Great Whore Of Babylon (2012) - ein Review von Akhanarit

Reanima: Great Whore Of Babylon - Cover
1
Review
1
Rating
6.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


Akhanarit Avatar
17.05.2013 13:52

Außer einer MCD ("Aesthetics Of Existence") und einer Split-CD mit der Band ALL FALLS DOWN hatten die Österreicher REANIMA noch keine Veröffentlichung auf ihrer Habenseite. Nun liegt also das erste Full-Length-Debüt-Album "Great Whore Of Babylon" vor. Hier von einem Full-Length zu sprechen erscheint mir zwar ein wenig seltsam (die Scheibe bringt es nicht mal auf eine halbe Stunde Spielzeit), soll uns aber hier auch nicht weiter irritieren. Am Ende sind es gute Songs, die das Zünglein an der Waage darstellen. Und hier habe ich so meine Schwierigkeiten. Stilistisch befinden wir uns hier im Bereich Deathcore und selbiger wird auf "Great Whore Of Babylon" auch ausgiebig zelebriert. Sehr schnell, sehr technisch, teils hasserfüllt, teils garstig. Growls und keifende Shouts halten in einer ausgewogenen Mischung die Balance und dazu gibt es vokale Gastbeiträge bei 'Thanks A Bomb' (Julien von BENIGHTED) und 'The Red One' (Fredl Sic von PARENTAL ADVISORY). Und doch könnnen mich die Songs komischerweise so gar nicht überzeugen. Dabei kann ich noch nicht mal genau sagen, was mich an ihnen explizit stört. Handwerklich sowie technisch ist das Material der Band einwandfrei und schon mit dem schmucken Cover konnten die Musiker sofort Interesse bei mir wecken. Beim Hören nervte mich der Sound der Band aber leider schon ab dem zweiten Song 'My Name Is Fuck You' regelrecht, so dass ich ganz froh darüber war, dass dieses Album nicht über eine übermäßige Spielzeit verfügt. Laut Infosheet erfreut sich die Truppe immer größerer Beliebtheit, haben die Bühnenbretter mit namhaften Größen wie THE BLACK DAHLIA MURDER, DYING FETUS, PROTEST THE HERO, AGNOSTIC FRONT, THE RED CHORD, MARDUK und sogar meinen persönlichen Faves NILE geteilt und gehen in Sachen Brutalität und Härte keine Kompromisse ein. Alles Indikatoren dafür, dass die Musik der aus Wien stammenden Band gar nicht so schlecht sein kann und mir definitiv zusagen müsste. Aber auch weitere Durchläufe konnten meine Einschätzung nicht die Spur erschüttern. Selten schien die Floskel "...ist eben Geschmackssache" so perfekt zutreffend zu sein, wie das hier der Fall ist. Ich vermute, dass mir unterschwellig der Core-Anteil letzen Endes dann doch etwas zu hoch ist. Mir fehlen durchweg die ganz großen Songs, die Knaller, die Ausrufezeichen. Handwerkliches Geschick ist eben kein Garant dafür, dass das Produkt auch auf fruchtbaren Boden fällt. Genre-Fans sollten dennoch mal ein Ohr riskieren, denn Wahrnehmung ist schlichtweg subjektiv. Fans, denen ein hoher Core-Anteil sogar willkommen ist, dürfen der Wertung gerne einen Punkt hinzuaddieren. Mich hat das Songmaterial aber leider nicht erreichen können. Schade drum.

http://www.bleeding4metal.de/index.php?show=review_de&id=4728

Punkte: 6 / 10


Reanima: Great Whore Of Babylon

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Tracklist:

  1. Great Whore Of Babylon
  2. My Name Is Fuck You
  3. Hypertension
  4. Mengamuk
  5. Thanks A Bomb
  6. The Red One
  7. The Lucifer Experiment
  8. Homemade Annihilation Of Peace
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