D.N.A. (2013) - ein Review von Moddin0303

Genetikk: D.N.A. - Cover
1
Review
3
Ratings
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rap/Hip Hop


17.08.2016 19:59

Ich mag die Jungs von Genetikk, weil sie mir irgendwie das Gefühl geben authentisch zu sein. Haben Eier, aber ohne sich an unnötigem YouTube-Beef zu beteiligen. Den Eindruck habe ich vor allem durch das Album "D.N.A." bekommen.

1. Intro
- Nicht zu bewerten -

2. Spezies
Vom anderen Ende der Galaxis kommen Genetikk, eine andere Spezies sind sie. Den Eindruck wollen sie wohl nicht nur durch die Maskierungen erwecken, sondern scheinen davon fest überzeugt zu sein. Rap vom anderen Stern ist es nicht, dafür sind Jungs wie Kool Savas zuständig. Aber stark ist er dennoch. Spezies stellt gleich klar wo sich Genetikk selbst sehen...und sie haben nicht nur große Klappe, sondern viel dahinter. Gefällt!
8/10 Platten

3. Yes Sir
Der Beat geht ins Ohr. Kopfnicken unvermeidbar. "Alle salutieren denn der General is back!" Auch ich...einer der stärksten Tracks auf dem Album. Auch hier wieder klare Ansagen an die Szene..."zeig was für'n Soldat du bist!" Genetikk jedenfalls hat geliefert.
9/10 Platten

4. Packets in den Boots
Durch diesen Track ist mir erst aufgefallen, wie nah Genetikk am Wu-Tang Clan ist. Ich habe RZA zwar schon inspirierter rappen hören, aber trotzdem passt er hervorragend auf den Track. Ordentliche Kombination, ordentlicher Beat. Guter Track mit extra Starpower durch RZA.
7/10 Platten

5. D.N.A.
Der Track zum Albumtitel. Solider, düsterer Rap in Reinform. Und auch hier wieder der Hinweis, dass die Jungs von Genetikk von einem anderen Stern sind. Ihr Rap ist Science Fiction. Alles in allem aber nicht der stärkste Track auf dem Album. Schwimmt so mit.
5/10 Platten

6. Triumph
Cooler Beat, abgespaced. Wieder werden keine Kompromisse gemacht, die Zeit der anderen ist rum, es ist Genetikk's Triumph. Alles in allem wirkt der Track wieder deutlich motivierter als der Vorgänger. Kopfnicken geht weiter...
8/10 Platten

7. Champions
Der Titel sagt alles über die Lyrics. Genetikk macht auch in diesem Track klar, dass ihnen die Welt gehört und sie konkurrenzlos sind. Klingt als wäre das Thema allgegenwärtig auf dem Album. Trotzdem hat jeder Track seine eigene Identität und Langeweile kommt trotz des chronischen Auf-die-Kacke-Hauens nicht auf. Auch nicht bei diesem Titel...
7/10 Platten

8. A La Muerte
Das zweite Feature auf dem Album ist Kollegah. Und das passt. Kollegah rappt wie man es sich von einem Paten vorstellen würde und Genetikk sind sick wie immer. Der Bass hämmert, die Jungs liefern ab. Hervorragend...inhaltlich natürlich eher nicht wertvoll ist Kollegah, aber darum geht es bei diesem Song auch sicher nicht. Die Punchlines speziell von Kollegah sind kreativer Art und ringen einem das ein oder andere Grinsen ab. Alles in allem ein harmonisches Feature das passt.
8/10 Platten

9. Gift
Die Verlockung ist überall. Drogen und Cash beschäftigen Genetikk. Dabei scheint die Versuchung den Fokus auf die Kohle und Rauschgift allgegenwärtig zu sein, womit wir auch das Thema des Tracks auf den Punkt gebracht zu haben. Das ganze mit einer eingängigen Hook. Auch "Gift" ist ein Track der gefällt.
8/10 Platten

