Serpent Sermon (2012) - ein Review von gelal

Marduk: Serpent Sermon - Cover
1
Review
16
Ratings
9.03
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


gelal Avatar
22.08.2012 14:18

Brutal Black Metal! Wenn man diese Genre Bezeichnung in den Mund nimmt fäll auch immer der Name Marduk. Sind doch die Schweden eine, wenn nicht gar die Referenz in Sachen extremen Black Metals. Zumindest wenn man an den Anfang der 90er denkt. Die Truppe hat mit ihren frühen Werken die Szene geprägt und so manche Band inspiriert. Aber nicht nur ihre frühen Werke machen Marduk so groß, wenn ich an spätere Sachen wie die „Panzer Division Marduk“ und „La Grande Danse Macabre“ oder auch die etwas andere aber doch starke Rom „5:12“ denke, läuft mir gleich ein wohliger Schauer über den Rücken. Die letzte Platte „Wormwood“ war mir etwas zu experimentell, hat zwar die Trademarks der Band zu bieten und auch ihre Momente, aber mehr halt nicht. Die zuletzt erschienene 3 Track EP „Iron Dawn“ ließ jedoch wieder hoffen und so war ich natürlich gespannt auf die nun erscheinende „Serpent Sermon“. Immerhin ging man auf der EP wieder in bekannt brutaler Black Metal Manier zu Werke, die zwar moderner daher kam aber an „altes“ Gemetzel der Division erinnerte. Auf „Serpent Sermon“ gibt es nun 10 Nummern, die eingeleitet werden vom Titelgeber. Nach kurzer Einleitung mit bedrohlichen Trommelschlägen, die etwas aus der Ferne klingen, lässt er das Herz eines Marduk Fans sofort höher schlagen, denn es geht mit rasendem brutalem Black Metal sofort in die Vollen. Highspeed Drums und sägendes Riffing bestimmen den Song, lassen aber auch einen gewissen Grad an Melodie zu. Der Song ist ziemlich abwechslungsreich gestaltet und bietet neben erwähnten Highspeed auch immer wieder Parts in denen Geschwindigkeit raus genommen wird und an den melodischsten Stellen bekommt der Song sogar ein klein wenig symphonischen Charakter(auch ohne Keys ;) ), ohne es allerdings zu übertreiben. Steht den Schweden sehr gut wie ich finde. Ähnlich gehalten geben Nummern wie die genialen „Into Second Death“ und „Temple Of Decay“(atmosphärische schleppende Midtempo Nummer), für mich zwei der stärksten Marduk Nummern der letzten Jahre, oder das ebenso starke, Old School lastige „Damnations God“(versehen mit einem feinen, berohlichen schleppendem Part) eine geballte Ladung Brutal Black, wie ihn eigentlich nur Marduk vortragen kann. Neben diesen Stücken gibt es aber auch Nummern wie „Messianic Pestilence“ oder „Hail Mary(Piss-soaked_Genuflexion)“ wo nur einmal eingeatmet wird und dann aus allen Rohren gefeuert bis die Luft ausgeht. Bei letzterem wird nur einmal ganz kurz nachgeladen. Aber auch bei dieser Form des Gemetzels wird es nie langweilig oder gar eintönig. Eine gelungene Mischung aus beiden Varianten gibt es mit „Souls Of Belial“; ein richtig fieser Nackenbrecher. Super! Gegen Ende gibt es auch wieder etwas experimentellere Stücke, wie sie schon auf dem letzten Album vorhanden waren. Das bereits als Hörprobe im Netzt vorhandene „M.A.M.M.O.N.“ ist eines davon, hier sind mir die Drums etwas zu viel getriggert, was störend wirkt. Ansonsten aber ein ganz gut gelungenes Stück, welches variabel gestaltet ist und schon fast progressive Parts aufweist.
„Gospel Of The Worm“ experimentiert ein wenig beim Gesang und kommt etwas zu dünn rüber, hat dadurch allerdings ein wenig Old School Charme zu bieten und zählt eher zu den „aus allen Rohren feuern“ Stücken. Mit dem Album abschließenden „World Of Blades“ haben meine Lieblings Schweden dann eine stampfende Midtempo Nummer in Angebot, welche einen relativ hohen Melodie Anteil besitzt und einen ruhigen, leicht atmosphärischen Zwischenpart mit Sprachsamples enthält. Das längste Stück auf dem Album und ein gelungener Abschluss des Ganzen. Der Bonus Track der ltd. Edition lag mir nicht vor, darauf ist dieser der Längste.
Messerscharfe Riffs, Blastbeats, Melodien; die trotz aller Brachialität gut zu tragen kommen und ein starkes Songwriting sind verantwortlich für ein Abwechslungsreiches Black Metal Album. Der Gesang, welcher aus leicht gurgelnden, kehligen Vocals besteht, tut dabei sein übriges um die finstere Stimmung, welche dich jeder Hoffnung raubt, aufrecht zu erhalten.

Fazit: Mit „Serpent Sermon“ haben Marduk ein Album geschaffen, welches alte Stärken der Band, aber auch ein paar neuere Einflüsse zu bieten hat. Der leichte symphonische Touch den das Album inne hat, macht die Songs schon fast sowas wie eingängig. Kurz um, „Serpent Sermon“ vereint die alten Marduk mit den Neuen und sollte die Fans beider Ausrichtungen zufrieden stellen, wenn nicht gar begeistern. Mich haben die Schweden jedenfalls überzeugt.

Punkte: 9 / 10


Marduk: Serpent Sermon

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Tracklist:

  1. Serpent sermon
  2. Messianic Pestilence
  3. Souls for Belial
  4. Into Second Death
  5. Temple Of Decay
  6. Damnation's gold
  7. Hail Mary (Piss-Soaked Genuflexion)
  8. M.A.M.M.O.N.
  9. Gospel of the worm
  10. World of blades
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