King Of The Kill (1994) - ein Review von Akhanarit

Annihilator: King Of The Kill - Cover
2
Reviews
44
Ratings
7.95
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal, Speed Metal, Thrash Metal


Akhanarit Avatar
17.01.2012 04:49

Ursprünglich im Jahre 1994 veröffentlicht (ich hab hier die 2010er Re-Release – Version liegen), bekam KING OF THE KILL recht gute Kritiken und ich frage mich ein wenig, warum eigentlich? Ich will mal direkt zum musikalischen Teil kommen, muss aber anmerken, dass sich die Songreihenfolge des Re – Release - Outputs erheblich von der originalen Fassung unterscheidet.

Eröffnet wird direkt mit dem Titelsong, was ja auch irgendwie Sinn macht, denn wenn ich ehrlich sein soll, ist das der beste Song auf der gesamten Scheibe. Treibende Gitarren, Rhythmen zum mitbangen, alles was sich ein Fan nur von Annihilator wünschen kann und selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben. 21 kann da schon nicht mehr ganz mithalten. Ein Song über’s Kartenspielen ist dann doch nicht so ganz das, was man sich von einem Song der Kanadier aus Vancouver erwartet, allerdings ist die Gitarrenarbeit (wie bei jedem Song… wenn er denn einer ist…) wie immer eine Klasse für sich und die kann und will ich hier auch gar nicht schlecht reden. Jeff Waters ist hier ein Meister seines Fachs und liefert ein prima Riff nach dem anderen ab. SECOND TO NONE sehe ich mit 21 gleich auf, auch wenn das kurze Instrumental davor recht überflüssig erscheint. HELL IS A WAR ist dann ein Hybrid aus Ballade und Riffgewitter. Der Song beginnt ruhig und verspielt, dann wird ordentlich auf die Gitarren gesetzt und der Song wird genauso beendet, wie er auch angefangen hat. Ganz nett, aber nicht sonderlich innovativ. Guter Durchschnitt eben. Übrigens genau wie bei dem Song ANNIHILATOR, der zwar irgendwie als Bandreferenz gedacht sein sollte, aber im Vergleich zu den Bandhits (ALISON HELL oder eben KING OF THE KILL, z.B.) total belanglos dahin plätschert. Eher langsames Midtempo, keine besonderen Aha – Erlebnisse, nein… Anhand der Bedeutung des Titels und noch dazu nach der eigenen Band benannt, sollte man einen Knaller vor dem Herrn erwarten können. Schnell, prägnant, groovig, typisch für die Band eben. Das ist hier aber zu keinem Zeitpunkt gegeben. Ein FIASCO, wenn man dem nächsten Song Glauben schenken will. Und dieser rifft dann doch wieder recht ordentlich, auch wenn es kein Highlight darstellt. Dafür kommen wir jetzt zum Tiefpunkt des Albums, der in der originalen Version auch noch als Opener eingesetzt wurde: das von Jeff Waters persönlich gesungene THE BOX. Die Vocals fand man selbst im Annihilator – Camp so schlecht, dass man sie durch einen Stimmverzerrer gejagt hat, um die Sache noch irgendwie zu retten. Und gerade dieser Vocal – Effekt geht mir furchtbar auch den Senkel. Trotz guter Gitarrenarbeit ist der Song unwiederbringlich zerstört! Dass man diesen Song im Jahre 2010 nicht mehr als Opener auf KING OF THE KILL haben wollte spricht Bände… BAD CHILD und die erste richtige Ballade IN THE BLOOD sind auch nicht mehr als Mittelmass. Dafür kann ich mich für SPEED und das zweite, längere Instrumental CATCH THE WIND etwas mehr begeistern, auch wenn letzteres auch auf einem experimentellen Jazz – Album hätte stehen können. Der einzig weitere Song, der es mit der Qualität des Titelsongs aufnehmen kann ist die zweite Ballade des Albums, ONLY BE LONELY. Aaron Randall legt hier sehr viel Gefühl in die Stimme und musikalisch ist man sehr auf „easy going“ bedacht. Vielleicht nicht ganz das, was man auf einem Speed / Thrash Metal – Album erwarten würde, aber ein guter Song bleibt ein guter Song. Dieses Stück eignet sich prima als „Downer“ nach einem stressigen Tag, wenn man sich gerade das erste Bier aufgemacht hat und der Hektik des Alltages erstmal entfliehen will. Und entfliehen ist ein gutes Stichwort, welches mir bei SLATES durch den Kopf poltert. Keine Musik, nur Ansagen für die Songs dieser Platte, die dann in bereits bekannter „crazy“ – Manier (man erinnere sich nur an das Ende von BRAIN DANCE des Vorgängers…) ins Debil – Lächerliche gezogen werden und die so… ich sag’s jetzt… S.C.H.E.I.S.S.E. sind, dass ich sie am liebsten von der CD kratzen würde, um diesen Mist nicht noch einmal ertragen zu müssen. Noch mehr Belangloses gibt es dann mit WORDS FROM JEFF WATERS, der über 10 Minuten erzählen darf, was es denn mit den Songs auf KING OF THE KILL so alles auf sich hat (oder auch nicht). So was kann man meinetwegen als kostenlosen Download auf der eigenen Homepage anbieten, gehört aber nicht auf eine CD, die man sich auch anhören möchte, um die Musik an sich zu geniessen. Als Bonuszugabe gibt es dann auch noch ein 2 Minuten – Gitarrenlehrvideo (in super mieser Bildqualität), welches man sich auf seinem PC anschauen kann und in dem man genau einen Griff lernen kann. Und den auch noch vom Titelsong der letzten CD, was summa summarum absolut keinen Sinn macht.

Sorry, aber Veröffentlichung war der Vorgänger SET THE WORLD ON FIRE um einiges besser (selbst bei der Ballade PHOENIX RISING), auch wenn es keinen Song des Formates dieses Titelsongs hier aufweisen konnte. Dafür war die Gesamtqualität im Durchschnitt durchweg höher und die Songs griffiger. Bei aller Liebe zu Jeffs Gitarrenkünsten, aber dieses (Re-Release) Album hat eindeutig zu viel Durchschnitt, nervenden/schwachsinnigen Schnickschnack den keiner braucht und Songs, die gar keine sind. Das bin ich von Annihilator anders gewohnt!

Punkte: 6 / 10


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