The Hunt (2012) - ein Review von Leodoom

Grand Magus: Hunt, The - Cover
2
Reviews
31
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Power Metal, Doom Metal, Stoner Rock/Metal


Leodoom Avatar
16.06.2012 16:55

Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie Fangemeinde und Fachpresse dieses Album abfeiern kann. Habe ich Tomaten auf den Ohren?

Nüchtern betrachtet ist "The Hunt" ein zweitklassiges Rockalbum, dass weit hinter seinem Potenzial zurückbleibt. Ein Großartiger Sänger, der nicht wirklich in Szene gesetzt wird, stellenweise gute Ansätze, die aber nicht in wirklich gute Songs eingebettet werden, und ein zerfahrener Sound, bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellen (nein, die Produktion ist nicht "Old School" sondern einfach MINDERWERTIG).
Von der einstigen Genialität der Band, die mit "Iron Will" eines der besten klassischen Metalalben der letzten 20 Jahre ablieferte und mit "Wolf's Return" und "Hammer Of The North" zwei weitere zumindest sehr sehr gute Scheibchen im Katalog hat, ist nicht mehr viel zu hören. Einzig und alleine "Iron Hand" zeigt, was Fans seit Jahren an der Band lieben: Treibendes Riffing, kraftvolle Vocals, überragendes Songwriting. Gibts den Song bitte auch mit ordentlich produziert? Könnte die Platte BITTE mal jemand (re)mastern? Danke!

Leider ist mit einem guten Song auf einem Album von 10 kein Blumentopf zu gewinnen, und der Rest dümpelt derart belanglos vor sich hin, dass ich nach vier Durchläufen mit Biegen und Brechen den Refrain von "Starlight Slaughter" und "The Hunt" zusammenbekomme. Vom Rest bleibt absolut nichts hängen. Ein Absoluter Rückwärtsschritt in wirklich jeder Hinsicht.

Als Debut wäre "The Hunt" vielleicht gerade noch akzeptabel und mit "ausbaufähig" zu bewerten, aber wir haben es hier mit Album Nr. 6 zu tun. Dass diese Ansammlung von Mittelklassigkeit so überhyped wird kann ich mir nicht anders erklären als dass die gemeine Metalpresse gute Bands erst dann erkennt wenn sie ihren Zenit überschitten haben (und/oder zu Nuclear Blast wechseln) - nach ihren wirklich geilen Alben kräht nämlich kein Hahn.

Es tut mir wirklich weh, diese Zeilen schreiben zu müssen, denn ich bin ein riesiger Grand Magus-Fan, aber selten hat mich ein Album so enttäuscht wie dieses. Wer hören will, wie diese Band klingt wenn sie Ernst macht, soll sich lieber ein paar ältere Platten zu Gemüte führen. Ich für meinen Teil werde das genau jetzt tun.

Punkte: 4.5 / 10


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