Morok (2012) - ein Review von gelal

Agruss: Morok - Cover
1
Review
1
Rating
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


gelal Avatar
22.08.2012 13:46

Morok sind Ukrainer und gehen auf ihrem Album „Morok“ ziemlich extrem und abgefahren zu Werke. Vom Label wird ihr Stil als Post Atomic Black Metal angekündigt. Ich würde noch eine Portion Death hinzufügen um dem Ganzen noch etwas näher zu kommen.
Gibt sich das Album auf dem ersten „Ohr“ noch etwas sperrig und wirr, so kommt man doch von Durchlauf zu Durchlauf immer mehr zu der Erkenntnis dass dieses scheinbare Wirrwarr Methode hat. Hier bolzt man wie wild vor sich hin, dort grunzt man sich die Seele aus dem Leib um an anderer Stelle zu keifen und zu schreien als gäbe es kein Morgen. Dann wieder gib es atmosphärische Klänge und Samples die fast apokalyptische Stimmung aufkommen lassen. Nicht zuletzt kommt man mit Black Metal daher welcher schon fast symphonische Züge annimmt. Aber in jedem Song gibt es immer wieder extreme Auswüchse die dich ein ums andere Mal dazu bringen zu sagen „was ist das denn?“.
Abwechslung wird hier ganz groß geschrieben, auch wenn sich alles irgendwo in jedem Song wiederholt. Das Fängt schon beim Opener „Damnation“ an. Man beginnt fast melancholisch, mit ruhigen tragenden Klängen und Meeresrauschen, um dann auszubrechen und ein wahres Inferno zu entfachen. An allen Fronten werden Hochleistungen erbracht und man hat das Gefühl ein wildes Tier hat sich soeben aus dem Käfig befreit. Dann nimmt man das Tempo zurück und erzeugt schon fast doomige Atmosphäre, welche eine beängstigende Stimmung aufbaut. Die Vocals sind dabei von Sprechgesang über Black Metal Gekreische bis zu tiefen Death Grunz vorhanden aber relativ weit nach hinten gemischt.
Auch der Titelgeber „Morok“ ist ähnlich gestrickt hat aber an bestimmten Stelle noch etwas Melodie zu bieten.
So und so ähnlich geht es bis „When The Angels Fall“ von statten, dieser beginnt mit einem monotonem Brummton und einer zarten weiblichen Vocal-Sequenz ehe er Black Metal lastig und mit Hall versehen nach vorn drängt. Dieser Song hat dann sogar etwas wie Groove zu bieten, aber auch hier wird wieder alles verarbeitet was auch in den vorherigen Nummer vorhanden ist. Zum Ende der Scheibe gibt es dann noch eine Trilogie mit Namen „Under The Snow I – III“. I und II sind dabei wohl die beiden Titel mit dem größten Black Metal Anteil und haben auch am meisten Melodie zu bieten, wenn man denn hier von Melodie sprechen möchte. „Under The Snow III“ ist das Stück, welches für das Wort Post in der Stilbezeichnung verantwortlich zeichnet. Hier gibt es fast eine viertel Stunde Endzeitliche Stimmung und Post Metallische Klänge, welche nur ab und zu durch wehklagende Schreie untermalt werden.
Diese Musik macht mir Angst ;)
Für Manchen mag das alles roh und holprig klingen, aber wenn man genau hinhört dann wird man erkennen das die Jungs genau wissen was sie da tun; und das machen sie am Ende richtig gut. Auch die im ersten Moment räudige Produktion entpuppt sich äußert passend und gewollt. Durch sie wird die apokalyptische Stimmung erst so richtig zur Geltung gebracht.

Fazit: Code 666 haben wieder einmal ihr Händchen für Bands mit Potential bewiesen und mit Agruss eine vielversprechende Formation am Start. „Morok“ ist ein Album welches mit seinem Stil wirklich ein neues Sub-Genre definieren könnte. Geballte Kraft verbunden mit apokalyptischer und Post Metallischer Atmosphäre und infernalen Ausbrüchen, für Extrem Metaller ein wirklicher Leckerbissen.

Punkte: 8 / 10


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