Live In The USA (2013) - ein Review von frankjaeger

IOEarth: Live In The USA - Cover
1
Review
1
Rating
9.00
∅-Bewertung
Typ: Live
Genre(s): Rock Progressive Rock


frankjaeger Avatar
24.09.2013 22:17

Die Briten von IO EARTH haben zwei Studioalben veröffentlicht, bevor die die Chance bekamen, auf dem RoSfest in den USA zu spielen. Dieses Doppel-Live-Album ist das Resultat nicht nur dieses Trips, sondern vor allem des überbordenden Entusiasmus', mit dem die sechs Progger diese Chance wahrnahmen und jetzt auch auf Konserve feiern.

Natürlich spielten sie in Gettysburg einen Querschnitt aus den beiden Veröffentlichungen, beinahe solomonisch aufgeteilt zwischen dem selbstbetitelten Doppeldecker und dem gelobten Zweitwerk "Moments". Aber die Songauswahl tritt in den Hintergrund, da sich die Kompositionen nahtlos zu einem Gesamtwerk zusammenfügen. Löscht das Licht, lehnt euch zurück und lasst dieses Konzert auf euch einwirken, dann wird "Live In The USA" zu einem echten Prog-Erlebnis, das schon fast einen Hörspielcharakter aufweist. Selbst das Publikum scheint oft eher gebannt zu lauschen und den Atem anzuhalten, als die Band zu feiern, wenn sie ihre Tour de Force durch Progressive Rock, Jazz, Elektronische Musik und Classic Rock begeht.

Ein gewisses Alleinstellungsmerkmal der Band ist, dass mit Luke Shingler einer der Musiker ausschließlich für Blasinstrumente zuständig ist, der seinen Platz im Rampenlicht auch vehement einfordert, so in der Endphase von 'EEEE', wo er mit Sängerin Claire Malin zusammen einen wilden Ritt bis zu einer abrupten Klimax begeht. Das Saxophon und noch mehr die Flöte schaffen einen originellen Gesamtsound, der IO EARTH von anderen Prog-Bands der Insel abgrenzt.

Herausragend zu erwähnen sind besagte Claire Malin, die vielen Songs ihren Stempel aufdrückt, und Adam Gough an den Keyboards, der gelegentlich tief in den Bombasttopf greift und zerbechlichen Momenten, die es häufig gibt, einen Gegenpol bietet. Kompositorisch steht IO EARTH mit beiden Beinen fest auf der Insel und in der Tradition solcher Bands wie GENESIS und TWELFTH NIGHT. Hier werden nicht einfach Lieder gespielt, hier werden Geschichten erzählt, hier wird aufgeführt. Dabei schaffen es die Sechs, spannende und kompakte Kompositionen zu kreieren, deren Breaks und Wechsel nicht abrupt, sondern meist organisch und sehr passend in die Stücke integriert werden.

"Live In The USA" ist nicht weniger als ein in sich stimmiges Album voller großer Momente und tollem Sound, voller Emotion und fast schon altmodischer Ausrichtung, großartig gespielt und umgesetzt und einfach ein Album, um das Genrefans eigentlich nicht herumkommen.

(www.powermetal.de)

Punkte: 9 / 10


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