Humanity Faded Away (2013) - ein Review von woifal

Mynded: Humanity Faded Away - Cover
1
Review
1
Rating
6.00
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Thrash Metal


20.05.2013 15:22

"The mixture of old school thrash metal and old school awesomeness leaves the listener hungry for more", so heißt es auf der offiziellen Facebook-Seite der erst 2011 gegründeten, deutschen Jung-Thrash Metal-Kapelle "Mynded". Dieses Jahr, genauer gesagt Ende Jänner, warfen die vier Herren Niko Lambrecht, Joachim Ferstl, Thomas Hiendl und Alexander Li die erste Platte in Form einer EP in die Runde, die auf den sehr für das Genre typisch klingenden Namen "Humanity Faded Away" hört.
In allen Tracks präsentieren sich Riffs oder Melodien, die man so oder zumindest so ähnlich schon mal wo gehört hat. Das ist aber irgendwie auch klar, wenn man sich im Gesamten schon so am "Alteisen" wie "Metallica", "Testament" oder "Machine Head" orientiert und auf das übermäßige Moderne verzichtet. Dass hier trotzdem der eine oder andere moderne Einfluss zu finden ist, ist jedoch im Zuge einer unaufhaltbaren Genreentwicklung nur logisch.

Parallelen zu den Genre-Vätern findet man an jeder Ecke der Scheibe (haha!), doch wird alles zu einem eigentlich schon eigenständigen Gesamtprodukt vermengt, das das Potenzial der jungen Truppe herausschmecken lässt. Immerhin sind die Burschen rund um "Mynded" ja auch keine absoluten Neulinge, was die Musik betrifft, sondern konnten auch schon vor dieser Formation Erfahrungen sammeln, was sich positiv auf "Humanity Faded Away" auswirkt. Den großen Coup gelandet hat die junge Truppe in Summe betrachtet jedoch mit dem aktuellen Silberling nicht, denn dafür ist nach oben hin noch etwas zu viel Platz. Ab und an gerät das Thrash-Gerüst ins Schwanken und schwächelt, doch trotzdem muss man sagen, dass die Herren dem Hörer fünf gute Tracks in für meinen Geschmack etwas zu basslastiger Aufmachung bereitstellen, die von rasanten Passagen über rasende Soli bis hin zu rockigem Gestampfe vieles zu bieten haben.
In Punkto Vocals muss ich allerdings anmerken, dass diese etwas zu flüssig daherkommen. Hier wäre ein bisschen mehr Biss und Kantigkeit nicht schlecht, um der Sache noch ein wenig Schärfe zu geben. Man gewöhnt sich aber nach jedem Durchlauf mehr daran und es fällt mit der Zeit gar nicht mehr so negativ auf. Der Titeltrack der EP ist ein super Anspieltipp, denn er spiegelt die allgemeine Abwechslung der Musik des aus Deutschland stammenden Quintetts wunderbar wider.

Nach nur etwas mehr als 25 Minuten Thrash Metal ist dann letztlich Schluss. Für ein Debüt jedoch – so muss ehrlich gesagt werden – haben die deutschen Musiker ein gutes Produkt abgeliefert, das sicherlich noch nicht die Spitze des Eisberges darstellt, aber doch in gewisser Weise erahnen lässt, was mit den folgenden Veröffentlichungen noch kommen kann. Jetzt heißt's nur noch ranhalten und weitermachen!

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 6 / 10


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