischen Musik muss ich an verlassene Holzhütten in endlosen nordamerikanischen Wäldern denken, in denen sich traurig-grausame Schicksale ereignet haben.

WINDHAND sind einer jener Bands, die man hört ...und die einem, egal was sie machen, sofort gefallen. Mit seiner melancholischen Grundhaltung haftet meine Seele sofort an diesem monströsen Sound und schmeckt in ihm, an ihm die bittersüße Essenz von Einsamkeit und Andersartigkeit. Da wünsche ich mir eine großflächigere Zunge, um mehr aufnehmen, mehr schmecken zu können. Diese Musik ist verwunschen wie ein schon lange leer stehendes Haus. Man kennt es und man besucht es, wenn der Mut mal ausnahmsweise ausreicht. Und wenn man dann in ihm ist, genießt man dieses kleine Grauen in der Hoffnung, dass Geistergeschichten nicht real sind.

Normalhörer würden WINDHAND in die DoomMetal, teils auch in die StonerRock-Ecke stellen, doch man kann es merken, für mich sind sie so viel mehr. Wenn man sich schon dieser Schubladen bedient, dann sollen sich diese doch bitte im TwinPeaks-Universum befinden.
Absurdes kann so schön sein.
Kniend, mit Tränen in den Augen blicke ich auf zu solchen magischen Momenten wie dem Übertitel "Feral Bones ". Eine Legende unter den Gelehrten, jene die sich absichtlich unter Tonnen von erdigen Gitarrenriffs begraben lassen. Mit einer Langsamkeit in der Holz zu wachsen scheint, mit der Hoffnung wieder aus dem Schoß der Erde zurückkehren zu dürfen. Haben wir als Kinder nicht alle gerne im Dreck gespielt?
Oh, diese Riffs, diese Gitarren, dieser mächtige Bass, diese gnadenlosen Drums und da, irgendwo im Raum, oder auch sonstwo, dieser unwirkliche Gesang. Was für ein verzweifeltes, weibliches Wesen muss sie sein, um dieser Banalität ihre eigene Farbe aufzudrücken. Um der Hoffnungslosigkeit noch mehr Hoffnungslosigkeit zu geben. Gehört sie zu den Lebenden oder hallen ihre Rufe aus dem Jenseits wider?

Diese Gruppe macht keine Musik zum Hören, sondern zum Fühlen, zum Staunen. Wälzt euch in ihrem Dreck. Es riecht nach Wald.
Ich bin gespannt, ob sie ihr zweites Werk 'Soma' noch toppen können. Im September dieses Jahres werde ich es wissen.

WINDHAND hasst man oder man flennt in ihrem Angesicht wie ein kleines Kind.

Stark!!!

Punkte: 8 / 10


Werbung

Windhand: Soma

Audio CD

für 14,49 €
Amazon icon Kaufen bei amazon.de - Mehr Angebote

Tracklist:

  1. Orchard
  2. Woodbine
  3. Feral bones
  4. Evergreen
  5. Cassock
  6. Boleskine

Weitere Angebote:


Weitere Angebote:

Login
×