Near Life Experiences (2013) - ein Review von MLSnick

F41.0: Near Life Experiences - Cover
1
Review
1
Rating
7.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


MLSnick Avatar
17.10.2015 20:58

Wenn BlackMetal die Macht hat einem einen Schauer über den Rücken zu jagen, dann ist das für mich schonmal ein Qualitätsmerkmal. Es passiert zwar selten und meistens nur bei ganz exquisiten Vertretern dieser Kunst, aber auch im sogenannten Underground findet sich hin und wieder mal eins jener Juwelen.

F41.0 ist meines Wissens eine Ein-Mann-Band. Den ersten Auftritt, mit Gastmusikern wahrscheinlich demnach, konnte ich Ende 2013 erleben und es war beeindruckend den eruptiven Geist dieser Musik sein Innerstes hinausschreien zu sehen. Mir war öfters so, als wolle er sich von den Fesseln der Musik losreißen und mit seinem Gitarrengeschrubbe, ähnlich dem Ikarus, abheben und diese Welt hinter sich lassen.

Dem Eingeweihten gibt der Name des Projekts schon genügend Infos darüber, was einen hier erwartet. Keine Ahnung, ob der Initiator selbst diesem Fluch erliegt, oder ob er nur genüßlich in diesem Terrain nach seinen Inspirationen fischt, aber für mich klingt das Ganze so intensiv, das ich im jene Störung zutrauen würde. Und das möchte ich als Kompliment zu verstehen wissen, denn die musikalische Umsetzung ist beeindruckend.

Zwar wandelt F41.0 in festen rhythmischen Pfaden, doch wissen die Saiteninstrumente den Hörer wie die Wellen eines emotionalen Meeres zu umspülen. Schnell wird klar das Flucht oder Angriff hier zwecklos sind, denn die sanft anschwemmende Wucht trifft mitten ins schwarze Herz.

Als Referenz dient das Überstück "Dazwischen ", welches ich ohne Bedenken in jeden Underground-Black-Metal-Sampler mit reinpacken würde, weil es ganz einfach zu jenen Kleinoden gehört, die man nur äußerst selten zwischen die Ohren bekommt. Natürlich ragt dieser Track wie ein Fernsehturm aus dem Gesamtbild der CD, doch dies wertet 'Near Life Experiences' nicht ab. Wer von dieser verbotenen Frucht nascht, will sich auch den Bauch mit dem Rest vollschlagen. Der zweite Song "Fluchtpunkt " ist nicht minder intensiv und auch der fast zwölfminütige Titeltrack startet höchst mitreißend.

Vier Titel in knapp über 36 Minuten sind schneller vorbei als man denkt und zumindest ich bleibe erstaunt zurück. Das hier ist kein lupenreiner DSBM. Hier führt jemand einen Kampf gegen sich selbst und das klingt verdammt geil!

Respekt!

Punkte: 7.5 / 10


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