Poisoned Void (2013) - ein Review von Akhanarit

Vorum: Poisoned Void - Cover
2
Reviews
3
Ratings
7.83
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


Akhanarit Avatar
27.01.2013 20:30

VORUM sind eine Death Metal Band aus Ahvenanmaa, Finnland, was die Marschroute gleich einmal etwas einkreist. Doch wer bei dem Debütalbum "Poisoned Void" mit klassischem Nordlicht-Sound rechnet, muss die Gleichung nochmals etwas überarbeiten. Neben den durchaus gegebenen, vor allem schwedisch tönenden Klanglandschaften im Stil früher GRAVE oder auch ENTOMBED haben sich zudem deutliche US-Einflüsse eingeschlichen. Will heißen: MORBID ANGEL & Co. sind ebenfalls allgegenwärtig im Klang der Truppe vertreten. Dazu gesellen sich besonders in den Vocals diverse Querverweise zum Black Metal hin, werden aber auch gern in den irrwitzigen Gitarrenläufen aufgegriffen, die einem die Musiker hier in die Gehörgänge pusten. Herausgekommen ist dabei ein Album mit einem knochentrockenen Gitarrensound, bei dem die Reibung der Saiten fast physisch spürbar wird, eine ordentliche Prise Reverb auf der Stimme des unablässig und heiser bellenden Frontmannes/Gitarristen P.J. (gute alte Schule), sowie acht solide Songs, die mal der Raserei in ihrer reinsten Form frönen, mal mit herrlich wehklagenden Solis durchzogen wurden. Selbst ein Trey Azagthoth würde hier vermutlich sehr zufrieden und zustimmend nicken. Fans analoger Aufnahmen können ihren Dank sogleich an Afshin Piran und Julius Jansson richten, denn diese zeichnen für den Sound der Finnen verantwortlich. Stücke wie das mächtige 'Evil Seed' oder gar der stattliche Titelsong mit seinem düsteren Fade-Out sprechen eine klare Sprache.

Qualitativ sind VORUM absolut genießbar, haben jedoch mit einem kleinen Hindernis zu kämpfen. Auch nach mehrmaligem Hören habe ich nur sehr schwer Zugang zu den Songs an sich gefunden. Man könnte sich natürlich auch schulterzuckend abwenden, weil die Inspirationsgeber allzu deutlich im Klangbild der Band vertreten sind. Wenn die Musik jedoch derart erstklassig vorgetragen wird, macht ein Werk wie "Poisoned Void" dennoch eine Menge Spaß. Und das ist es doch, was am Ende eigentlich zählen sollte, oder? VORUM sind eben keine Band, die man einfach so nebenbei konsumiert. Die Songs wollen wahrhaftig erfahren werden. Inspiration hin oder her. Das Teil taugt was!

Erschienen auf: http://www.bleeding4metal.de/?show=review_de&id=4899

Punkte: 8.5 / 10


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