Ad-HoC (2011) - ein Review von woifal

Ad-HoC: Ad-HoC - Cover
1
Review
2
Ratings
6.75
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


28.06.2012 10:54

Bislang habe ich noch nichts von den Avantgarde Black Metallern "Ad-hoC" gehört. Auf der "Naturmacht Compilation Vol. II" waren die Deutschen mit einem Track vertreten, aber viel mehr gab es von der Gruppe noch nicht zu vernehmen. Mehr sagt einem da schon die Death Metal-Band "Mortal Intention", aus der sich letzten Endes diese Formation gebildet hat. Nach dem großen Umbruch schlugen die Musiker also neue Wege ein und veröffentlichten 2011 ihr selbstbetiteltes Debüt "Ad-hoC".

Auch, wenn der erste Eindruck es nicht vermuten lässt, aber der Silberling bietet tatsächlich Black Metal! Was genau man auf diesem Album findet, ist aber nicht ganz so einfach zu beschreiben. "Ad-hoC" nehmen den Black Metal her und basteln daran so lange, bis etwas Ungewöhnliches daraus wird. Oftmals ist es bei manch einer Band genau dieser Arbeitsschritt, der dem Todesurteil gleichkommt, doch hier muss man ehrlich zugeben, dass die deutschen Metaller den Mittelweg zwischen dem "Alten" und den modernen Einflüssen überraschend gut angepeilt haben.
Wo auf der einen Seite Blastbeat-lastige, schnelle Teile mit aggressivem Black Metal-Geschrei den Ton angeben, trumpft die Band in der anknüpfenden Passage mit Gesängen, atmosphärischen Leadgitarren und Keyboad-Untermalung auf. Auch sind progressive Elemente zu finden, und es werden (Gitarren-)Effekte genutzt, die im "normalen" Schwarzmetall selten etwas verloren haben. Mit dem Zusatz "Avantgarde" liegt man hier nicht ganz so falsch, denke ich. Unter dem Banner "Melodic" würde das Ganze aber auch sehr gut funktionieren.
Stellenweise klingen "Ad-hoC" auf ihrer gleichbenannten Scheibe trotz des durchaus gelungenen Sounds etwas steril. In gewisser Weise strahlt das Klanggewand dadurch aber eine fesselnde Kälte aus, die letzten Endes dann doch auch wieder passend ist. In etwa vergleichbar mit diversen Outputs von "Satyricon". Aber so mitreißend das alles ist, kann ich die Scheidung der Geister jetzt schon riechen. Nicht, dass das verhindert werden könnte, aber ich persönlich würde dieses Musikprojekt ohnehin nicht zum Standard zählen, der die großen Massen versucht zu erreichen, sondern eben zum Ausgefallenen.

Viel mehr kann man in meinen Augen über dieses Werk nicht sagen, da es zu ungewöhnlich ist, um es mit den gängigen Formaten zu vergleichen, und auch zu tief, um es mit ein paar Worten ausreichend zu beschreiben. Grob gesagt ist nichts von all dem, was geboten wird, tatsächlich neu, aber in dieser Form aneinandergeknüpft findet man selten etwas, das so gut gelungen ist, wie es hier der Fall ist. Der eingeschlagene Weg ist gut gewählt und auch gut umgesetzt. In seiner Eigenheit kann ich "Ad-hoC" also Freunden des Extravaganten und des Experimentellen wärmstens empfehlen.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 8 / 10


Dominic Miller: Ad Hoc

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Tracklist:

  1. Exciting purgatory
  2. Scirocco
  3. Eva
  4. Shavasana
  5. Hotel pink
  6. World party
  7. Tisane
  8. St Victoire
  9. Moroccan roll
  10. Doolin

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