Opus De Tyranis (2013) - ein Review von woifal

Death Tyrant: Opus De Tyranis - Cover
1
Review
2
Ratings
8.75
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal


13.09.2013 20:53

Der 2013er-Silberling "Opus De Tyranis" der schwedischen Metal-Formation "Death Tyrant" rotiert heute in meiner Anlage. Geboten wird darauf eine Death/Black Metal-Mischung wie aus dem Bilderbuch, also neue Songs im bekannten Stil. Bevor man die Platte allerdings auflegt, hält man schon mal ein wirklich gelungenes Cover in den Händen, das sowohl den Bandnamen, als auch den Albumtitel wunderbar widerspiegelt und in seiner Ausführung einfach zu gefallen weiß.
Nun sitzt man da und betrachtet dieses tolle Bildchen, das den Tonträger schmückt, und hat schon erste Vorstellungen, wie das Ganze wohl zu klingen hat. Fakt ist, dass, wenn man sich schon eine Zeit lang in diesem Subgenre bewegt, diese Erwartungshaltung wohl nicht enttäuscht wird. Das klingt erstmal rein positiv, doch muss natürlich auch abgewogen werden, ob man selbst sich mit "nur dem" zufrieden geben kann, oder ob man sich von der Musik mehr Innovation, Eigenständigkeit und Extravaganz erwartet.

Obwohl man den Stil und die Interpretationsweise schon kennt, gibt es doch ein paar unvorhersehbare Breaks oder Grundtonwechsel, was es dann wieder ein bisschen spannender macht. Außerdem muss der Truppe positiv angerechnet werden, dass sie sich bei "Opus De Tyranis" nicht nur auf fette, verzerrte Gitarren und ein bisschen Gegröle/Gekrächze beschränkt haben, sondern auch über die instrumentelle Schiene Abwechslung eingearbeitet haben. Ein Beispiel dafür ist die Akustikgitarre im Intro (welches ja eigentlich als Einleitung direkt mit dem ersten Song verknüpft ist) oder die episch anmutenden Leadgitarren-Läufe. Es kann eben auch ein brachiales Werk wie dieses Melodik beweisen.
Positiv hervorzuheben sind weiters Geschwindigkeit und Rhythmik in all den vorkommenden Facetten, denn vom ersten Track weg zieht "Opus De Tyranis" mit – sei es nun in den stampfenden Passagen, mitten im Blastbeat-Unwetter oder bei einem der vielen Doublebass-Läufe. In Summe würde ich das Werk in diesen beiden Punkten durchaus als treibend beschreiben, was dieser Art der Musik naturgemäß zugute kommt. Stimmlich hat man keine großartigen Überraschungen zu erwarten. Gut gemachte Vocals im bekannten Stil, die einen nicht umhauen, aber das Album auch nicht sonderlich schwächeln lassen. Der Sound klingt ausgewogen und gut abgemischt und hat genug Power, um zu überzeugen, beziehungsweise die Musik ins rechte Licht zu rücken. Die immer wieder vorkommenden Leadgitarren arbeiten sich schön aus dem Metal-Getöse heraus, ohne dabei jedoch zu aufdringlich zu wirken. Also ja, "Opus De Tyranis" ist von dieser Seite gelungen und stimmig.

Nun zum Schwierigsten – dem Fazit. Ich erwarte mir von absolut keiner Promo, dass es meine Weltansicht verändert, meinen Musikgeschmack oder gar die Musik an sich revolutioniert. Bestimmt nicht. Inwiefern man also die (nicht) vorhandene Eigenständigkeit in einem von tausend Werken beurteilen möchte, obliegt rein dem subjektiven Empfinden des jeweiligen Hörers, das ich versuche, so weit wie möglich zu unterdrücken, aber selbstverständlich nicht komplett abstellen kann. Ich für meinen Teil störe mich jedenfalls nicht daran, "wieder so ein Album" zu hören, wenn es denn in der Umsetzung gelungen ist und über zumindest den Großteil der Spielzeit für Unterhaltung sorgen kann, wie es hier der Fall war.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 8 / 10


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