Living Things (2012) - ein Review von Monolith

Linkin Park: Living Things - Cover
1
Review
17
Ratings
7.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Nu Metal


Monolith Avatar
23.06.2013 13:51

Eines vorweg: Egal wie lächerlich die vorherigen beiden Alben waren, eines muss man dennoch zugeben: Linkin Park bewegen sich mit ihrem Stilmix in Gefilden, auf denen sie sich nach Belieben austoben können. Denn kaum eine andere Band besitzt so viel Freiraum und Möglichkeiten herumzuexperimentieren, wie sie. Auch zeigen sie schon von Anfang an, dass sie ihr Handwerk verstehen, und den Mix der diversen Elemente können. Warum sind die letzten beiden Alben also so schief gelaufen? Weil diese 6 Leute ständig mit einem Auge auf die große Kohle schielen und sie es sich damit selbst so verdammt schwer machen. Denn sie haben kein Interesse (mehr) daran ihren einzigartigen Stil weiter auszubauen, nein, sie bemühen sich diesen gleichzeitig so eingängig und kommerziell wie möglich zu gestalten, um damit noch schön abzusahnen. Klar, man kann keine Bands als kommerziell bezeichnen, nur weil sie ihre Musik verkaufen wollen. Logisch, wovon sollen die sonst leben? Allerdings erkennt man Kommerz spätestens daran, wenn ein Künstler so krampfhaft dem Geld hinterher kriecht, dass es nicht mehr schön anzusehen ist. Das fing schon damals mit den ganzen "Linkin Park Underground" Teilen an. Welche Band remastert bitteschön so oft so viele Demos, nur um sie zu verkaufen? Aber an dieser Stelle mache ich mal einen Schnitt und beginne doch mal damit das Album zu analysieren.

Laut eigenen Angaben der Band gehe es mit diesem Album zurück zu den Wurzeln. Und das mag sogar stimmen. Denn es wurden wirklich so gut wie alle Elemente, die man aus den ersten beiden Alben kannte, wieder mit eingebunden. Und sogar um weitere ergänzt. Doch das heißt noch lange nicht, dass die Umsetzung bzw. das Songwriting den Anfängen entsprechend sei.

"Lost in the Echo" ist da allerdings noch eine Ausnahme: Es ist wirklich genial gemacht, denn es bietet ein gutes Gemisch aus neuem elektonischen Sound, den allseits geliebten Gitarren, und dem seit "Papercut" beliebten Wechselspiel zwischen Mikes Rapparts und Chesters Refrains. Hier sind sogar Screams vorhanden. Alles in Allem ein großartiger und überraschender Anfang zugleich, sogar dafür, dass dies die 2. Single des Albums war.

Danach wird es allerdings wieder kitschig: "In my Remains" erinnert an die Schlafenszeiten von "Minutes to Midnight", die hier nochmal um ein paar Electronicsounds erweitert wurden und erwecken bei den Old School Fans eher bad Remains.

"Burn it Down" ist auch als erste Single bekannt und das zeigt ja schon, worauf der Track ausgelegt ist. Wie der Vorgänger möglichst eingängig gestaltet - und langweilig.

"Lied Greed Misery" ist mal was neues. Wieder schöne Electronicsounds mit einem Hauch von E-Gitarre, ein Wechselspiel zwischen Mike und Chester, wobei Chester hier keine tolle Gesangseinlage bietet, sondern irgendwas dabei umherruft. Gegen Ende gibt es dann die beliebten Screams von ihm, das wohl das einzig Interessante für die alten Fans sein dürfte. Ich hingegen kann mich mit dem Stück anfreunden, da es wieder etwas neues ist und ich hier zumindest eine halbwegs vernünftige Mischung heraushören kann.

"I'll be Gone" gehört auch zu den besseren Liedern des Albums: Ein reines Chesterstück, auf dem er zwar keine Screams einsetzt, aber dafür eine dezente Gesangseinlage bietet. Diese mag wieder etwas arg poppig klingen, doch ist für mich der beste Linkin Popsong auf den letzten drei Alben.

