The Cross (2012) - ein Review von gravedancer

Ampex: Cross, The - Cover
1
Review
1
Rating
9.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Stoner Rock/Metal, Sludge


gravedancer Avatar
09.01.2013 22:56

Als ich Ende letzten Jahres einen Dresdener Studentenclub besuchte, der für Lau ein paar Newcomerbands auftreten ließ, musste ich nach 4 Bands feststellen, dass die unsäglich schauderhafte Musik (von seltsamen Instrumental-Doom-Rock bis zu abscheulichem New Metal) immerhin das Bier nicht schal werden ließ. Nun gut...ich musste nichts bezahlen, dachte ich mir und stieß vor dem Auftritt der letzten Band (ich weiß bis heute nicht, ob sie den Headliner oder Rausschmeißer darstellen sollten) auf einen Langhaarigen mit einem Bass in der Hand.

"Seid ihr die letzten?"

"Ja!"

"Was spielt ihr?"

"Doom Metal!"

Ok, dachte ich mir, vllt ist der Abend ja doch noch gerettet.

Was dann aufspielte war zwar keine lupenreine Doom Metal Kapelle, aber ein Trio, das mit einer Mischung aus Stoner Metal und einer gehörigen Portion Motörhead - Rock N' Roll auftrumpfte. Man konnte also endlich mal die 3 mm langen Haare schütteln und bestellte nach dem Opener gleich mal 2 Bier im voraus, in freudiger Erwartung auf den Rest des Auftritts.
Das ist es dann auch was man hier auf dem Debut der Band AMPEX zu hören bekommt. Von kraftvollen Stampfern wie dem Titelsong und Opener "The Cross"; "Revenge"; "Highway" und dem ultracoolen Rausschmeißer "Lucky Man" über rockige Kracher alá "Stop it" bishin zu beinahe balladesken Nummern ("Paralysed", "Essential Line") überzeugen die jungen Herrschaften in beinahe jeder Hinsicht. Die Musiker verstehen anscheinend ihr Handwerk. Allerdings sind mir ein paar zu häufig wiederholte Fill Ins des Schlagzeugers unangenehm aufgefallen...das sollte die meisten Hörer aber nicht weiter stören. Bei den langsameren Sachen kommt es mir hin und wieder so vor als würde man sogar leichte Grunge-Einflüsse vernehmen. Davon sollten sich Metal Fans aber nicht abschrecken lassen. Man kann wirklich von einem lupenreinem Metal Album sprechen.

Wirklich schlechte Songs sind mir bisher nie aufgefallen, die Produktion drückt und mit über 71 Minuten Spielzeit ist kaum noch Luft für mehr Musik auf der Scheiblette! Was will man also mehr? Gut, das Cover Artwork ist jetzt kein großer Hingucker aber was solls. Auf die Musik soll es ja schließlich ankommen und die macht bei mir zumindest Lust auf mehr!

Fans von straightem Heavy Metal, Stoner Metal und Lemmy dürfen also gerne mal bei einem Konzert der sympathischen Sachsen vorbeikommen und werden sich hinterher sicher gleich eine Konserve mitnehmen. Mir erging es nicht anders. Auf ihrer Myspace-Seite kann man sich die Songs "Highway" und "Lucky Man" anhören, die ich hier ruhigen Gewissens auch als Anspieltipps stehen lassen kann.

Letzten Endes darf ich sagen, dass man hier sicher noch kein perfektes Album abgeliefert hat aber ein wahnsinnig Starkes! Und so fällt es mir entsprechend leicht 9 Punkte zu vergeben.

Edit:

Dass die Herren Pseudojournalisten der großen Metal-Zeitschriften nur die allernötigste Zeit und Mühe in die Recherche von Newcomerbands wie AMPEX stecken zeigt mir das Online-Review des mächtigen Legacy-Magazins. Hier lässt man die Jungs einfach mal aus dem Kleinstaat Liechtenstein kommen... Man bedenke, dass sich die Schreiberlinge solcher "Fanzines" eigentlich gar nicht die Mühe machen müssen, Informationen bezüglich der Bands herauszufinden. Denn man bekommt dort immer eine kleine Infobroschüre, meistens vom Label, wo schon alles Wichtige draufsteht. Man muss es dann nur noch lesen können. Das ist wohl schon zu viel verlangt.

Punkte: 9 / 10


Ampex: The Cross

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Tracklist:

  1. Intro
  2. The Cross
  3. Revenge
  4. Paralysed
  5. Between Your Eyes
  6. Morning Glory
  7. Senseless
  8. Stop It
  9. Highway
  10. Piss Off
  11. Essential Line
  12. Fool
  13. Break The Silence
  14. Lucky Man
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