10. Plastik
Der eine oder andere Rapper könnte/sollte sich von diesem Track angesprochen fühlen. Eher ruhig im Vergleich zum Großteil des Albums kommt dieser daher, legt den Finger aber gnadenlos in die Wunde und greift unterschwellig all die Rapper an die sich auf "You-Tube-Beef" oder sonstiges Verhalten verlassen, welches einfach nur als fake zu bezeichnen ist. Inhaltlich wertvoll, der Track selbst vergleichsweise durchschnittlich.
6/10 Platten

11. Represent
Der Track "Represent" ist mir den einen Tick zu viel auf die Fresse. Das Thema wirkt zu diesem Zeitpunkt auf dem Album eher überflüssig. Inhaltlich nichts Neues. Und was bisher noch gut ging, ist bei diesem Track nicht der Fall. Er fällt ab und das "wir kommen auf die Stage und räumen ab"-Thematik ist nun auch ausgelutscht, vor allem in Kombination mit einer eher belanglosen Hook.
5/10 Platten

12. Liebs oder lass es
Es funktioniert im Mainstream, es funktioniert bei der Rap-Community und es passt zu dem was Genetikk ausstrahlen. Realness. Desinteresse. Selbstvertrauen. Liebs oder lass es eben. Sido passt perfekt zu Track und auch seinen Part nimmt man ihm ab. Wer auf Österreichs Showbühnen Pressevertreter lang legt, dem ist wirklich egal was man von ihm denkt. Super Ding - oder einfach das was man allgemein als Charthit bezeichnent. Und nur weil es ein Track ins Radio schafft, heißt das nicht automatisch dass er fake ist. Werbung für deutschen Hip Hop. Nicht mehr und nicht weniger.
10/10 Platten

13. Alles möglich
Ein sehr eigenwilliger Beat, ein sehr persönlcher Text der aber funktioniert. Man bekommt ein Gefühl dafür warum den Jungs von Genetikk vieles egal ist. Sie haben ihre Vorgeschichte welche - vorsichtig ausgedrückt - nicht immer Ponyhof war. Unheimlich real ist der Track.
8/10 Platten

14. Du bist weg
Auch bei "Du bist weg" handelt es sich wieder um einen melancholischen, persönlichen Text. Der Dialog mit dem Kind im Himmel wirkt ehrlich und authentisch.
7/10 Platten

15. Strawberry Fields
Und auf einmal kommt aus dem Nichts eine Hasstirade die ihres gleichen sucht. Die Aussage: Wer meine Familie angreift hat ein mega Problem. Und wer sich bisher nicht für Genetikk interessiert hat, aber jetzt auf den Fame-Train aufspringen will ist alles, aber nicht willkommen. Ob man die Aussage so nach außen tragen muss, fraglich. Aber die Jungs sind halt wie sie sind. Was raus muss, muss wohl raus.
7/10 Platten

16. Über alles
Wieder ein absoluter Kopfnicker-Track. Sikk und Karuzo bleiben auch hier - wie auf dem gesamten Album - ihrem Stil treu und machen ehrlichen Rap wie er heute teilweise schwer zu finden ist. Sikk produziert auch hier ein Brett das von Karuzo souverän gemeistert wird.
7/10 Platten

17. Kappa Alpha Rho
Es geht dem Ende zu. Der letzte Track vor dem Outro schweift nochmal in die Zukunft ab. Karuzo ist noch lange nicht am Ende der Suche. Nach was? Das kommt durch den Track nicht wirklich raus, er ist jedenfalls auch auf diesem Track nicht bereit auf dem Weg nach vorne irgendwelche "You-Tube-Rapper" neben sich zu akzeptieren.
8/10 Platten

18 Outro
Man muss es sich leisten können. MoTrip ist auf dem Outro gefeatured. Zugegeben: Das Outro ist auf jeden Fall ein vollwertiger Song und MoTrip passt super auf den Beat, sowie seine Reibeisenstimme zum Thema. Das Outro schafft es auch eine Art Fazit auf das bisher erreichte zu ziehen. MoTrip rundet das ganze super ab. Selten ein so gutes Outro gehört.
9/10 Platten

Punkte: 7.5 / 10


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