Madenreich (2011) - ein Review von DarkForrest

Eisregen: Madenreich - Cover
1
Review
10
Ratings
6.80
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Doom Metal


DarkForrest Avatar
04.12.2011 11:15

Am 09.12.11 ist es endlich soweit: Rostrot steht vor der Tür! Als kleinen Vorgeschmack gibt es vorab mit der Madenreich-EP bereits „ein Stück Rostrot“ zu hören. Wobei der Begriff EP für 3 Songs fast schon übertrieben klingt, aber okay: Eisregen machen nun mal keine Singles sondern nur Eps. Ursprünglich sollte das Teil in etwas begrenzterer Auflage erscheinen und nur auf Konzerten und in sehr begrenzter Zahl im KKTH zu erhalten sein. Das Label war jedoch anderer Meinung und so schaffte es Madenreich schließlich doch in den normalen Handel, was mich nicht unbedingt stören soll. Nachdem mich das letzte Album der Thüringer doch sehr positiv überrascht hat, war ich mehr als gespannt, was sich hinter dem hübschen Digipack von Madenreich verbirgt. Da hätten wir zunächst einmal die reguläre Album Version von Madenreich. Auffällig hierbei die sehr eingängige Melodie sowie der durchweg cleane Gesang. Um mal mit dem Positiven anzufangen: Die Blutkehle hat mittlerweile einigermaßen gelernt clean zu singen und das ganze klingt bei weitem nicht mehr so schrecklich wie damals noch auf „Blutbahnen“. Jetzt mutet der ganze Song fast schon wie NDH an. Gewisse Prallelen zu Rammstein sind mir da durchaus aufgefallen. Mit gutturalem Gesang und etwas härteren Gitarrenriffs hätte man meiner Meinung nach dennoch mehr aus dem Song holen können. So bleibt er ein netter kleiner Ohrwurm, der sich schnell im Kopf festsetzt, aber nicht gerade lange hängen bleibt. Nicht wirklich schlecht aber leider auch nicht wirklich gut. Der zweite Song hört auf den Namen „Madenreich [Live In Mogadischu - Somalia 2013]“ und nach ein paar Sekunden wird einem klar: es handelt sich hierbei um eine alternative Gesang-Version. Das Gekeife der ersten Strophe lässt mich noch auf eine gegrowlte Version von Madenreich hoffen, der cleane Refrain belehrt mich eines besseren. Die Vocals wechseln in immer kürzen abständen von clean zu guttural. Am Anfang war ich leicht enttäuscht, aber je öfter ich das Teil höre um so besser gefällt mir diese Version. Sie ist einfach konsequent bekloppt und passt irgendwie auch besser zum nicht ganz so ernst gemeinten Text. Hat mich letztendlich dann doch überzeugt. Aber es kommt noch besser: mit dem exklusiven Track „Ich, Zombie“ wird der Härtegrad endlich wieder deutlich angezogen. Das ganze klingt schon um einiges mehr nach Dark-/Black Metal und damit den guten alten Anfangstagen der Band. Sicherlich auch eine kleine Umgewöhnung wenn man gerade noch das melodische Gedudel von „Madenreich“ im Ohr hat. Durch seine vielen Breaks und Tempowechsel fällt der Song zudem auch etwas sperrig aus und hat bei mir einige Anläufe gebraucht bis er so richtig geknallt hat. Aber auch das erinnert mich irgendwie in freudiger Weise an „Zerfall“ oder „Leichenlager“ und ist ein Punkt, den ich auf den letzten Alben immer wieder vermisst habe.

Mein Fazit: „Madenreich“ geht gut nach vorne. Der eigentliche Titelsong hätte etwas härter ausfallen können, der zweite Song macht irgendwie Laune, der dritte Song tritt ordentlich Arsch und das Maß an Abwechslung welches man mit dieser Single...ähm EP mit nur 3 Songs geboten bekommt ist auch nicht von schlechten Eltern. Wenn „Rostrot“ in die gleiche Richtung geht bin ich sehr zufrieden.

Punkte: 8.5 / 10


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