Trugbilder Einer Erinnerung (2012) - ein Review von woifal

Apathie: Trugbilder Einer Erinnerung - Cover
1
Review
1
Rating
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


25.07.2012 18:10

2009: In der sächsischen Oberlausitz braut sich etwas zusammen. Die drei Burschen Saerk, Grond und Sulphur gründen die Schwarzmetall-Formation "Apathie", um sich auf ihren musikalischen Weg zu machen, der – laut eigenen Angaben – zurück zu den Wurzeln führen soll. Neben ein paar Auftritten machte die Kapelle mit ihrem 2010er-Demo "Heimat:Einöde" zum ersten Mal auch in "greifbarer" Form auf sich aufmerksam. Heute, drei Jahre nach dem Zusammenschluß der Musiker, ist das erste Werk in Volllänge fertiggestellt und wartet nur darauf, im Herbst dieses Jahres über Black Blood Records auf die Black Metal-Gemeinde losgelassen zu werden.

Nach dem spannungsaufbauenden Intro "Dämmerung" wird direkt in guter, alter Black Metal-Manier losgedroschen. Schnell zeigen sich die beiden Seiten, die "Apathie" über die komplette Länge des Album eingebunden haben: Chaos und Akribik. In einem einzelnen Satz würde ich sagen, dass hier eine hektische Black Metal-Platte mit melodiösem Charakter vorliegt, die im Songwriting ausgereift und gut akzentiert wirkt, aber dennoch ein hohes Maß an Hass mitsichbringt. Im Detail finden sich rasante, druckvolle Drums, eine höllisch aggressive Stimme und sägende, gut abgestimmte Saitenhiebe. Zusammen mit den abwechslungsreichen Riffs und Rhythmen ergeben die Komponenten eine wahre Wand, die nichts durch sich durch oder an sich vorbei lässt. Doch auch der Sound auf "Trugbilder einer Erinnerung" kommt nicht zu kurz. Obwohl das Album als Ganzes sehr chaotisch und schwarzmetallisch aufgezogen ist, darf man sich auf eine aggressive Scheibe freuen, die gut produziert, aber absolut nicht glattpoliert ist. Das Mittelmaß wurde hier in meinen Augen gut gewählt und es macht Spaß, sich den "Trugbildern" hinzugeben.
Viel neues hat der geneigte Hörer allerdings nicht zu erwarten, denn "Apathie" reihen sich mit diesem Opus "nur" in eine bereits bestehende Sparte ein – auch in punkto Innovation. Das Schöne an dem Ganzen ist, dass man sich zwar an Bekanntem bedient, aber sehr wohl auch einiges an Abwechslung und Feinschliff in den Kompositionen geboten bekommt, was so manche Gruppen stark vernachlässigen. Auch hatte ich nicht das Gefühl, dass sich die knapp 49 Minuten schier ewig dahinziehen, sondern rasch und mit einer ordentlichen Portion Kurzweiligkeit vorbeirauschen. Was will man denn eigentlich noch?

"Apathie" stellt in meinen Augen definitiv eine Formation dar, die es wert ist, unterstützt zu werden. Ohne genaue Zielvorstellungen haben sich die drei Deutschen auf einen musikalischen Weg begeben, der – im Nachhinein und von einer dritten Person betrachtet – so falsch nicht sein kann. Ich würde es sehr begrüßen, wenn an diesem Projekt fleißig weitergearbeitet wird und es bald wieder etwas zu hören gibt.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 8 / 10


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