Homo Nihilis (2011) - ein Review von woifal

Fatum Elisum: Homo Nihilis - Cover
1
Review
1
Rating
6.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Doom Metal


22.07.2012 16:01

2007 gründete sich in Frankreich die Doom Metal-Kapelle "Fatum Elisum". Ein Jahr darauf wurde das selbstbetitelte Demo mit sage und schreibe 54 Minuten Länge veröffentlicht. 2011 melden sich die Franzosen mit ihrem ersten Full Length-Album "Homo Nihilis" zurück, das mit einer Spielzeit von weit(!) über einer Stunde und einem Cover auffährt, das... Naja, Geschmackssache...

In der Basis haben wir auf diesem Album vier relativ gute Songs, die aber augenscheinlich gezwungen auf die unmenschliche Länge von circa 69 Minuten gestreckt wurden, das Intro mit seiner knappen Minute nicht mit eingerechnet. Mir als Freund der eher "lebendigen" Subgenres des Metals ein ganzes Stück zu viel, denn da kenne ich von etablierten Gruppen dieser Sparte weit besseres Songwriting, mit dem ich mir den ab und an auftretenden doomigen Hunger stille. Aber gut, die Tracks stehen eben so, wie sie sind, dafür sehe ich im Fall von "Homo Nihilis" hier einen großen Minuspunkt, da es auch kaum unvorhersehbare Wechsel oder Sprünge zu neuen Strukturen gibt. Hätte man an der Länge der einzelnen Stücke noch etwas gespart, würde die Sache vielleicht etwas interessanter aussehen und nicht so schwerfällig wirken.
Die äußerst ruhigen Passagen, die aus minimalistischer Gitarrenarbeit und Klargesang, beziehungsweise wimmerndem, todesmetallischem "Gegrunze" bestehen, lassen hie und da dann doch richtig Spannung auf einen drückenden, dröhnenden Umbruch aufkommen, was zugegebenermaßen auch gelungen umgesetzt wird, dann aber wieder in die Langatmigkeit dieser Scheibe fließt. Nur selten hebt sich das Tempo etwas, sondern bleibt konsequent in seinem langsamen Bereich. Die Arbeit an "Homo Nihilis" ist trotz der Schwächen in Sachen Songwriting (oder eigentlich aufgrund der extremen Länge) sehr gelungen. Der Sound ist gut gewählt, sehr drückend umgesetzt und auch die Stimme mit ihren Wechseln leistet saubere Arbeit. Technisch also ein so gut wie einwandfreies Album, aber das ist leider nicht alles und hebt die vorliegende Scheibe qualitativ nicht wirklich viel weiter nach oben.

Fazit: Die Basis des Albums kommt viel zu kurz. Steigerndes Interesse und Langeweile wechseln sich beim Hören viel zu oft ab, was die ganze Sache auch sehr anstrengend macht. Der Grundgedanke, der hinter diesem Werk steht, ist ein sehr guter, doch an der Umsetzung sollten die Metalheads aus Frankreich noch etwas arbeiten, damit sie es beim nächsten Mal schaffen, durchgehend für Begeisterung zu sorgen.

Wolfgang / RottingHill.at

Punkte: 6 / 10


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