"Castle of Glass" ist die vierte und letzte Singleauskopplung des Albums, doch hier herrscht nicht Eingängigkeit allein. Wenn man genauer hinhört, merkt man, wie sich das Lied langsam aufbaut und auch Chesters vergleichsweise schwacher Gesang passt hier gut rein. Gitarren sind hier nicht vorhanden, insgesamt ein sehr entspannender Song mit Ohrwurmfaktor. Die Monotonie auf dem Lied hat es allerdings fast zur Schnarchballade verkommen lassen.

Ich denke mal, dass dieser kleine Haufen - Lied kann man es bei der Länge nicht bezeichnen - so ziemlich das einzige "back to the Roots" Stück ist und demnach auch das einzige Lied, das man den alten Fans zeigen könnte: "Victimized" bietet die gute alte Mischung mit herben elektronischen Gitarren und Chesters Geschrei. Mit anderen Worten: Ein wenig Hybrid Theory. Das einzige, was noch gefehlt hätte, wären düstere Sounds und Chesters Gesang.

Und dann wird es wieder langweilig: "Roads Untraveled" ist ein unspektakuläres Stück, mit dem man vielleicht ein wenig in Gedanken schwelgen kann, das war's auch. Ähnlich verläuft es sich mit "Skin to Bone", dessen Umsetzung mit "When they Come for me" auf "A Thousand Suns" - klingt komisch, ist aber so - deutlich besser gelungen ist.

Darf's ein bisschen Fort Minor sein? Denn das ist genau das, was "Until it Breaks" bietet. Es klingt zwar wie irgendein eigenartiger Mix, aber letztendlich ist es ein schön experimetelles Rapstück, in das gegen Ende ein Chor mit eingebracht wird, der Mike ablöst und das Lied zum Ende führt. Alles ganz schön und nett, aber da hätte mir ein reiner Rapsong mehr gefallen.

Und am Ende haben wir mit "Powerless", der mit "Tinfoil" eingeleitet wird den krönenden Abschluss. Zu diesem Lied gibt es denke ich mal nicht viel zu sagen, eine typische Ballade im Neo-Linkin Park Stil.

Und was hat das jetzt alles mit Back to the Roots zu tun? Die Elemente sind durchaus vorhanden, aber nur weil man insgesamt zwei mal eine Gitarre zu hören bekommt, ein, zwei Screams, und so gut wie keine richtigen Drums, heißt das noch lange nicht, dass man Back to the Roots gegangen ist. Oder nennt man neuerdings auch einen Hamburger so, auch wenn da kein Fleisch drin ist, aber man Fleisch im Eisfach lagert? Außerdem finde ich es äußerst erbärmlich, dass sich Linkin Park hier lediglich auf die Singles konzentriert haben. So schlecht "A Thousand Suns" auch war, wenigstens hat man darauf mit "Blackout" und "Wretches & Kings" noch zwei gute Lieder gehabt, die nicht als Single-Auskopplung ausgemolken wurden.

Insgesamt haben wir hier 3 Punkte für 3 von 4 guten Singleauskopplungen und einen weiteren halben Punkt für den Haufen "Victimized". Dazu kommt noch "Lies Greed Misery" mit einem weiteren Punkt

Vielleicht sollten sie den Drummer, den Gitarristen und den Bassisten rausschmeißen und sich als Electronickünstler unter's Volk mischen. So verkaufen sie noch mehr Brei, der in die Charts kommt, und müssen das Geld am Ende nur noch durch drei teilen. Der Weg zum maximalen Profit, lasst es euch durch den Kopf gehen!

Punkte: 4.5 / 10


Linkin Park: Living Things

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Tracklist:

  1. Lost in the echo
  2. In my remains
  3. Burn it down
  4. Lies greed misery
  5. I'll be gone
  6. Castle of glass
  7. Victimized
  8. Roads untraveled
  9. Skin to bone
  10. Until it breaks
  11. Tinfoil
  12. Powerless

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