Thunder (1987) - ein Review von Lord

Andy Taylor: Thunder - Cover
1
Review
4
Ratings
9.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rock Hardrock


Lord Avatar
31.05.2011 08:01

Wichtig: Das hier ist ein eher persönliches Review - wer eine richtige Plattenkritik lesen will, wird damit wenig anfangen können!!

Ich besitze "Thunder" seit 1987, da man als Duran Duran Fan alles haben musste... Bis vor einigen Wochen fand ich den Zugang nicht - und jetzt auf einmal, nach fast 25 Jahren; BOOOOM, das Ding schlägt ein wie eine Bombe. Es ist ein Juwel des Mainstreamrock der 80er, klarer Fall. Kein kompliziertes Egogewichse, dafür eingängige Melodien, viele Gitarren - leider halt wie alles zu dieser Zeit mit etwas viel Keyboards stellenweise.

Andy verliess Duran Duran 1986, zockte ab 1984 mit John Taylor bei The Power Station, da konnte man schon hören, was Andys Passion ist; mehr Gitarren, härtere Riffs als zuletzt beim klangtechnisch etwas lahmen "Seven and the ragged tiger" Album von Duran Duran, wo er nur noch als "Geist" mitwirken durfte.

"Thunder" beinhaltet zwar nur 9 Songs, doch einen richtigen Aussetzer gibt es nicht. Kritikpunkt ist neben der Art der Produktion bei machen Songs, dass der Refrain etwas zu oft wiederholt wird. Schlimm ist das aber nicht - denn ein SOLCHES Album hätte von dem ehemaligen Duran Duran Gitarristen wohl so gut wie keiner erwartet. Er lebte damals in LA, hing mit Mötley Crüe und Anderen ab und so ist klar, dass er in diese Rock/Hardrock-Richtung ging, die er bei Duran Duran schon immer bestmöglichst einbrachte - er gab der band den nötigen edge!

Mein persönliches Highlight ist der Übersong "Night train"! Wundervoll, in Melancholie getränkt - da ich selber auch immer wieder mit dem Nachtzug zu meiner Freundin reise, kann ich dad Feeling exakt nachempfinden - steht man dann abends um 22h im Speisewagen des CNL mit einem Becks und guckt aus dem Fenster, ist "Thunder" - insbesondere "Night train" der perfekte Soundtrack.
Auch "Broken window" ist mehr als nur gelungen - "I might lie", "Tremblin" und "Thunder" ebenfalls.

Andy spielt nicht alle seine Trümpfe, hält sich zurück, zugunsten des Songwritings - mal spielt er Knopfler-like, dann superaggressiv im heavy-Stil - auch hier, wie bei Duran Duran, zeigt er seine Spielvielfalt.
Überrascht bin ich von seinem Gesang - grad in "Broken window" singt er einfach nur grossartig! Zwar konnte man ihn bei DD immer als Hintergrundsänger hören, doch so richtig kam da seine Stimme nicht durch.

Zuzeit liebe ich diese Platte enorm und höre sie rauf und runter - gute 9 sind 100% vertretbar. Abzüge gibt es wegen genannten Gründen, ansonsten würde ich auch die 10 zücken!

Punkte: 9 / 10


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