Sin And Bones (2012) - ein Review von frankjaeger

Fozzy: Sin And Bones - Cover
1
Review
2
Ratings
7.25
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal


frankjaeger Avatar
21.09.2012 21:44

Die US-Wrestling-Metal-Maschine rollt weiter.

Ich finde den Namen immer noch furchtbar. "Haben Sie die FOZZY?" mit einer schönen, deutschen Aussprache, da lacht ... der Rest des Ladens. Obendrein bin ich ein wenig (negativ) voreingenommen, weil ich das Debüt und die zweite Scheibe "Happenstance" eher in Richtung belanglos einsortiert habe, auch ob der Tatsache, dass ich nun wirklich keine Coversongs von Bands des gleichen Genres brauche, die meist nur verschlechtert wurden. Aber seit die Band eigene Songs macht und ich "Chasing The Grail" habe und sogar gelegentlich mal auflege, kann ich über diesen Schatten problemlos flanken.

Auf "Sin And Bones" wechseln sich Licht und Schatten ab. Die Band um den Wrestler Chris Jericho schafft es durchaus, einige spannende Lieder zu schreiben und auch angemessen auf Platte zu bannen, aber FOZZY bleiben dann doch irgendwo im Mittelfeld des Heavy Metals stecken. Woran liegt das? Sänger Chris singt, brüllt und growlt sehr abwechslungsreich, auch die Gitarrenfraktion um Rich Ward lässt sich nicht festnageln, da passiert immer wieder etwas Neues, Spannendes.

Das Problem sind einfach einige der Kompositionen. Schon der zweite Tracks 'Sandpaper', ist ein echter Downer. Ward war vor FOZZY Gründungsmitglied von STUCK MOJO, falls das noch jemandem etwas sagt. Und diese Einflüsse sind nach wie vor hörbar, so sehr, dass die Verse in 'Sandpaper' echt furchtbar sind, zumal sie in einen Kitschchor münden, den ich auch lieber nicht hören möchte und der vor allem überhaupt nicht passt. Klar, das ist Wards Stil, und dass er daran glaubt und seine Ursprünge nicht verleugnet, ehrt ihn. Nervt aber auch. Ich könnte auch gut ohne den Klischeerocker 'She's My Addiction' leben, der nur drei Minuten lang ist. Und das ist auch gut so.

Dagegen stehen Songs wie er Opener oder die tolle Ballade 'Inside My Head', die mich anfangs ein wenig an ANNIHILATOR zu "Set The World On Fire"-Zeiten erinnert, oder auch 'Dark Passenger', der intensiv und wenig effektheischend nach einigen Spins zu einem echten Highlight wird. So wechseln sich gute Songs und eher schwache Tracks ab, es fehlt der ganz große Killertrack, dafür gibt es aber auch keinen Totalausfall.

Eine besondere Erwähnung verdient der Longtrack 'Storm The Beaches', der mit über elf Minuten aus dem Album heraussticht. Ein ziemlich gewagter Ansatz für eine Band, die sicher unterhaltsam ist, aber hier offensichtlich an ihre künstlerischen Grenzen gerät, sowohl musikalisch wie vor allem lyrisch. Und Kitsch-Orchester mit Gewehrsalven ist auch nur bedingt originell.

Das dürfte das passende Urteil für "Sin And Bones" sein: Gut, aber nur bedingt originell. Viel versucht, aber nur manches geschafft. Trotzdem ein großer Schritt vorwärts im Vergleich zu dem Anfangstagen, aber etwas schwächer als "Chasing The Grail". Sicher weil die Band versucht, sich nicht immer nur zu wiederholen. Das wiederum verdient Anerkennung.

http://www.powermetal.de/review/review-Fozzy/Sin_And_Bones,20818,20729.html

Punkte: 7 / 10


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Tracklist:

  1. Spider In My Mouth
  2. Sandpaper
  3. Blood Happens
  4. Inside My Head
  5. Sin And Bones
  6. A Passed Life
  7. She's My Addiction
  8. Shine Forever
  9. Dark Passenger
  10. Storm The Beaches

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